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f tlbRARY

1 UMIVUSITY Of \ CALIfORNIA

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BASLER CHRONIKEN

HKKAUSGEGEBEN

IN BASEL

VIERTER BAND

BEARBEITET VON

AUGUST BERNOULLl.

LEIPZIG

VERLAG VON S. IIIKZEL.

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V o r r c (1 c.

Der Inhalt des vorliegenden vierten Bandes wurde im Wesentlichen noch hei Lebzeiten Wilhelm VischerN, des leider zu früh verstorbenen Begründers der Basler Chroniken , und mit seinem Einverständnisse festgestellt. Vor allem veröffent- lichen wir hier das Wenige, was aus älterer Zeit noch von amtlicher Geschichtschreibung erhalten ist, nämlich die Chro- nikalien der Rathsbücher, welche von 1350 bis 1548 reichen, und Brüglingers Chronik im Zunftbuche der Brodbecken. über die Jahre 1444 bis 1446, Neben diesen amtlichen Aufzeich- nungen ist die von 1439 bis 1471 reichende Chronik des Kaplans Erhard von Appenwiler die älteste, welche noch in der Ur- schrift ihres Verfassers vorhanden ist, und deshalb folgt sie hier als drittes Stück unmittelbar auf Brüglinger. Die. vierte Chro- nik aber, das Werk eines unbekannten Verfassers, hängt mit Appenwiler insofern zusammen, als wir ihre Erhaltung ledig- lich einer von ihm gefertigten Abschrift verdanken.

Hinsichtlich der Beilagen ist zu bemerken . dass sie nament- lich bei den Chronikalien der Rathsbücher verhältnissmässig sehr vielen Raum einnehmen. Es handeln jedoch gerade die zwei umfangreichsten dieser Beilagen nur von solchen Fragen, welche sonst immer in den Einleitungen erörtert werden. Die eine nämlich beschreibt die Rathsbücher, also die Handschriften, aus welchen diese Chronikalien stammen, und die andere

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IV

Vorrede.

handelt von den Stadtsehreibern, also von ihren Verfassern. Beide aber, die Rathsbücher wie die Stadtsehreiber, haben ihre selbständige , von den Chronikalien unabhängige Bedeutung, und so schien ihre Beschreibung eher am Ort in den Beilagen, wo sie für sich ein Ganzes bildet, als in der Einleitung, deren Umfang sie in’s maasslose gesteigert hätte. Eine Beilage an- derer Art, hinter der Chronik Appenwilers, bilden sodann die um’s Jahr 1400 verfassten Basler Zusätze zur Sächsischen Weltchronik. Diese werthvollcn Aufzeichnungen stehen zu Appenwilcr in keiner nähern Beziehung, als dass sie uns in derselben Handschrift erhalten sind, in welche dieser Kaplan seine Chronik schrieb. Wenn wir sie nun dennoch in den Basler Chroniken nicht als ein selbständiges Stück erscheinen

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lassen, sondern nur als Beilage, so geschieht diess nicht allein wegen ihres allzu geringen Umfangs, sondern ebenso sehr auch deshalb , weil sie nur zusammenhangslose Zusätze zu einem Werke sind, welches ferne von Basel entstanden ist. Der Kalender endlich, welcher als letztes Stück dieses Bandes folgt, dient naturgemäss nicht speziell zur Erläuterung dieser oder jener einzelnen Chronik, sondern für alle zugleich. Seine Be- deutung ist daher eine allgemeine, das ganze Werk umfassende, und deshalb erscheint er hier als »allgemeine Beilage«.

Auf diesen Kalender folgt ausser dem Personen- und Ortsverzeichniss noch ein altdeutsches Glossar, dessen Bear- beitung wir der Gefälligkeit von Herrn Dr. Albert Gesslcr verdanken. Hätten wir blos unsre baslerischen Leser zu be- rücksichtigen, so könnte vielleicht ein guter Theil dieses Glossars entbehrlich erscheinen, indem viele veraltete Ausdrücke und Wortformen, welche dem Neuhochdeutschen unverständlich sind, in unserem Basler Dialekte noch fortleben. Den meisten Lesern in Deutschland jedoch wird das Glossar wohl in seinem ganzen Umfange willkommen sein.

Wie bei den früheren Bänden, so wurde auch bei diesem die Bearbeitung wesentlich gefördert durch die nie ermüdende

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Vorrede.

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Gefälligkeit des hiesigen Herrn Oberbibliothekars Pr. L Sieber, sowie auch des Herrn Staatsarchivars Pr. 11. Wackernagel. Pie Benützung verschiedener auswärtiger Bücher und Hand- schriften wurde in bereitwilligster Weise ermöglicht durch die Herren Oberbibliothekar Pr. Barack in Strassburg und Stadt- bibliothekar Walz in Colmar. Ferner verdanke ich manche werthvolle Mittheilung den Herren Stadtarchivar Mossinann in Colmar, Staatsarchivar Pr. Th. von Liebeuau in Luzern, Pr. Traugott Geering und Oberbibliothekar Dr. Plüsch in Bern, sowie auch in Basel den Herren Pr. K. Vischer-Merian, Br. KrtI Stehlin. Pr. Johann Bernoulli und Pr. Adolf Socin. Pen genannten Herren allen sage ich an dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank.

Pie Titelvignette dieses Bandes stellt in zinkograpliischer Abbildung eine Reliquie aus der Schlacht bei St. Jakob dar, nämlich das eherne Siegel des Ritters Burkhard Miinch, dessen Tod in jener Schlacht uns Appenwiler erzählt. Dieses Siegel wurde 1865 durch einen' Landmann beim Pflügen gefunden und 1880 von seinem Besitzer, Herrn Nationalrath A. Münch in Rheinfelden, der Historischen Gesellschaft in Basel in sehr verdankenswerther Weise geschenkt. Der Fundort, auf dem Felde oberhalb St. Jakob, neben der nach Basel führenden Landstrasse, bezeichnet ohne Zweifel die Stelle, bis wohin der verwundete Burkhard Münch nach seinem Sturze getragen wurde , um hier seiner Rüstung entledigt und verbunden zu werden. Da nun .das Siegel einen Ring hat , also jedenfalls an einer Schnur hieng, so ist es leicht erklärlich, dass das- selbe beim Aufschnallen der Rüstung herabfiel und unbeachtet liegen blieb, bis der vom Regen durchweichte Boden es völlig verdeckte. Trotz den vier Jahrhunderten, welche seither ver- flossen sind, ist dieses Siegel bis zum heutigen Tage, wie die Abbildung zeigt, noch gut erhalten.

Für den nächstfolgenden fünften Band sind vorläufig die übrigen Chroniken in Aussicht genommen , welche das vier-

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VI

Vorrede.

zehnte und fünfzehnte Jahrhundert betreffen. Neben verschie- denen Annalen von unbekannten Verfassern gehören hieher namentlich die Chroniken Heinrichs von Heinheim und Hen- manns von Offenburg, sowie auch die Röteier Fortsetzung zur Chronik Königshofens. Bevor ich jedoch diesen weiteren Band in sichere Aussicht, stelle , empfehle ich vor allem den vor- liegenden der Nachsicht der geneigten Leser.

Basel, den 31. März ISbU.

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August Beruoulli.

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Inhaltsverzeichnis.«;.

Seite

Vorrede III

I. Chronikalier. der Rathsbacher 1350 1548.

Einleitung 3

Text 17

Beilagen :

I. Die Rathsbücher 109

II. Die Stadtschrciber , Rnthschreibcr und Substitute bis

1550 '. . 131

III. Die Rürgcraufnahmen im XIV. und XV. Jahrhundert 142

IV. Basels Name und Ursprung 149

V. Zum Erdbeben von 1350 151

VI. Zum Brande von 1417 152

VII. Zum Zweikämpfe von 1429 155

VIII. Zur Abholung Bruder Fritschins 100

II. Hans Brüglingcrs Chronik 1444 1440.

Einleitung 105

Text . ' 174

Beilagen :

I. Verordnungen des Raths, vom August 1444 21 1

II. Erstürmung des Klosters zu Ottmnrsheim 217

III. Die Chronik Erhards von Appcnwilcr 1 139 1471, mit ihren . Fortsetzungen bis 1474.

Einleitung 223

Text 249

Beilagen :

I. Die Basler Zusätze zur Sächsischen Wcltchronik .... 305

II. Die Annalen von Paris 374

III. Friedrichs III. Krönung zu Aachen 1442 380

IV. Das Treffen vor Rheinfeldcn, vom 11. Juli 1445 .... 384

V. Zum Rheinfeldcrkriege von 1448 390

VI. Briefe über den Sieg bei Rolgrnd 1450 390

VII. Hans Wiler und seine Aufzeichnungen 395

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VIII

Inhaltsverzeichnisg.

Seite

IV. Anonyme Zusätze und Fortsetzungen zu Königshofen 1120 1454.

Einleitung 411

Text •. . . 422

Allgemeine Beilage: Der Basler Kalender im Kothen Buch 405

Berichtigungen und Nachträge 4SI

Personen- und Ortsvcrzcichniss 483

Glossar 513

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Chronikalien

der

Rathsbücher.

1356 1548.

Bneler Chroniken. IV.

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Einleitung,

Basel hat keine amtliche Stadtchronik aufzuweisen in der Art, wie z. B. Bern schon um 1420 sie hesass. Ein solches Werk, das die Geschichte der Stadt von ihren ersten Anfängen i bis zur Gegenwart umfasst hätte, scheint überhaupt vom Rathe niemals angestrebt worden zu sein. Aber immerhin regte sich auch in Basel je und je der Wunsch, wichtige Zeitereignisse irgendwie aufzuzeichnen, damit sie auch bei den späteren Ge- schlechtern nicht der Vergessenheit anheimfallen. Einzelne io Aufzeichnungen dieser Art mochte schon das älteste Stadtbuch enthalten, von dem wir Kunde haben'}. Doch dieses Buch gieng zu Grunde hei dem Brande, welcher in Folge des grossen Erdbebens vom 18, October 1356 ausbrach. Der grösste Th eil der inneren Stadt wurde ein Raub der Flammen, und aus is dem brennenden Rathhause wurde zwar ein Theil der Urkun- den gerettet, aber kein einziges Buch. Was also das alte Stadtbuch von geschichtlichen Nachrichten vielleicht enthielt, das ist für uns verloren.

Schon wenige Monate nach dem Unglück wurde jedoch Aeiuswnf- Ä ein neues Stadtbuch angelegt, nämlich das noch jetzt vorhan- iT Rothen dene »Rothe Buch« J). Zwei Drittheile dieses Pergamentbuches Bnrh' waren ursprünglich bestimmt zur Eintragung der Jahr für Jahr zu erlassenden Verordnungen und Erkanntnisse des Rathes.

Der letzte Drittheil aber war laut seiner Ueberschrift 3) vorbe- 25 halten zur Aufzeichnung »ewiger dinge oder ander stücken, die lange weren süllent«, und unter dieser Rubrik finden wir, als eine der ersten Eintragungen, einen kurzen Bericht über

lj Heber dieses ältere Buch s. im Rothen Buch S. 252: also stünt dis an dem erren büch.

2) Ueber dieses Buch, wie über alle weiter noch tu erwähnenden Raths- bücher, s. Beilage I.

3) Rothb. S. 251.

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Rathabüeher.

das vorhin erwähnte Erdbeben. Die Aufzeichnung denkwür- diger Ereignisse gehörte also mit zu den Stücken, welche nach dem Plane des damaligen Stadtschreibers, Weraher von Birken- dorf1), hier ihre Stelle finden sollten. Schon sein nächster Nachfolger jedoch, Johann von Altdorf, nahm auf diese An- & Ordnung keine Rücksicht. Denn als 1362 der denkwürdige Fall eintrat, dass alle städtischen Schulden getilgt waren, da zeichnete er diese Thatsache zwar auf, jedoch nicht unter den »ewigen Dingen«, sondern im vorderen Theile des Buches, mitten unter den Rathsbeschlüssen des laufenden Jahres2). 10 Auch hier übrigens blieb diese Aufzeichnung ganz vereinzelt, mitten unter den Beschlüssen und Verordnungen des Rathes.

mit*1?***» Unter den Eintragungen mancher Art, welche die Stadt-

»ufn»huHn. Schreiber jener Zeit zu besorgen hatten, gab es jedoch auch

solche, die sich gewissermassen von selbst zu geschichtlichen 13 Aufzeichnungen gestalteten. So mussten namentlich alle neu aufgenommenen Bürger eingeschrieben werden, und da die meisten derselben ihr Bürgerrecht nicht durch Kauf erwarben, sondern durch freiwillige Betheiligung an einem Kriegszuge, so war nichts natürlicher, als dass bei solchen Bürgeraufnahmen 20 auch der Anlass erwähnt wurde, der sie herbeigeführt hatte3). Die Verzeichnisse der also Aufgenommenen, welche bei ein- zelnen Zügen nach Hunderten zählten, wurden anfänglich nur in ein Papierbuch geschrieben, nämlich in das sog. Leistungs- buch. Seit 1393 jedoch erfolgten diese Eintragungen Tegel- massig in das weit kostbarere Rothe Buch, und wenn wir an- fänglich vor jedem dieser Verzeichnisse nur wenige einleitende Worte finden, so wurden in der Folge diese Berichte etwas einlässlicher und entwickelten sich zu förmlichen Erzählungen, wie z. B. schon 1412, nach Eroberung der 3 Schlösser am Jura- w Blauen.

ikilraMU Während auf diese Berichte von Kriegszügen später je und je noch weitere folgten, blieb es mit einer anderen Art solcher Aufzeichnungen beim blossen Anfang. Als nämlich 1417 das Rufbuch angelegt wurde, um die durch offenen Ruf 35 von der Rathhaustreppe herab zu verkündenden Verordnungen des Rathes darin einzutragen, so wurden die hintersten Blätter dieses Buches zu zwei besonderen Rubriken bestimmt, deren eine fortan enthalten sollte, »wer unsrer statd früntschaft ge- tan hat«, die andere aber umgekehrt, wer ihr »unfrüntschaft« *u

1) Ueber ihn, wie über alle noch folgenden Stadtachreibcr, a. Beilage II.

2) S. Rothb. 8. 27.

3) Ueber die Bflrgeraufnahmen s. Beilage III.

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Einleitung.

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erwiesen habe'). Es sollte also in diesen beiden Rubriken zusammengestellt werden, was der Stadt von Seite ihrer vielerlei Nachbarn Gutes oder Böses widerfahren sei, damit man jeder- zeit wisse, welche der benachbarten Herren und Städte als s Freunde oder als Feinde zu betrachten seien. Auch hier je- doch — wie einst nach 1356 blieb es bei einer kurzen Aufzeichnung über den grossen Brand von 1417, und derselbe Schreiber, dem wir diese verdanken, nämlich Johann von Bingen, schrieb kurz nachher über diesen selben Brand noch in ein anderes, ebenfalls in diesem Jahre neu angelegtes Buch, näm- lich in den «Liber diverearum rerum«3). Zu dem mannig- fachen Inhalte, den schon der Titel dieses Buches andeutet, gehören unter anderm auch einige ausführliche Berichte über bemerkenswerthe Ereignisse, so namentlich die Erzählungen über is die beiden Feldzüge von 1424 und über den berühmten Zwei- kampf, welchen Heinrich von Ramstein 1428 mit einem frem- den Ritter bestund. Diese Feldzüge von 1424 werden übrigens, aus Anlass der ßürgeraufnahmen, gleich anderen Zügen auch im Rothen Buche erwähnt; der dortige Bericht ist jedoch nur 2o ein Auszug aus demjenigen des Liber diversarum rerum 3).

Es folgten die Zeiten des Concils, und mit den vielen sudtchr..mk Gästen aus fernen Landen kamen in die aufblühende Stadt ,0D ,4,J auch neue Gedanken und Bestrebungen. Basel schien selbst der ewigen Stadt den Rang streitig zu machen, als 1439 in » seinen Mauern das oberste Haupt der Christenheit erwählt wurde; aber dasselbe Jahr brachte der Stadt auch tiefe Noth und grosse Gefahr durch eine ausserordentliche Theurung, durch eine verheerende Pest und durch die sie bedrohenden Schaaren der Armagnaken. Es geschah unter dem Eindrücke 3o dieser Ereignisse , dass der Rath den Beschluss fasste : »ein büch ze machende, darinne geschriben werden sollent solich Sachen uff das kürtzest, die uns güt oder argem beschehent ; umb das unser nachkommen ettlichermosse wissen mögen, wie sich die Sachen by unsern tagen gemacht und gehandelt ha- 3s ben.« Dieser Rathsbeschluss wurde in's Rothe Buch ge- schrieben, wo ihm auch sofort eine kurze Geschichte des Jahres 1439 beigefügt wurde4). Das besondere Buch jedoch, in wel-

1) 8. Rufbuch I, Bl. 56 und 93 des jetzigen Umfangs. Ueber den ur- sprünglichen Umfang des Buches s. Beilage 1.

2) Dieses Buch trügt jetzt die Aufschrift: »Ordnungen und Verträge«.

Ueber seinen alten Namen s. Beilage 1.

3) Vgl. Rothb. 279 und 284 mit Liber D. R. 32 ff.

4) Rothb. 144 ff.

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R&thsbQcher.

Oeffnangtt-

bücher.

Letzte Auf- zeichnungen im Rothen Bach.

ches fortan die Stadtchronik sollte eingetragen werden, ist nicht mehr vorhanden oder was noch wahrscheinlicher ist es kam niemals zu Stande. Im Rothen Buche selbst aber wurde hinter den Aufzeichnungen von 1439 schon 1441 ein Gesetz über das Bürgerrecht eingetragen ein deutliches s Zeichen, dass Niemand mehr an eine Fortsetzung dieser an- gefangenen Stadtchronik dachte.

So wirkungslos dieser kurze Anlauf von 1439 auch enden mochte, so blieb immerhin die schon erwähnte Uebung, im Rothen Buch alle Feldzüge mit Bürgeraufnahmen zu verzeich- io nen, und in der That boten die kriegerischen Jahre, welche nun folgten, solcher Anlässe genug. Zugleich war schon seit 1438 an die Stelle des Liber diversarum rerum das OefFnungs- buch getreten, und in dieses wurden je und je auch einzelne wichtige Ereignisse kurz aufgezeichnet. In der Folge, seit 1447, is war es namentlich der Rathschreiber und spätere Stadtschreiber Gerhard Megkynch, welcher in seiner langen Amtsthätigkeit vieles hier niederschrieb. Die meisten dieser Aufzeichnungen haben allerdings einen vorherrschend praktischen Zweck, näm- lich die mündlich gepflogenen Verhandlungen mit auswärtigen 20 Herren und Städten genau wiederzugeben ; sie dienten also den Zeitgenossen gewissermassen als Ergänzung der Missivcn- bücher und Briefsammlungen, da diese nur über schriftlich gepflogene Unterhandlungen sicheren Aufschluss und rechts- kräftiges Zeugniss gaben. Neben solchen Verhandlungen je- 25 doch finden wir hier zwischenein auch einfach denkwürdige Ereignisse verzeichnet, wie z. B. 1462 die Eroberung der Hohen- königsburg und die Mainzerfehde. Wozu nun solche Notizen bestimmt waren , das sagt uns der Schreiber deutlich , wenn er z. B. zur Nachricht vom theuren Rheinsalm von 1465 die» Randbemerkung setzt: »Inscribatur cronicis« '). Auch Gerhard Megkynch trug sich also mit dem Gedanken, in einem beson- deren Buche eine Stadtchronik anzulegen. Sein Plan scheint jedoch ebensowenig verwirklicht worden zu sein, wie derjenige von 1439; denn als 1473 der Besuch des Kaisers in der Stadt 35 eine besondere Aufzeichnung zu verdienen schien, da wurde der betreffende Bericht einfach ins Rothe Buch eingetragen vj.

Dieser Bericht z. J. 1473 trägt bereits die Schriftzüge von Megkynchs Nachfolger, Niklaus Riisch, welcher erst im October 1474 sein Amt antrat; er scheint also erst ein Jahr nach des 40

1) Oeffnunggb. IV 30.

2) Kothb. 1 56 ff. Ein Facsimile von S. 1 56 g. bei R. Thommen, Schrift- proben des XIV.— XVI. Jahrhundert*, Taf. 14.

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Einleitung.

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Kaisers Einzug geschrieben zu sein. Noch reichlicheren Stoff zu geschichtlicher Aufzeichnung bot übrigens dem neuen Stadt- schreiber der gerade damals ausbrechende Krieg gegen Burgund. Jedoch ist uns seine werthvolle Beschreibung dieses Krieges s nur in losen Papierheften erhalten, ja zum Theil nur auszugs- weise in Briefen1). In das Rothe Buch aber, welches schon damals nur noch wenige leere Blätter aufwies, gelangten hier- aus nur einzelne dürftige Auszüge, soweit sie etwa als Ein- leitung zu den Bürgeraufnahmen dieser Zeit nüthig schienen2), io Der Sieg bei Murten war übrigens die letzte Waffenthat, für welche das Bürgerrecht unentgeltlich verliehen wurde3), und nach 1487 finden wir auch diejenigen nicht mehr ins Rothe Buch eingeschrieben, welche ihr Bürgerrecht durch Kauf er- warben. Im übrigen diente dieses alte Pergamentbuch schon is seit der Mitte des Jahrhunderts nur noch zu ganz ausnahms- weisen Eintragungen, wie z. B. zu dem schon erwähnten Be- richt über Kaiser Friedrichs Besuch von 1473. Um diese selbe Zeit, d. h. spätestens 1476, schrieb des Stadtschreibers Substitut Johannes 4) auf ein leer gebliebenes Blatt zu Anfang des Buches m noch eine kurze lateinische Erörterung über Basels muthmass- lichen Ursprung und über die Ursache, warum diese Stadt dem Kaiser gegenüber die Vorrechte einer «freien Stadt« geniesse 5). Hinter dem kaiserlichen Besuche von 1473 aber finden wir, von Niklaus Rusch geschrieben, noch den Einzug des römi- » sehen Königs Maximilian, welcher 1493 erfolgte*). Bald nach- her, d. h. 1497, schlossen für immer die Eintragungen in dem alten Pergamentbuche ’) , welches fortan nur noch die Bedeu- tung eines ehrwürdigen Zeugen der Vergangenheit hatte.

Das Buch, welches künftig den Dienst des Rothen Buches 30 versehen sollte, war damals schon längst vorhanden. Schon 1405 hatte nämlich der Stadtschreiber Konrad Kilwart aus den älteren Rathsbüchern , d. h. aus dem Rothen Buch und den beiden Leistungsbüchern, alle noch gütigen Gesetze und Ver-

1) S. hierüber B. Chroniken HI, 282 ff.

2) Vgl. Rothb. 164 mit B. Chron. III, 302 ff., z. J. 1474.

3) Allerdings wurden auf dem Zuge nach Hcitcrsheim 1489) noch über hundert neue Bürger aufgenommen; jedoch waren ea durchweg solche, die das Bürgerrecht schon früher gekauft, aber noch nicht abbezahlt hatten. S. Bürger- rechts-Protokoll, 240 ff.

4i Ucbcr diesen Substituten, dessen Oeschlcchtsnamen wir nicht kennen, s. u. Beilage II u. IV.

5) Rothb. Bl. VIII K; s. Beilage IV.

6) Kbend. S. 163.

7) Ebend. S. 73.

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Rathsbücher,

Ordnungen in ein neues Buch zusammengetragen '), welches in der Folge wegen seines Einbandes das »kleine Weissbuch« ge- nannt wurde 2). In dieses Buch von Papier waren seit- her vorzugsweise die wichtigeren Rathserkanntnisse eingetragen worden. Aber schon 1451 hatte hifer Megkynch, bei Anlass s einer solchen Erkanntniss, den Tod Bischof Friedrichs ze Rin kurz bemerkt9). Auch der Stadtschreiber Kienlin schrieb einige Jahre später in dieses Buch »zü ewiger gedechtnusse« einen Bericht über die Bauthätigkeit von 1458 an der Rhein- brücke 4). Die Aufzeichnung Megkynchs aber gab den Anstoss, io dass von 1451 bis 1503 jeder verstorbene Bischof im Weissen Buche verzeichnet und sein Verhalten gegen die Stadt beur- theilt wurde5). Immerhin kam es hier so wenig als im Rothen Buche zu einer regelmässig fortgeführten Stadtchronik, und so finden wir z. B. keine Sylbe über Basels Aufnahme in die ■& Eidgenossenschaft. Erst die periodische Erneuerung des Bun- desschwurs, wie sie zum ersten Mal 1507 erfolgte, wurde durch den Stadtschreiber Johannes Gerster ausführlich beschrieben6), und dieser sein Bericht, den er wahrscheinlich erst nach 1508 ins Weisse Buch eintrug7), hatte offenbar nur den Zweck, für die künftigen Bundesemeuerungen das zu beobachtende Ceremoniell festzustellen. Hingegen geschah es wohl einzig zum Ergötzen der Mit- und Nachwelt, wenn im folgenden Jahre der Rathschreiber Niklaus Haller »zü ewiger gedechtnusz« den fröhlichen Besuch aufzeichnete, welchen die Eidgenossen » von Luzem und den Waldstädten wegen ihres »Bruder Fritschin* der Stadt Basel machten.

Letzt« Auf- Es kann nicht befremden, dass die oben erwähnte Auf- uherb»ii*t. Zeichnung der verstorbenen Bischöfe nach 1503 nicht weiter fortgeführt wurde ; denn seit 1521, d. h. seit dem Umsturz der »o alten Handfeste, war das Verhältniss zwischen Stadt und Bischof ein wesentlich anderes geworden, und die wachsende Refor-

1 ) Mit den Gesetzen kam aus dem Rothbuch auch die Nachricht vom Erdbeben von 1356 in wörtlicher Abschrift mit herüber in das neue Buch, wo , noch ein alter lateinischer Vers über die Jahrzahl beigefügt wurde. Vgl. Rothb. S. 251 und Kl. Weissb. Bl. 22.

2) Das >kleine° zum Unterschied vom grossen Weissbuch, welches eine Urkundensammlung enthält

3) Kl. Weissb. 92 •>.

4) Ebend. 162.

5) Ebend. 92 6 100 6 und 126.

6; Ebend, 134 »> ff.

7) Der Bericht über den Besuch Fritschin«, von 1508, geht ihm im Kl. Weissb. auf Bl. 130b ff. voraus.

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Einleitung.

9

mationsbewegung that das ihrige, die Kluft noch zu erweitern.

Es geschah daher sicher nicht von ungefähr, wenn 1527 der Einzug des neuen Bischofs Philipp von Gundelsheim nur noch im Oeflnungsbuche beschrieben wurde1), während bald nach- s her, 1532, schon eine Mordthat wichtig genug erschien, um im Weissen Buche erzählt zu werden*). In dieses letztere Buch wurden auch in den folgenden Jahren, auf ausdrück- lichen Befehl des Rathes, noch verschiedene Ereignisse einge- tragen, wie die Beisteuer von 1535 an das brandbeschädigte io Bern3), oder die Musterung von 1540, oder 1541 und 1548 die Begräbnisse der beiden Bürgermeister Meyer4). Auch für die künftigen Häupter der Stadt, nach 1548, wurden einige Blätter Vorbehalten, die jedoch leer geblieben sind3). Immerhin hör- ten mit letzterem Jahre die Eintragungen im Weissen Buche 14 noch keineswegs auf ; denn durch den Rathschreiber Hans Friedrich Menzinger wurden verschiedene Ereignisse der Jahre 1559 bis 1563 ausführlich beschrieben6), so namentlich der Prozess des Wiedertäufers David Joris und der festliche Empfang des durchreisenden Kaisers Ferdinand im Jahre 1563. Diese a> Aufzeichnungen Menzingers blieben jedoch ohne Fortsetzung bis 1596, wo der Stadtschreiber Hans Rudolf Herzog einen ebenso ausführlichen Bericht über die Durchreise Erzherzog Maximilians einzutragen begann, doch ohne ihn zu vollenden 7) .

Mit diesem Fragmente hörten die geschichtlichen Aufeeich- 24 nungen im kleinen Weissbuche gänzlich auf. Aber inzwischen war 1580 die gedruckte Baslerchronik Christian Wurstisens erschienen8), ein mit Recht noch heute geschätztes Werk, wel- ches unter den Beamten des Rathhauses sowohl im vorigen Jahrhundert als in unseren Tagen gediegene Fortsetzer ge- 3o funden hat.

Ueberblicken wir die in den Rathsbüchern zerstreuten Wbrdigong. Chronikalien, vom grossen Erdbeben von 1356 bis zum Aus- gange des XVI. Jahrhunderts, so wurde zwar zu verschiedenen Zeiten, wie wir sahen, die Anlage einer Stadtchronik in Aus-

1) Oeffmingsb. VII, 226 b.

2) Kl. Weissb. 1444.

3) Ebend. 170.

4) Ebend. 177 ff.

5) Bl. 189 190 tragen Ueberschriften in diesem Sinne, «ind aber sonst leer.

6) Bl. 191 ff.

7) Bl. 204-205.

8) Ueber Wurstisen und «eine Chronik a. Achilles Burckhardt, in den Beiträgen zur Vaterländ. Geschichte, Bd. XII, S. 359 ff

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Rathsbücher.

Bifcherigo

Benutzung.

sicht genommen ; aber niemals wurde ein solcher Plan wirk- lich ausgeführt. Es blieb daher bei einer bunten Reihe ver- einzelter, nach Form und Inhalt sehr verschiedenartiger Auf- zeichnungen, welche weit entfernt sind, irgendwie ein zusam- menhängendes Ganzes zu bilden. Immerhin verdienen diese 5, Fragmente unsere Beachtung schon deshalb, weil sie uns zei- gen, was wenigstens zeitweise vom Rath oder von seinen Schreibern auf dem Gebiete der Geschichtschreibung erstrebt wurde. Zudem aber enthalten sie manche werthvolle Nach- richt, die wir in anderen Quellen vergeblich suchen würden. 10

Wie das ganze Archiv überhaupt, so waren auch die Raths- bücher, welche diese Chronikalien enthalten, in früheren Jahr- hunderten nur denjenigen zugänglich, welche durch ihre amt- liche Stellung dazu berechtigt waren, also den Mitgliedern des Rathes, den Schreibern der Kanzlei und den städtischen Rechts- is consulenten. Der Erste, der seinen freien Zutritt zu diesen Büchern benützte, um einzelne Stücke daraus abzuschreiben, war jener Bürgermeister Adelberg Meyer, dessen Begräbniss im Jahre 1548 im Kleinen Weissbuche beschrieben ist. Die eigenhändigen Abschriften und Auszüge dieses um die baseli- » sehe Geschichtsforschung hochverdienten Mannes sind uns noch erhalten'), und ebenso jener als «Beinheimische Chronik« be- kannte und 1545 gefertigte Band2), in welchen er neben ver- schiedenen Chroniken auch diese seine Auszüge sorgfältig ab- schreiben liess. Diesen Sammelband Meyers kannte auch v>

Wurstisen, und nur auf diesem Wege gelangte vom Inhalte der Rathsbücher auch einiges in die 1580 gedruckte Basler- chronik 3). Im vorigen Jahrhundert war es zunächst der Rath- substitut Daniel Bruckner, welcher die Rathsbücher fleissig durchforschte und in seinen «Merkwürdigkeiten der Landschaft 30 Basel« mehrere Stücke daraus veröffentlichte. Ihm folgte der Rathschreiber und spätere Oberstzunftmeister Peter Ochs, der in seiner »Geschichte der Stadt und Landschaft Basel« den Anlass zu noch ausgedehnterer Ausbeute des Archives fand.

In unserem Jahrhundert wurden die Rathsbücher von vielen 35 Forschern in ergiebiger Weise benützt, und in J. Sclinells 1856 erschienenen «Rechtsquellen von Basel« besitzen wir auch von einem wesentlichen Theil ihres Inhaltes, soweit er die Rathserkanntnissc betrifft, eine mustergiltige Ausgabe. Von

1) Im Kirchenarchiv, im zweiten Theil der Hs. 1) II, i.

2) Universitätsbibliothek, ohne Signatur.

3) Erst 1586 wurde Wurstisen Stadtschreiber und erhielt dadurch Zu- tritt zum Archiv doch nicht für lange, da er schon 1586 starb.

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Einleitung.

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den Chronikalien hingegen wurden bis jetzt nur die Berichte des Rothen Buches über die Schlacht bei St. Jakob und über das grosse Erdbeben, bei Anlass der Säcularfeiern von 1844 und 1856, in diplomatisch genauer Ausgabe veröffentlicht'), s Indem wir nun die in den verschiedenen Rathsbüchem zerstreuten Aufzeichnungen zusammenzustellen versuchen, schei- den wir zum voraus die jüngsten derselben aus. Schon durch ihren Umfang sind nämlich Menzingers Berichte über die Jahre 1559 1563 wohl geeignet, ein Ganzes für sich allein zu bil- 10 den, und überdies reichen von den sonstigen Basler Chroniken, welche noch der Veröffentlichung harren, auch die jüngsten nicht über 1550 herab. Wir glauben daher keine Willkür- lichkeit zu begehen, wenn wir diese ausführlichen Berichte Menzingers, sammt dem Fragmente von 1596, für den letzten ls Band der Basler Chroniken beiseite legen und mithin die vor- liegende Ausgabe mit 1548 schliessen. Nach dieser Ausschei- dung umfassen die Aufzeichnungen, welche wir hier veröffent- lichen, immer noch einen Zeitraum von nahezu zweihundert Jahren. Ueber die älteren Zeiten, bis zum Ausgange des XV. zu Jahrhunderts, gehören sie zum grösseren Theil dem Rothen Buche an, während die Nachrichten des XVI. Jahrhunderts nahezu ausnahmslos dem Kleinen Weissbuch entnommen sind. Immerhin beginnen in letzterem Buche , wie wir sahen , die chronikalen Aufzeichnungen theilweise schon 1451, und ausser- 25 dem werden die Berichte des Rothen Buches auch vielfach ergänzt durch den Liber diversarum rerum und die Oeffnungs- bücher. Es schien daher zur übersichtlichen Ordnung des Textes am zweckmässigsten , alle diese Aufzeichnungen, von 1356 1548, durchweg in chronologischer Ordnung folgen zu lassen, ohne Rücksicht auf die Bücher, denen sie entnommen sind. Die Abhandlung von 1476, über Basels Ursprung, wurde deshalb unter die Beilagen verwiesen2).

Wie oben schon angedeutet wurde, finden sich in den Rathsbüchem allerlei Aufzeichnungen, welche nur in beding- 35 tem Sinne den Chronikalien können beigezählt werden, indem es fraglich bleibt, inwiefern der Schreiber bei ihrer Abfassung einen historischen Zweck im Auge hatte. Soweit es nun das Rothe Buch betrifft, so haben wir die Grenze möglichst weit gezogen und deshalb auch vereinzelte Notizen, wie z. B. über die Schuldentilgung von 1362, unbedenklich aufgenommen.

1) Die Sehlacht bei St. Jakob in den Berichten der Zeitgenossen, S. 3, und : Basel im XIV. Jahrhundert, S. 226.

2) S. unten Beilage IV.

Grenzen and Anordnung dieser Aus» gäbe.

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Rathsbacher.

Namentlich haben wir bei den Kriegs zügen, auf welchen das Bürgerrecht ertheilt wurde, nach möglichster Vollständigkeit gestrebt und deshalb auch die kurzen Aufschriften beigezogen, welche in den Leistungsbiichem von den Feldzügen des XIV. Jahrhunderts Nachricht geben1). Die Verzeichnisse selbt je-s doch, welche bei jedem Zuge die Namen aller aufgenommenen Bürger enthalten, mussten schon wegen ihres Umfanges aus- geschlossen bleiben; doch geben wir in der Beilage HI eine Uebersicht ihrer Zahlenverhältnisse.

Für das XV. Jahrhundert bietet uns speziell zum Jahre 1417 to das Rufbuch, wie wir sahen, eine Nachricht über den grossen Brand dieses Jahres. Aus dem ganzen Zeitraum aber, von diesem Jahre bis zum Concil, enthält der Liber diversarum rerum Verschiedenes, was wir im Rothen Buche vergeblich suchen würden, so z. B. den Bericht über den Zweikampf von i& 1428. Aber gerade hier finden wir über denselben Gegenstand neben einander zwei verschiedene Stücke, von denen das eine, nämlich die Abschrift der Kampfbedingungen, uns eher unter die Beilagen als gerade in den Text zu gehören schien2). In den Oeffnungsbüchem, deren erstes mit 1438 beginnt, sind es» wie schon bemerkt namentlich die zahlreichen Berichte über mündliche Verhandlungen, welche für unseren Zw-eck in Betracht kommen könnten, da sie viel historisches Material enthalten. Es lässt sich auch kaum bezweifeln, dass z. B. Gerhard Megkynch , wenn er zur Ausarbeitung der von ihm » geplanten Stadtchronik gelangt wäre, wohl manches von dem, was er Jahr für Jahr in die Oeffnungsbücher geschrieben, in dieser seiner Chronik noch verwerthet hätte. Sicher jedoch sind die meisten dieser Aufzeichnungen, wie wir oben sahen, zunächst nur zu rein praktischen Zwecken, d. h. zu Händen jo des regierenden Rathes verfasst worden, und überdies sind sie so zahlreich und verbreiten sich zum Theil über so unbedeutende Streithändel, dass Megkynch selber wohl nie daran dachte, die- selben vollständig, oder auch nur zum grösseren Theile, in die beabsichtigte Chronik aufzunehmen. Nun wissen wir aber ganz u und gar nicht, welche Auswahl er wohl getroffen hätte, und deshalb glaubten wir uns auf diejenigen Nachrichten beschrän- ken zu sollen, deren Aufnahme in eine Chronik schon wegen

1) Im Leistungsb. I sind diese Aufschriften allerdings nicht mehr alle erhalten, da vor Bl. 1 23 ein Blatt fehlt. Ebenso fehlt auch im Rothbuche das Blatt vor S. 198, welches den Zug von 1443 gegen Laufenburg erzählte.

2) S. Beilage VIL

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Einleitung.

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ihres Inhaltes ausser Zweifel zu stehen schien'). Sollten wir bei diesem Verfahren die Grenzen des Aufzunehmenden viel- leicht zu enge gezogen haben, so bitten wir zu berücksichtigen, dass eine sichere Norm zur Ausscheidung hier überhaupt nicht * zu finden ist, eine möglichst weite aber uns ins Endlose füh- ren würde.

Schon von Megkynehs Nachfolger, dem Stadtschreiber Niklaus Riisch, finden wir in den Oefihungsbüchern keine Chronikalien mehr. Die Beschreibung der Burgunderkriege io hingegen, welche Rüsch nur auf einzelne Blätter schrieb, wurde schon im III. Bande der B. Chroniken herausgegeben, als Bei- lage zu Knebels Tagebuch2). Weiter aber wurde zur Ergän- zung des Rothen Buches nur noch das Kleine Weissbuch bei- gezogen, welches, wie oben erwähnt, schon zum XV. Jahr- is hundert einige Nachrichten enthält und für die Folgezeit, bis 1548, unsere Hauptquelle bildet. Die einzige Nachricht aus anderer Quelle, die wir in diesem letzten Theil öinzufügen haben, betrifft das Jahr 1527 und findet sich im Bande VII des Oeffnungsbuches.

20 Eine Beschreibung der verschiedenen Rathsbücher, aus welchen diese Chronikalien zusammengestellt sind, geben wir in der Beilage I. Was hingegen die Verfasser betrifft, so haben wir uns zunächst bemüht, zu jedem Stücke unseres Textes am Rande den Schreiber zu nennen, so weit wir ihn aus den 25 Schriftzügen zu ermitteln vermochten In mehr als einem Falle jedoch mussten wir vorsichtshalber ein Fragezeichen bei- fügen, und ebensowenig können wir dafür bürgen, dass bei jedem einzelnen Theile dieser Chronikalien der Schreiber zu- gleich auch der wirkliche Verfasser war. Immerhin ist zu be- so merken, dass nicht nur die Stadtschreiber und Rathschreiber, sondern sehr oft auch die Substitute mit selbständigen Ar- beiten betraut wurden. Wir dürfen daher wohl in jedem Schreiber, dessen Hand wir in diesen Chronikalien erkennen, zugleich auch einen Verfasser vermuthen. Für das Wenige » aber , was wir über die Lebensverhältnisse dieser Schreiber wissen, verweisen wir auf das Verzeichniss der Stadtschreiber, das wir als Beilage II folgen lassen.

1) Einige weitere Aufzeichnungen Megkynehs, z. J. 1473 und 1474, welche theflweise durch den Substituten Johannes ins Reine geschrieben wurden, s. B. Chron. HI, 364 und 371 ff.

2) B. Chroniken III, 275 ff.

Di«

Schreiber.

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Rathsbücher.

Ortho-

graphie.

Da die allmähliche Entstehung dieser Annalen sich auf einen Zeitraum von nahezu zweihundert Jahren vertheilt, und da überdies ihre Verfasser von verschiedener Herkunft und Schu- lung waren, so kann es nicht befremden, wenn dieselben nicht nur in Sprache und Ausdruckweise, sondern namentlich auch s in der Orthographie die grösste Mannigfaltigkeit aufweisen. Wir haben uns bemüht, diese orthographischen Verschieden- heiten im Texte möglichst getreu wiederzugeben, und deshalb sind auch für das ganze XV. Jahrhundert alle Consonanten- verdoppelungen stehen geblieben. Die einzige Aenderung, die 10 wir uns in dieser Hinsicht erlaubten, betrifft die gar zu häu- fige Verdoppelung des n, die wir von 1500 an nicht mehr berücksichtigt haben. Zur Verdoppelung des r aber ist zu bemerken, dass es bei der Abkürzung für den Titel »Herr« oft fraglich bleibt, ob ein einfaches oder doppeltes r gemeint sei, is und dass wir in solchen zweifelhaften Fällen uns mit dem ein- fachen r begnügt haben, da die Schreibart »her« auch in den sicheren Fällen nicht selten ist. Die Abkürzungen dz und wz wurden hier immer in daz und waz aufgelöst, da neben ihnen die ausgeschriebenen Formen daz und waz hier ebenso häufig Vorkommen als das und was. Die noch viel allgemei- neren Schwankungen aber zwischen v und u, sowie zwischen j und i, wurden durchweg in der Weise beseitigt, dass für die Consonanten v und j gesetzt wurde, und für die Vocale u und i. Eine einzige Ausnahme schien uns nöthig zum Jahre 2s 1508, wo wir das Wort »gejrt« (geirrt) in unveränderter Ortho- graphie beibehielten.

Weniger einfach als mit den Consonanten verhält es sich mit den überschriebenen Vocalen. Sehen wir ab vom ein- fachen a, so wird in der Stadtchronik von 1439 das gedehntes« a, welches in der Basler Mundart zu o wird, bald au geschrie- ben, bald ä (aubent, rät). Dieses überschriebene a finden wir wenigstens in rät auch noch bei Niklaus Rüsch und bei dem Schreiber von 1503. Der Umlaut ä wird oft von einem und demselben Schreiber bald ft, bald C geschrieben, ar. Einzig bei Gerhard Megkynch, einem geborenen Westphalen, erscheint das Zeichen über a, e und o, welches sonst den Um- laut bezeichnet, als einfaches Dehnungszeichen. Neben dem Umlaute ö, den wir immer durch 6 bezeichnen, kommt für den Diphthongen ou nicht selteu das Zeichen ö vor, jedoch «0 nur bis 1439. Gehen wir über zu u, so unterscheiden die Schreiber des XIV. Jahrhunderts noch mit voller Deutlichkeit den Diphthongen uo, den sie mit ü bezeichnen, und ebenso

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Einleitung.

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die Umlaute ii und üe, für welche sic die Zeichen u und 5 haben. Dieselbe Sorgfalt bemerken wir auch bei dem Schrei- ber der Stadtchronik von 1439. Schon bei seinem Vorgänger jedoch, dem Stadtschreiber Johann von Bingen, sind ü und ft s nicht mehr von einander ru unterscheiden. Bei Gerhard Meg- kynch aber finden wir auf u sowohl für ü als für u und fl sozusagen immer dasselbe Häkchen, so dass es in den meisten Fällen unmöglich ist, aus der Schrift zwischen diesen verschie- denen u einen Unterschied herauszufinden. Dasselbe gilt, wenigstens für ü und fl , auch bei Megkynchs Nachfolger Niklaus Rüsch, während die späteren Schreiber sich wieder grösserer Deutlichkeit befleissen. Sowohl bei Megkynch als bei Rüsch finden wir überdies dasselbe Häkchen oder halbe Ringlein, womit sie den Diphthong bezeichnen, hin und wie- is der auch auf dem einfachen u , nur um diesen Buchstaben deutlicher von n zu unterscheiden, also in Wörtern wie brunn, unnutz, Sigmund, sun u. s. w. Noch weiter in diesem Ver- fahren geht der Stadtsehreiber Ryhiner, indem er nahezu jedes u mit diesem Häkchen versieht und einzig dem Diphthong » üe ein besonderes Zeichen gibt. Sein Substitut Aschenberger hingegen ist wenigstens darin genauer, dass er wieder beide Umlaute ii und üe durch zwei besondere Zeichen unterscheidet.

Alle Zeichen über den verschiedenen Vocalen sind in den Aufzeichnungen des XIV. Jahrhunderts noch deutlich als ßuch- » staben zu erkennen. Doch in der Folge finden wir bei den meisten Schreibern über a, e und o nur noch ein Zeichen von zwei Strichlein oder zwei Punkten, und über u entweder das- selbe Zeichen, oder ein grösseres oder kleineres Häkchen, oder auch nur einen Punkt. Um nun den Leser nicht zu 30 verwirren, wurden im Drucke diese Zeichen durchweg also auch in den späteren Theilen als Buchstaben gegeben, und ebenso die Dehnungszeichen, die nur bei Megkynch Vorkom- men, durch Ueberschreibung desselben Vocals, also durch ä, 8 und 8. Nun sahen wir oben, dass bei mehreren Schreibern 35 des XV. Jahrhunderts namentlich ü und fl, und theilweise so- gar ü, nicht deutlich zu unterscheiden ist; in diesen Fällen allerdings mussten wir die gegebenen Zeichen nach eigenem Ermessen genauer bestimmen. Bei den beiden letzten Schrei- bern dieser Annalen aber, nämlich bei Heinrich Ryhiner und «p seinem Substituten Aschenberger, glaubten wir das Häkchen oder halbe Ringlein über dem u nicht mehr berücksichtigen zu sollen, da es dort nahezu auf jedem u sich findet, also nicht mehr zur Unterscheidung vom einfachen Vocale dient. Ausser-

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Rathsbücher.

dem ist noch za bemerken, dass bei den meisten Schreibern hin und wieder ein einfacher Vocal sich findet, wo die Sprache zweifellos einen Umlaut oder Diphthong fordert, und wo mit- hin das Ueberschreibungszeichen einfach vergessen wurde. Wir haben es jedoch grundsätzlich vermieden, in solchen Fällen s irgendwelche Ergänzung zu versuchen.

Der allgemeinen Uebung gemäss wurde auch hier die Interpunction ohne Rücksicht auf die Handschriften angebracht Wo im Texte die Auflösung einer Abkürzung irgendwie zwei- felhaft erscheinen konnte, wurde das Ergänzte im Drucke durch jo Cursivschrift unterschieden. Ganze Wörter aber gleichfalls in Cursivschrift wurden nur in solchen Fällen eingeschaltet, wo die Deutlichkeit es unbedingt zu fordern schien. Wo hin- gegen ein Text in zwei Redactionen vorlag, wie zum Jahre 1424, da wurden die aus der zweiten Redaction geschöpften is Ergänzungen nur durch Klammern [ ] unterschieden. Die im Texte vorkommenden Zahlen in den Handschriften noch durchweg römisch wurden im Druck durch arabische Ziffern gegeben. Deshalb wurden auch diejenigen Jahrzahlen, welche nur theilweise in Worten, zum Theil aber in Ziffern geschrie- ben sind, hier durchweg nur in Ziffern gedruckt. Die ver- schiedenen Rathsbücher aber, denen die einzelnen Stücke dieser Annalen entnommen sind, bezeichnen wir nach dem Vorgänge Schnells und Heuslers') nur durch folgende Abkürzungen:

Rb. für Rothes Buch,

Lb. »

Leistungsbücher,

wb. »

Kleines Weissbuch,

Rufb. »

Rufbuch,

D.R. i

Liber Diversarum Rerum2),

Ob.

Oeffnungsbücher.

1) S. Schnell, Rechtsquellen I 8. VI, und Heuoler, Verfasaungsgeachichte der SUdt Basel, S. XVII.

2) Dieser Band trägt jetzt die Aufschrift: »Ordnungen und Verträge*, unter welcher er bisher auch meistens citiert wurde.

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[Rb. 251] Man sol wissen, daz dise stat von dem ert-(w. v. Bir- pidem *) zerstöret und zerbrochen wart, und beleih enhein kilche, kendorr| turne noch steinin hus, weder in der stat noch in den Vör- stetten gantz1), und wurdent grösseclich zerstöret, öch viel 5 der burggrabe an vil stetten in 3). und vieng der ertpidem an an dem cinstag nach sant Gallen tag, daz waz an ■antwjj® Lucas tag des ewangelisten, des jares do man zalte von gotz gebürte drützehenhundert und sechs und funftzig jar, und w'ert dur daz jar hin dan, und kam underwilen gros und under- lo wilen klein, und des selben cinstages, als er anvieng, do gieng für an in der nacht, und wert daz wol acht tag, daz ime nieman getorste noch möchte vor dem ertpidem widerstan. und verbran die stat inrent der ringmure vilnahe allensament, und ze sant Alban in der vorstat verbrunnen öch etwie vil u hüsern. von dem selben ertpidem wurdent öch wocÄbi alle kilchen, bürge und vestinen4), die umbe dise stat bi vier tei- len gelegen warent, zerstöret, und zervielen, und beleih wenig deheinü gantz.

[wb. 22] Lucas et cliccum5) |K. Kiiwarti

» Terre moturn

I)ant tibi notum.

Rb. 27] Anno domini 1362, da her Burchart Münch der [J. ». Aitorfj

1. UeberRchrift von »pkterer Hand: Et poit terremotu*. 22. Ueberachrift von späterer Hand: Qnod civitai omnibuu antiafecit de debiti*.

1) Ueber das Erdbeben vgl. unten Beilage V, auch Appenwiler, Bei- lage I, z. J. 1356.

2) Ueber den damaligen Umfang der Vorstädte s. Fechters Topographie, in dem 1S56 erschienenen Bande »Basel im XIV. Jahrhundert«, S. 101 ff.

3) Der Graben zwischen der Stadt und den Vorstädten, welcher erst in unserem Jahrhundert ausgefüllt wurde, und dessen Erinnerung in den Strassen- namen »St. Alban-, St. Leonhards- und St. Petersgraben« fortlebt.

4) Ueber die zerstörten Burgen s. Appenwiler, Beilage I, z. J. 1356.

5) Dieser Keimspruch steht nur im Kl. Weissbuch, unter der 1405 ge- fertigten Abschrift des obigen Abschnitts. CLICCVM ist Umstellung der Jahrzahl MCCCLVI.

Basler Chroniken. IV. 2

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Rathsbücher.

m2 junger von Landeskrone1) burgermeister was, da was abgelöset und abgericht alle die geltschulde, so die stat gelten solte und schuldig was , davon man zinse gab 3) : das man nieman nüt me schuldig was, noch gelten solte, noch nieman kein zins me gab, denne die zinse, die man von alter von den schalen3) 5 und etlichen hüsern, hofstetten und garten git, unde ane vier phunt steblern, git man jerglichs Clären Wachtmeisterin ze einem lipgedinge.

uw! [Lb. I 1 24b] Anno domini 1366 4), sub domino Ottemanno 10 Scalarii milite5) magistro civium, da verdientent die, so hie- nach verschriben stant, ir burgrecht, als unser eitgenossen von Friburg6) uns gemant hattent gen Brisach7) uffe grafe Egen von Friburg und sin helffere s). (folgen 108 Namen bis Bl. 125 ;»). is

1%; [12 5b] Anno domini 1367, sub domino Ottmanno Scalarii

milite magistro civium, da verdieneten die, so hie nachgeschri- ben stant, ir burgrecht, als unser eitgenossen von Friburg uns

1) Dieser B. M., welcher 1375 starb und im Predigerkloster begraben

wurde, war ein Sohn Burkhards L, des Bürgermeisters von 1325. »Der jün-s gere« hiess er zum Unterschied von seinem Vetter, Ritter Burkhard 11. »dem älteren«, welcher 1376 starb und im Münster begraben liegt. S. Arnold Münch, Genealogie der Münche von Landskron Ms , vom Verfasser mir gütigst mit- getheilt), und vgl. Tonjola, Basilea sepulta. S. 279, und Trouillat, Monuments de l’ancien de BAle, IV, S. 745.

2) Ueber diese Schuldentilgung, im Betrage von 1 100 lb., s. die Jahr- rechnung des Amtsjahres 1361/2, abgedr. bei Schönberg, Finanzverhältnisse der Stadt Basel, S. 80 ff.

3j Die »School« oder Fleischerbank lag an der Sporrengassc, gegenüber den Häusern No. 9 und 11 ; s. Fechters Top., S. 50.

4) Unmittelbar voraus geht auf Bl. 123 124 das Fragment eines frü- heren Aufnahmsverzeichnisses, welches noch 231 Namen aufweist, und dessen Anfang und Aufschrift vermuthlich auf einem jetzt fehlenden Blatte stund. Wohl mit Recht bezieht Ochs II. 206 dieses Verzeichniss auf die Rüstungen, welche im Juli 1365 gegen die Schaaren Arnolds von Ccrrole gemacht wurden.

5} Ottmann Schaler war Bürgermeister vom Juni 1365 bis Juni 1366, und wiederum im Amtsjahr 1367/8.

6) Mit Freiburg i. B. hatte Basel am 24. März 1356 einen Bund ge- schlossen, der 1360 und 1385 je auf 5 Jahre war verlängert worden, s. im Staats-Archiv, Stadt Urk. 1360 Juni 3, und 1365 Nov. 24.

7) Breisach war dem Bunde von 1365 beigetreten; s. Städt Urk. 1365 Nov. 29.

8) Ueber den Krieg der Stadt F'reiburg mit Graf F,gon VII., zu dem auch der nachfolgende Zug von 1367 gehört, vgl. unten den Basler Anonymus bei Appenwiler, z. J. 1367.

9) Die Namen sind abgedr. bei Bruckner, Merkwürdigkeiten der Land- schaft Basel, VI, 653 ff.

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1362—1374.

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gemant hattent gen Endingen *; uff grave Egen von Friburg und sin helffere. (folgen 85 Namen bis Bl. 126)*).

[126b] Anno domini 1372 feria quinta proxima ante festumun^ penthecostes , sub domino Ottmanno Scalarii milite magistro »civium, da verdientent die, so hie nacbgeschriben staut, ir burgrecht vor Ystein3). (folgen 155 Namen bis Bl. 127b).

[128] Anno domini 1373 , sub domino Hannemanno deis'J Ramstein1) milite magistro civium, verdiendent dis, so hie nach- geschriben stant, ir burgrecht, do man für Herlisheim gezogt io und gevaren wolt sin5). (folgen 37 Namen).

[I28k] Anno domini 1374, sub domino Hartmanno Roten ist« magistro civium 8), verdiendent dis, so hie nachgescbriben stant, ir burgrecht, als man für Krunnen gezoget vraz und das ge- vvan 7j . (folgen 87 Namen bis Bl. 129).

11. D«r übrige Ruuto auf Blatt 129 ist au.-gefüllt durch eine spatere Aufzeichnung;

s. nnten i. J. 1391.

1) Endingen, 4 St. nördlich von Freiburg. Ueber die Unordnungen, welche zu Basel diesem Zuge vorauggiengen, g. die Verbannungsurtheile im Lb. I, 31b ff. Ueber die Niederlage vom 18. Oct , womit er endigte, s. Ano- nymus bei Appenwiler a. a. O.

2) Die Namen abgedr. bei Bruckner VI, 657 ff.

3 ) Istein, am Rhein, 3 St unterhalb Basel, gehörte zu den Besitzungen des Bischofs. Die Ursache dieses Zuges war ein verräthcrischcr Uebcrfall, durch welchen die Burg in Feindeshand gefallen war, s. Städt. Urk. 1373 März 12, abgedr. bei Trouillat IV, S.315, sowie auch Sachs, Gesch.der Mark- grafen von Baden I, 505. Die Zeit und die Urheber dieses Ueberfallg werden jedoch nirgends genannt. Hingegen besaas nachher Basel das Schloss einige Jahre pfandweise vom Bischof und hielt es besetzt; s. Städt. Urk. 1373 Juli 28 und 1374 Dec. 12, sowie auch die Rechnungsbücher, bei Ochs II, 225.

4) Ueber ihn s. Heusler 273. Wie alle Ramsteiner, welche zu Basel im Rathe sasgen, so gehörte auch er nicht zum freiherrlichen, sondern zum mini- sterialen Zweige dieses Geschlechts.

5) Herlisheim bei Colmar. Ueber diesen Zug s. unten bei Appenwiler, Beilage II , die Annales Pairisienses , ferner Königshofen, Ausg. von Hegel in den Chroniken der deutschen Städte IX, 801. Die Einnahme dieses Schlosses erfolgte durch die Elsässischen Reichsstädte schon am 8. Januar 1373, noch ehe die Basler dort eintreffen konnten.

6, Er wurde im Juni 1374 gewählt. Ueber ihn s. Beiträge zur vaterländ. Geschichte XI, 331, auch Heusler 273 und 277.

7) Der erste Entwurf zu diesem Verzeichniss ist dem Lb. I jetzt als Bl. 154 beigebunden und hat nicht »Brunnen», sondern »Burnen die vesti». Letzteres ist der deutscheName fÜrBure, 1 St. westl. von Pruntrut; s. Trouillat, Monuments de l’ancien evächf de BAle, III. S. 140. Wurstigen, Basler Chron.,

S. 186 der Ausg. von 1580, erwähnt statt dieBCS Burnen oder Brunnen die Zer- störung von Pruntrut. Jedenfalls aber gehört sowohl dieser als der nachfol- gende Zug von 1374 zu der Fehde, welche die Stadt Basel in diesem Jahre mit Bischof Johann von Vienne zu führen hatte; über diese s. Wurstigen a. a. O.,

2*

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Rathsbücher.

137« [129k] Anno domini 1374, sub doniino Hartmanno Roten

magistro civium, wurdent und verdientent dise nachgeschriben lute bürgere vor Hasemburg '), als man dafür gezogen was, und das stettli da verbrennt wart. (folgen 63 Namen).

137» [1^0] Anno domini 137S, sub domino Johanni Püliant &

,u'" 22 milite magistro civium2), feria tercia proxima ante festum sancti Johannis Baptiste wurdent bürgere gemacht und ver- dientent es dise nachgeschriben personen, als man für die vesti Wildenstein3) gezogen wolt sin. und aber ufgeben wart, do man gen Muttentz 4) kam. (folgen 189 Namen bis u> Bl. 13tb) *).

I Wyenhart) [Lb. I 129] Anno domini 1391, sub domino Heinrico

13111 Richen milite 6) magistro civium, verdiendent dise, so hie nach- geschriben stant, ir burgrecht, als si ze lantwere gen Telsperg geschiket würden7). ( folgen 26 Namen). is

i:t»2 [Lb. II 153] Anno domini 1392, sub domino Heinrico Richen milite magistro civium, da verdieneten dise nachge- schriben personen ir burgrecht, als si von bette wegen unsers herren von Straszburg s) ze schütze gen Rinowe die stat ze

ferner Ochs II, 225 ff. und Heusler, Verfossungsgeschichte der Stadt Basel,

S. 272 fl.

li Hasenburg, französ. Agucl, 3 St. öatl. von Pruntrut. Hans Ulrich von Hasenburg, der später bei Sempach fiel, erscheint unter den Ersten im Verzeichniss der Edcllcute, welche 1374 als Helfer Bischof Johanns der Stadt Basel absagten , s. Lb. I, 70.

2) Joh. von Eptingen, gen. Fuliant.

3) Diese Burg, 1 St. südlich von Liestal, gehörte damals noch einem Zweige des Geschlechts von Eptingen, der sich »von Wilden stein* nannte; s. hierüber K. Vischer-Mcrian, H. Scevogcl und sein Geschlecht, S. 24 ff. Es ist ungewiss, ob dieser Zug mit der Fehde Zusammenhang, welche Basel neuerdings mit Bischof Johann hatte, und die bis zum 15. April 1379 währte Uebcr diese Fehde s. St&dt. Urk. 1379 Febr. 2ti und April 15, ferner Ochs II, 25U und Trouillat IV, 75ti.

4) Ueber St. Jakob und Muttenz führte die Strasse nach Liestal.

5) Die Namen abgedr. bei Bruckner XV, 1771 ff.

6) Sein Amtsjahr lief im Juni 1391 ab. Er starb 1403; s. sein Grabmal im Münster, im südlichen Querschiff.

7) Del£inont oder Delsbcrg, im Birsthal, 7 St. von Basel, war seit 1389 durch Bischof Imer von Ramstein der Stadt Basel verpfändet; s. Trouillat IV, 523. Ueber die Sachlage im Frühjahr 1391 s. Heusler 341.

8) Friedrich von Blankenheim, Bischof von Strassburg, war 1391 1393 zugleich Verweser des Bisthums Basel für den resignierenden Imer von Ram- stein. Ueber seine Fehde mit der Stadt Strassburg s. Königshofen, in Chron. d. d. Städte IX, «80 ff.

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1374—1394.

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behütende geschikt wurdent *). als det unser herre der künig2). der selbe unser herre von Straszburg, der von Wirtenberg s) und der marggrafe von Nidern Baden 4) ec. für die von Strasz- burg gezogen warent und uff die kriegetent ec. 5; . (folgen 5 11 Namen).

[Rb. 304] Muttentz. |K.Kiiwut|

Anno domini 1393, sub domino Johanne Püliando de Ep- >3®3

... . . . ... , ' Not. 16

tingen rnilite magistro civiuin, dommica proxima post festuin beati Martini, da zoch man usz gegen den von Krenkingen •) io und irem harste, die gen Muttentz ingcfallen wolten sin, da- selbs gewüstet und angrificn han, daz phant waz Hentnan Murnhartz unsers burgers 7), als man für war geseit hatte, daz si mit driuhundert pherden uf dem velde und harab gezogen werent. da verdieneten dise, so hie nachgeschriben stant, ir is burgrecht, und wart in verlühen. (folgen 573 Namen bis S. 310).

[327J Hii sunt facti cives in Rinowe8). ( folgen 15 Namen ) .

[3 1 0] Item Michel von Hagnowe der snyder hat burgrecht 20 verdienet gen Rinowe, als er da vier wüchen in sinem kosten lag ze lantwere bi den andern unsern schützen, die umb sold da lagent in der zit, da unser herre von Oesterrich helffer waz“)

1) Rheinau, am Rhein, halbwegs zwischen Breisach und Strassburg, ge- hörte dem Bischof von Strassburg; s. Schöpflin, Alsatia illustrata, Ausg. von Ravenez, IV, S. 358.

2) Wenzel hatte über Strassburg schon 1390 die Reichsacht verhängt ; s. Königsh. a. a. O. 682.

3) Graf Eberhard der Milde.

4) Markgraf Bernhard von Baden.

5) Die Fehde begann im Sept. 1392 und währte bis zum 2. Febr. 1393; s. Königshofen a. a. O.

6; lieber die Fehde der Brüder Heinrich und Diethelm von Krenkingen gegen Basel s. den Schiedspruch in Städt. Urk. 1394 Oct. 2 und 1395 Jan. 2.

7) Dieses Rathsglied war Pfandherr von Muttcnz seit 1389; s. Boos, Urkundenbuch der Landschaft Basel, S. 497. Ueber die früheren Namen des Achtbürgergeschlechtes Murnhart s. Heusler 140, Anm. 1.

8) Ueber diesen zweiten Zuzug nach Rheinau, welcher von demjenigen von 1392 zu unterscheiden ist, gibt einzig die nachfolgende Bürgeraufnahmc vom 17. Juni 1394 Aufschluss.

9; Mit Leopold IV., dem Sohne Leopolds HI., hatte Basel erst am 15. Nov. 1393 ein Bündniss auf 10 Jahre geschlossen; s. Stadt. Urk. 1393 Nov. 15, im Auszug bei Ochs II, 332. Dieser zweite Zuzug nach Rheinau er- folgte somit zwischen Nov. 1393 und Juni 1394.

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22

Rathsbüchcr.

1391 Juni 17

|J. Erhard 1

1396 Oct. 31

1403

wider den Dient ') und sin helffere die von Straszburg. juravit quarta ante corporis Christi anno ec. 91.

[Rb. 329] Gcmer.

Anno ec. 96, vigilia omnium sanctorum, sub domino Ar- noldo de Berenfeils magistro civium 5) , da verdieneten dise s nachgeschriben personen ir burgrecht in irem costen, als ge- wonlich und haTkommcn ist, vor Gemer1), hem Brunen von Ropoltzstein schlosz, von manunge wegen bede unsers herren hertzog Lüpoltz von Oesterrich und der von Straszburg1), zu den wir dazümol verbunden waren, und hatten 30 spiesse5) io vor dem egen unten schlosse bi den von Straszburg6) ligende. aber disz nachgeschriben und ander unser f&sfolk erwunden, daz si nüt vollzugent, zwüschent Brisach und BiWesshein 7), als in da geseit wart und widerbotten, die sach were gerichtet. (f°^9en 54 Namen). 15

[313] Gern er.

Anno millesimo quadringentesimo tercio, under her Arnold von Berenvels ritter burgermeister, wurdent dis nachgeschri- ben personen burger, als man für Gemer zöche*) wider den

16: Die Ueberethrift von J. von Bingens (Und.

1) Wilhelm von Ilicst, der nach der im Juli 1393 erfolgten Flucht Friedrichs von Blankenheim sich um das Bisthum Strassburg bewarb, hatte die Stadt auf seiner Seite und bekämpfte den Oegenbischof Burkhard von T.ützelstein, für welchen Oestreich Partei nahm. S. Königshofen S. 696, sammt der Fortsetzung S. 1062.

2) Ein Sohn des 1384 verbannten und 1386 bei Sempach gefallenen Alt- bürgermeisters Lütold v. B. ; s. Boos, Urkundenb., S. 483. Er starb 1414; 9. Jahrrechnung von 1414, S. 174.

3) Gemar. 2 St. nördl. von Colmar. Leber diesen Zug s. Königshofen S. 665 und 789.

4) Mit Strassburg hatte Basel im Juni d. J. ein Bündniss auf 3 Jahre ge- schlossen, welches später mehrmals erneuert wurde; s. Städt. Urk. 1396 Juni 12. lieber den Bund mit Oestreich s. oben S. 21 Anm. 9.

5) Diese Zahl entsprach dem Vertrage vom 12. Juni. Da zu jedem Spiess in der Hegel 5 Reisige und 15 F'ussknechtc gehörten, so mochte dieser Zuzug 600 Mann zählen. Vgl. hierüber unten z. J. 1424 den Bericht über den Zug gegen Mühlburg, S- 29.

6} Strassburg war schon am 13. Oct. ausgezogen; s. die Strassburger Fortsetzung zu Königshofen, in Mone's Quellensammlung zur Gesch. des Badischen Landes. UI, 511.

7) Bieshcim, am linken Rheinufer, unterhalb Breisach.

8) Ueber diesen Zug, auf welchem Gemar am 6. April eingenommen wurde, s. die Röteier Fortsetzung zu Königshofen, in der Basler Hs. E I I, Bl. 173, und eine Notiz bei Adelberg Meyer, B1.31b, im Cod. DII 1 des Basler

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1394— 1406.

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marggraffen von Nidern Baden '). (folgen 145 Namen bis

S. 3/5).

[Rb. 289] Anno ec. quad ringentesimo sexto. iBiwarti Pfeffingen.

5 Anno prescripto, sexta ante Martini'2), sub domino Arnoldo mos de Berenfeils iniliti et magistro civium , do verdienetent dise NoT' s nachgeschribenen personen ir burgrecht vor Pheffingen 3), als man uff graff Bernharten und graff Haussen von Tierstein ge- b rüdere 4) gezogen was, umb das si in dem kriege, den si io hattent mit unser frouwen die hertzogin von Oesterrich sj , land und lüte umb uns gelegen sehedigetent, in dem si zwene knehte in unser banmile viengent, die der hertzogin worent, und uns damitte kouffe und merkt uidergeleit hattent. welle aber usser den drin amptern Liestal, Waldenburg, Homberg hie nachge- 1* schriben stand ,!), den ist daz burgrecht mit verluhen. ( fol- gen 564 Namen bis S. 291).

3. In H». folgen »af »iexto« xunächst 2 Bürgemufnahmen durch Kauf.

Kirchenarchivs. Was Wurstiscn 204 und Ocha III, 21 von diesem Zuge berichten, beruht nun Theil auf Verwechslung mit der Eroberung Gemars vom II- Nov. 1400, bei welcher Basel jedoch nicht betbeiligt war. lieber letitere s. Königshofen 789.

1’ Markgraf Bernhard von Baden hatte kurz vorher von Schmassmann von Rappoltstein, dem Sohne Brunos, einen Antheil an Gemar erworben.

2) Auf diesen Tag geschah der Auszug, aber schon folgenden Tags die Heimkehr, nachdem ein Vertrag war geschlossen worden; s. die Röteier Fortsetzung, Bl. 174, und Stadt. Urk. 1406 Nov. 6.

3) lieber das Schloss Pfeffingen, 2 St. südlich von Basel, s. Basler Jahr- buch für 1682, S. 40 ff.

4) Von ihrem Vater Walraff dem jüngeren, der 1386 bei Sempach fiel, hatten Bernhard und Hans die Stammburg Tierstein geerbt. Pfeffingen aber besassen sie seit 1403, d. h. seit dem Tode Walraffs des älteren, mit welchem die alte Pfeffinger- Linie des Hauses Tierstein erlosch; s. B. Jahrbuch 1682, S. 42.

5) Katharina, die Tochter Philipps des Kühnen von Burgund, hatte 1393 bei ihrer Vermählung mit Leopold IV. vonOestreich als Leibgeding den Sund- gau erhalten. Ihr Gemahl lebte seit Juni 1406 in Oestreich, wo er als Vor- mund seines Vetters Albrecht, des späteren Königs, regierte und am 8. Juni 1411 starb. lieber die Ursache der Fehde zwischen Tierstein und Oestreich s. Röteier Fortsetzung a. a. O.

6) Diese 3 Aemtcr hatte Basel 1400 von Bischof Humbert von Neuen- burg gekauft ; s. Boos, Urkundenb., S. 589 ff. Unter den bei diesem Zuge aufgenommenen Bürgern finden sich, soweit ihre Herkunft bemerkt ist, nur 10 aus diesen Acmtcrn.

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24

Rathsbücher.

IKiiwart] [Rb. 74] Von des nüwen kleinen ingesigels

wegen.

Ks ist ze wissend, das in dem jare da man zaltte von Crists gebürte viertzehenhundert und acbt, an dem sams- uos tag vor aller heiligen tag, under hem Arnolt von Heren feils 5 ritter burgermeister, der raten ze Hasel klein ingesigel 1 ) , das ein stattschriber von der stette wegen by im treit5} und man nempt sigillum secretum, nüwe gemailt und uszbereit, und das alte zerschlagen und gesmeltzet wart in gegenwürtikeit Götz- man Roten des achtburgers 3), Johans Ziegelers des Wechslers 4) 10 und Conratz von Konszhein des stattschribers5), die als botten von den ritten dazu geordnet worent.

|ünbrt»nnt| [Rb. 269] Ystein.

Hu» Anno domini 1409, ipsa die beati Martini episcopi hye- Not' 11 malis6), wtirdeut beide vestinen Istein, die under und die ts obere, gewunnenJ), und dise naehgeschribenen personen vor den selben vestinen burger gemacht. { folgen 385 Namen bis S. 276) s).

ist«inegker| [Rb. 343] F u r s t e n s t e i n , Nuwenstein,

Klawenstein. »

HU Anno ec. 1412®], feria quarta post nativitatis Christi, un- c' der hem Arnolt von Berenfeils ritter burgermeister , Henman

7. »von der stette wegen» Ist von späterer Hand, auf ausradierter Stelle. 13. 19. Oie Ueberschrift von J. von Bingens Hand.

1) Ueber dieses Sekretsiegel s. Hetisler 507, wo als No. 3 und 4 auch Abbildungen des alten und des neuen Siegels gegeben sind.

2; Berlinger, der um 1545 diese Notiz abschricb, ändert diese Stelle in:

das ein burgermeister yctz by im trciK S. seine Zusätze am Rande der ge- druckten Chronik Etterlins, auf Bl. 61 des Cod. A XIV 14 der Basler Univer- sitätsbibliothek.

3) Der spätere Oberstzunftmeistor ; Ober ihn s. Beiträge XI, 332 und 342.

4) Er war Rathsherr der Hausgenossenzunft ; s. die Rathsbesatzungen bei Schönberg, Finanzverhältnisse S. 774.

5) Konrad Kilwart von Kiensheim ; s. unten Beilage II über die Stadt- schreiber.

6) Hycmalis heisst hier der 1 1. Nov. zum Unterschied von der Translatio S. Martini am 4. Juli.

7) Vom obem Schlosse, auf dem Felsen oder Klotz, sind die Trümmer noch vorhanden. Das untere Schloss aber lag vermuthlich am Fuss des Fel- sens, d h. hart am Rheine, wo jetzt die Strasse vorbeiführt. Das jetzige Schloss, nebeu dem Dorfe Istein, stammt erst aus späterer Zeit. Ueber die Einnahme beider Schlösser s. Näheres im Anonymus bei Appenwiler, z.J. 1409.

6) Die Namen abgedr. bei Bruckner, VI, 662 ff.

9] Als Jahresanfang galt Weihnachten.

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1408- 1415.

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Büchpart ammanmcister ') zugcnt wir usz für Blawenstein5), von manunge wegen der hochgebornen fürstiu frawe Katherinen von Burgunden hertzogin ze Oesterrich, zu der wir verbunden warent3), und dazü des selben tages ungebetten und ungemant s für die zwo vestinen Furstenstein4) und Nuwenstein5), wand ir lütc usz den selben zweyen vestinen von iren vigenden ouch geschedigct worent worden, und liattent uns in drie hüffen geteilt, mit den die vorgenant drie vestin belägeu und in syben uiz tagen alle drie gewuunen6), verbrennet und darnoch geslissen io wurdent 7). und wart gericbt mit dem swert von den, die in den zweyen vestinen Furstenstein und Nuwenstein begriffen wurdent8). uff Blawenstein ward niemand begriffen, wand sy nachtes flüchtlich darvon kament. in den selben zogen sint burger worden die, so hie nochgescliriben stand. (folgen is 454 Namen bis S. 350).

[Rb. 352] Seckingen, Thann und Ensishein. |j.v.Bing«oi

Anno ec. quadringentesimo quinto deciino, vigilia ascen- DJ* sionis domini, sind dis nacbgescbriben, von anrüffung und ma- nung wegen ünsers allergnAdigosten berren des Römscbcn 2o künigs , so er uns geton bat wider hertzog Friderichen von Oesterrich, umb sach die heilige Cristanheit antreffend 9), vor

15. 8. 351 leer.

1) Ueber dag zweite Ammcisterthum, von 1410—1417, g. Heugier 279 und 285 ff.

2) Blauenstein, auf der Nordgeite des Jura-Blauen, zwischen Metzerlen und Mariagtein, war von Hang von Blauenstein, dem letzten geines Stam- mes, an deggen Neffen Rudolf von Neuenstein gefallen, und zwar erst nach 1400; g. Trouillat IV, S. 867.

3) Katharina, verwittwet seit Juni 1411, hatte am 17. Dec. d. J. mit Basel ein BOndnigg auf 3 Jahre geschlossen ; g. Stadt. Urk 1411 Dec. 17, im Auszug bei Ochs III, 88 ff. lieber ihre Fehde mit Rudolf von Neuengtein und Heinrich ze Rin, gegen welche dieser Zug unternommen wurde, g. Röteier Fortsetzung, Bl. 105b.

4) Fürstenstein, oberhalb Ettingen, liegt 1 St. östlich von Blauengtein.

Heber dieses Schloss s. Röteier Forts a. a. O.

5) Diese Stammburg Rudolfs von Neuengtein lag 1 St. südlich von Laufen. Dag Geschlecht, das sich nach ihr nannte, stammte aus Basel und hiess bis zu Anfang des 14. Jahrhunderts »zem Kornmarkt»; s. Matthias von Neuenburg, Ausg. von Studer, S. 8.

6) Bis zum 5. Januar 1412; g. Röteier Forts. Die Basler hatten 18 Verwundete: s. die Rechnungsbücher, bei Ochs III, 94.

7) Der Abbruch geschah erst im Februar ; s. Röteier Forts.

8) Ueber diese Hinrichtung s. ebend.

9) Ueber Herzog Friedrichs Aechtung durch König Sigismund s. Ano- nymus bei Appenwiler, ferner Röteier Fortsetzung, Bl. 177b ff. Ueber des

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26

Rathsbücher.

Seckingen '), vor Tann uud vor Ensishein 2), dahin wir gezogen woren, burger worden und ir burgrecht vor den selben drin alossen in irem eigenen kosten und harnesch verdienet3). (folgen 163 Namen bis S. 355).

[j i Bing«n][Rufb. I 56] Hienach ist geschriben, wer unsrer statd s

früntschaft getan hat.

Thelsperg :

1117 Anno ec. 1417 secunda post Uodalrici episcopi verbrant unser ober statd4) von Manheits badstub5) üfhin gen Eschemer- thor6), und des umbehin an daz müuster, und des durchusz- io hin die vorstat sant Alban und das closter sant Alban gerwe, u8zgenommen allein die kilch sant Alban •) und wol vier huser in der vorstat, die nit schindelnzschopfe hettent und mit ziegein getecket worent8). und waz der summe der huser bi 250 hof- stette. darumbe schicketent die von Thelsperg 9) ir botschaft is

Königs Mahnungen an Basel, deren letzte am 22. April erfolgte, s. Ochs m, 107 ff.

1) lieber diesen erfolglosen Zug s. Röteier Forts., Bl. 1 78.

2) Tann und Engisheim, beide 3 bis 4 St. nördl. und westl. von Mül- hausen, wurden durch das Reichsheer eingenommen, welches von Pfalzgraf Ludwig III. geführt wurde, und zu welchem auch ein Zuzug von Basel erfolgte ; s. die Deutsche Colmarer Chronik, Ausg. von A. Bemoulli, S. 19. In Tann blieb eine Besatzung von Baslern, unter Hug zer Sunnen ; s. die Rechnungsb. bei Ochs in, 112.

3) Diese Schlussworte entsprechen den Bestimmungen, welche die neue, in diesem Jahr erlassene Ordnung für die Erlangung des Bürgerrechts auf- stelltc. Siehe diese Ordnung von 1415 (ohne Tagesdatum} im Kl. Weissb. 72, auch bei Ochs III, 106.

4) »Obere Stadt« heissen hier die östlichen Stadttheile im Gegensatz zu den westlichen, weil die Hauptverkehrsader, die Freie Strasse, von West nach Osten steigt Ueber diesen Brand vgl. das nachfolgende Fragment aus dem Liber Div. Rerum', ferner Röteier Forts. Bl 176b und Justingers Berner- chronik. Ausg. von Studer, 8. 284.

5) Vgl. unten aus I.ib. Div. Rerum : zer Thannen ob Manheitz batatuben.

Das Haus zur Tanne, in dessen Erdgeschoss sich diese Badstube befand, war vcrmuthlich das jetzige No. 6 am Barfüsserplatz (früher No. 1095), welches noch im Adressbuch von 1834 als »Baderbehausung» erscheint.

6) Das innere Aeschenthor, zwischen Steinenberg und St AlbangTaben.

Die Aeschcnvorstadt hatte schon 1414 ein grosser Brand verheert; s. Niklaus Gerungs Fortsetzung zu Martinus Minorita. Bl. 104, in der Basler Hs. DIV, 10.

7| Auch der Kreuzgang, um 1100 erbaut, steht theilweise noch jetzt.

8} Erst nach diesem Brande wurden Ziegeldächer nach und nach allge- mein. Die »Schöpfe«, d. h. weit vorstehende Dächer, waren schon vorher ver- boten worden, jedoch umsonst ; s. Rufbnch I, Bl. 6.

9) Diese Stadt war 1397 selber von einem Brande verheert worden und

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1417—1421.

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zft uns und clagtent uns umbe unsern schaden getruwelich ') und gabent uns einen wald, den si wol hundert jar erzogen hattent, gelegen bi Sogern1), und rumptent uns dazu einen weg und erzeugtem uns grosse fruntschaft, der wir billich an- /. gedenckig sin s611ent.

[Rufb. I 93] Hienach geschriben ist, wer der st a t d ij.T.mnsoi i unfrünt8chaft getan und ertzöuget hat.

Brisach :

Anno ec. 1 7 hant die von Brisach Henman zem Nowen 1417 io dem crCmer unserm burger 30 gl. wert spetzerie genommen, umbe daz er ein dein gewichte solte haben, darumbe wir inen ettwie dick geschriben und sv gebetten hant im zu ke- rende. daz sy aber nit tün noch uns eren wöltent.

[Div. Rer. lb] Anno ec. 1417 üf mentag nach TJodalrici [J.r.Bingim] « episcopi, umbe vier stunden nach mittemtage, gieng für usz}*!]s zer Thannen3) ob Manheitz batstuben. und verbran die gasse oben uszhin zerHinden4] und Schaltenbrantz hus5), die strasz abehar untz der Moler Stuben *) , hindenusz untz an des custers hof7), und uf der ander siten*) ....

2o [Div. Rer. 1 28b] Hussen. u.».Bing«n|

Item notandum, daz wir des ersten anno ec. 1421 Laurencii ttn

A«g. 10

batte seit 1407 mit Basel ein ewiges Burgrecht; s. Wurstioen 13 und Trouillat

V, 725.

1) Weitere Beileidsbezeugungen s. in der Beilage VI.

2) Soyfcres, an der Birs, 1 St. von Delsberg.

3j Ueber dieses Haus s. oben S. 26 Anm. 5.

4) D. h. das Feuer verbreitete sich, vom BarfÜsserplatz ausgehend, durch die Streitgaase hinan bis zur Freien Strasse, wo das Eckhaus rechts, jetzt No. 66, einst dem Geschlechte »zer Chinden« gehört hatte ; s Fechters Top. 36. Dieser Name blieb zwar dem Hause, wurde jedoch im Laufe der Zeit entstellt in »zer Hinden« oder »zer Hindin«, woraus später sogar »zur Hündin« wurde.

5) Dieses Geschlecht, welches dem Hause No. 81 an der Freien Strasse den Namen gab, erlosch 1462 mit dem Kaplan Hans Schaltenbrand; s. Wurstisen 237 und Trouillat V, 828.

6j Die Freie Strasse hinab bis zum Zunfthause der Maler »zum Him- mel«, jetzt No. 33.

7) Die Wohnung des Domcustos lag jedenfalls am Münsterplatze; doch vermag ich das Haus nicht nachzuweisen.

8) Auf diesen unvollendeten Satz folgt im Lib. Div. Rerum ein Verzcich- niss der Herren und Städte, welche durch Gesandtschaften oder Briefe ihr Beileid bezeugten, und das wir als Beilage VI folgen lassen.

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28

Itathsbücher.

10 spiesz an die Hussen schicketent '). da waz her Burchart zc Rine2) höptman. und hat der houptman fünf pherd, gab man im zwivaltigen solt, als für 2 spiesz, und hat dazu 9 ander spies. warent zehen gleven zcsammen, und gab man für 1 1 gleven solt, yegklichem zem tage l ’/j gl. für solt und abegang b und habe; denn allein versprach man dem houptman für sin Endo Oct. habe, worent usz 81 tag. gebürt iegklichcm 12l‘/j gl. die 81 tage, tett zesammen 1336'/j gl.; und hat der andern spiessen einer 4 pherde, waz zesamen 41 phert3).

I j.v.Bingoni [Div. Rer. 32] Die reise in des marggraven land io

von Baden4).

Es ist zc wissende : als der durchlüchtige hochgeborn fürste hertzog Ludewig von Pevern der phaltzgrave by Rine 5) ec., die von Strazburg, die richsstette in Eilsasz obwendig Strazburg gelegen, dazu die drie stette in Briszgow, Friburg, is Brisach und Endingen6), und ouch wir in eynunge mit ein- ander worent7), und der selbe hertzog Ludewig mit dem hoch- gebornen herren dem marggraven von Baden8) ze kriege kam9),

1 ) Ueber diesen Zug s. Anonymus bei Appenwiler, auch Röteier Forts. Bl. 1821*; ferner Albert Burckhardt. im B. Jahrbuch 1884, S. 260 ff.

2) F.r starb 1432 als Bürgermeister; s. Jahrrechnungsb. III, 61.

3) Zum Feldzuge von 1422 leistete Basel nur einen Geldbeitrag; s. Ochs a. a. O. und Hcusler 314. Ueber den Zug von 1431 s. unten.

4) Das Rothbuch gibt 8. 279 und 284, bei Anlass der Bürgeraufnahmen auf den Zögen nach Mühlburg und Hirsingen, aus diesem Berichte zwei Aus- züge, von welchen nur der zweite einige wenige Ergänzungen bietet, und diese geben wir in unserem Text in Klammern. Diese zwei Auszüge im Rb. sind von der Hand des Stadtschreibers Steinegkcr.

5) Ludwig III. der Bärtige, Sohn König Ruprechts, war seit 1408 Reichsvogt im EDass; s. Schöpflin - Ravenez V, 562. Den Herzogstitel führte er wie alle Glieder des bairischen Fürstenhauses.

6) Diese sonst östreichischen Städte im Breisgau waren seit 1415 reichs- frei, d. h. seit der Aechtung Herzog Friedrichs, und kamen erst 1426 wieder an Oestreich; s. Lichnowskv, Gesell, d. Hauses Habsburg V, Reg. No. 2393/95.

7) Dem Bündnisse Basels mit Strassburg, das seit 1396 je und je war verlängert worden, hatten sich am 3. Oct. 1422 die oben erwähnten Städte im Eisass und Breisgau auf 5 Jahre angeschlossen; diesem Bunde war 1423 Pfalz- graf Ludwig beigetreten, und am 6. April 1424 auch Katharina von Oestreich. S. Stadt. Urk. 1422 Oct. 3, 1423 Juli 30 und 1424 April 6, im Auszug bei Ochs III, 137 ff.

8) Markgraf Bernhard; s. oben S. 21, Anm. 4.

9) Ueber die Ursachen dieses Krieges vgl. Röteier Forts. Bl. 106b,

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1424.

29

von sach wegen daz hertzog Ludewig meinde, der marggrave von Baden hette erber lüte üf des frien Rins ström und lin- phat nidergeworffen, daz ire genommen, sy gestöcket und ge- schetzet timbe grosz güt, über daz er daz nit tun sölte, und 5 sich solichs mit dem selben herren liertzog Ludewigen und dem bischof von Spir *) nit ze tünde verschriben hatte, ob sin vigende joch den Rin bruchtent. darumbe die obgenanten stette von hertzog Ludewigeu gemant würdent, und ein anslag beschach, wie im die stette hilfflich sin sfilten5). io Und also widerseiten hertzog Ludewig und die stette dem mi marggraven, üf dornstag vor dem heiligen phingstage3) anno s domini 1424, und überzügent den marggraven. und zugent wir usz, üf den phingstobent4) des selben jares, mit fünftzig j , m gleven, da iegklich gleve fünf pherde hat, und achtehalphun- ts dert gesellen ze füs ; den wir allen sold gabent5), mit nammen yedem spiesz üf drü pherde einen güldin, und üf die übrigen nach dem antzal, und yedem füszknecht 4 s., und der ein armbrost trüg, 4 phennig me. und wer under den füsgauden burgrecht verdienen wolte, dem gab man 14 tage dheinen sold; io damitte verdieude er sin burgrecht, und darnach gab man im sinen sold als andern, und zugent des ersten in daz Briszgow zu den obgenanten drin stetten und brantent Eymottingen °), (Juni m da der marggraff ein statd machen wolte7), und nament

ferner die Strassburger Arehivchronik im Code liistorique de Strasbourg II, 14S, auch Schreiber, Urkundenb. d. Stadt Freiburg i. B., II, S. 314 ff. Ueber die ganze Fehde s. Schreiber, Gesell, d. Stadt Freiburg III, 81 ff.

1) Itaban von Helmstadt, Bischof seit 1396, wurde 1430 Erzbischof von Trier.

2) S. Schreiber, Urkundenb. II, S. 328—331.

3) S. die Absagbriefe Strassburgs und des Pfalzgrafen in Schreibers Urk. II, S. 331-332.

4) Das Datum »phingsttag», wie die Abschrift im Rb. 279 hat, ist jeden- falls ungenau ; s. Schreibers Urk. II, S. 329.

5) S. hierüber die Verzeichnisse im St. A., im Sammelband St. 91 (11), S. 14—82 und 145 —192. Die Namen der Reisigen bei Wurstigen 243 stim- men nicht völlig mit diesen Listen.

6) Emmendingen, 2 St. nördlich von Freiburg, gehörte zur Herrschaft Hochberg, welche Markgraf Bernhard 1415 gekauft hatte; s. Röteier Forts. Bl. 106. Für die angreifenden Städte war dieser Ort die nächstgelegene Be- sitzung des Markgrafen , und deshalb hatten die Verbündeten schon zum Voraus für den Pfingstmontag (12. Juni) die Zerstörung von Emmendingen und seiner noch im Bau begriffenen Mauern in Aussicht genommen ; s. Schrei- ber, Urkundenb. II, S. 330.

7) Schon 1418 hatte er von König Sigismund für Emmendingen das MarktTceht erlangt ; s. Sachs, Gesch. von Baden II, S. 255.

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30

Rathsbücher.

Uiringen ') und ander dorffer in eid, und äugen t des abehin fürsich in des marggrafen land2). und siügent sich des für (Juni j«) Mülenberg ä) und gewünent das in solicher mosse 4), daz der bischof von Köln, der bischof von Wirtzburg und» der von (Juli 3) Hohenloch 5) ein richtunge traffent6) : daz der jung marggraff s von Baden 7) manne wart des obgenanten herren hertzog Lude- wigs und empfing Graben s) daz slosz von im ze lehen. und gab man Reinharten von Remchingen8), der daz selb slosz Graben in dem selben getrüsch, und ee der krieg üfgieng, mit andern understund und daz ouch gewunnen hat, 4000 l# güldin dafür, das er von sinen Sachen stünt. und wenn daz were, daz der jung marggraff hertzog Ludewigs manne nit me sin wölte, so sölte er im fünftzehenthusent güldin geben, und möchte der manschaft damitte lidig sin. doch meint man, der marggraff nu’ia hertzog Ludewigen fürer tün. davon [32b] mochte it aber unser botschaft, so daby worent, nit ze wissende werden.

Also sint die stette im Briszgow gerichtet l0), daz inen die vier dörffer Hochstatt, Lüsselnhein, Achtkarn und Rümsingen 1 ')

13. Ha. : funftrehentusent corrig. »u« : »ib^ntiehenthusent.

1) Ihringen bei Breiaach, nebat -I andern Dörfern am Fuss des Kaiser Stuhls ; a. Schreiber, Urkundenb. II, S. 346.

2) D. h. ana der Herrschaft Höchberg zogen die Basler mit den breia- gauiachen Städten rheinabwärts, Ober neutrales Gebiet, in die Markgrafschaft Baden, wo sie am 20. Juni bei Neuburgweier (zwischen Rastatt und Mahl- burg i mit dem Heere des Pfalzgrafen und der übrigen Verbündeten sich ver- einigten. S. die Briefe der Freiburger Hauptleute, rora 19. und 23. Juni, in Schreibers Urkundenb. II, S. 334 ff.

3) Die Belagerung von Mühlburg : westlich von Karlsruhe; begann am 24. Juni ; s. Schreiber a. a. O., S. 337.

4) Das Schloss wurde keineswegs eingenommen, sondern die Belagerung endigte mit dem Friedensschluss vom 3. Juli ; s. Röteier Forts, a. a. O.

5) Erzbischof Dietrich von Köln, Bischof Johann von Würzburg und Graf Albrecht von Hohenlohe. Die beiden Letzteren kamen im Aufträge König Sigismunds; s. die Briefe der freib. Hauptleute a. a. ()., S. 334.

6) Der Friedensschluss erfolgte am 3. Juli. Mit jedem der verbündeten Gegner des Markgrafen wurde ein besonderer Vertrag abgeschlossen. Ueber denjenigen mit Ludwig von der Pfalz s. Sachs, Gesch. von Baden II, S. 306 und 309.

7) Jakob, Markgraf Bernhards Sohn, geb. 1407, folgte diesem 1431 in der Regierung, s. Sachs, Gesch. von Baden II, 305 ff.

8) Graben, zwischen Bruchsal und Germersheim.

9) Sollte vielleicht heissen : Heinrich von Remchingen. S. den Vergleich des Markgrafen mit den Gebrüdern Hans und Heinrich v. R., vom 4. Sept. 1426, bei Sachs II, 28(1.

10) Den Friedensvertrag des Markgrafen mit den Städten im Breisgau, vom 3. Juli, s. bei Schreiber, Urk. II, S. 340 ff.

11) Hochstetten, Leiselheim, Achkarren und Rimsingen, alle 4 Dörfer

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1424.

31

gekert werden söllent, und sollent die innhaben 6 jure nach der müssen, als man vor in tedinge was. dazü sol der marg- graff den iren keren. wfllte sieh aber yeniand in der kerunge Übergriffen, des sol man kommen zu eim gemeinen mit eim s glichen z&satz , nemlich üf der einen in unser richtung be- griffen. und waz der marggraff inen Zolles abegenommen hat, der ist hin, und sol darumbe nit kerung t&n; aber er sol hynnanthin den zol nit me nemmen. und wenn die selis jare fürkomment, bedunckt denn den marggraffen recht zu den ob- m genanten vier dörffern ze haben, daz mager suchen1), er sol ouch den iren daz dorff Thonsei, den er daz mit gewalt vor- hatte, keren one fürworte.

So sint wir die von Basel mit dem marggraven gerichtet*) üf einen gemeinen mit eim glichen züsatz, nach sage eins u richtungbriefes, den wir hand, darinn die gemeinen genempt sint, der wir einen nemmen mögent. also, hab der marggraff der sach balp widerumbe uns ze sprechen, möge er vor den selben gemeinen ouch tün, als daz der selb richtungbrieff eigentlicher wiset ec.

Strazburg.

n> Und ist ze wissende: als die unsern in des marggraffen land logent, daz sy kost nit als völleclich ein zyt haben moch- tent, als sy denn notdürftig gewesen werent5;, und daz da unser fründ und eydgenossen von Strazburg üf die zyt win und ander kost im velde by inen gnüg hattent4). also rittent 2s unser houptlüte der von Strazburg houptlüten in ire gezelt und botent die, inen und den unsern, so im velde worent, win und kost ze gebende uinbe gelt, umbe ere oder umbe sust, oder solichs ze lihende. denen nützit darinn gelangen mochte, daz worent die unsern; und müstent also ettwaz zites ao mangel haben, und daz me waz : dieselben unser fründe von Strazburg gobent menglichem umbe sin gelt win und brott, der nit von Basel was. aber wer sich von Basel nampte, dem

nahe bei Breisach. Achkarren war Mitte Juni von den Markgr&ftschen ver- brannt worden , s. Schreiber, Urk. II, S. 333.

1) Der nachfolgende Artikel, das Dorf Thunsei (4 St südlich von Frei- burg) betreffend findet sich nicht in der Urkunde bei Schreiber a. a. O.

2) Den Friedensvertrag mit Basel s. Städh Urk. 1424 Juli 3, im Auszug bei Ochs UI, 147.

3) Ueber denselben Mangel bei den Freiburgern s. Schreiber, Urk. II, S. 337.

4) Ueber die reichliche Ausrüstung der Strassburger s. die Archiv- chronik im Code hist. II, 14S, und Schreiber a. a. O., S. 334.

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32

Kathsbücher.

gab man weder umbe ere noch umbe gelt nützit1). und hat- tent ein sunder froge darüf, wer üt wolte, den frogetent ir uszgeber: »wannen bistu'/« nampte er sich denn von Basel, sprach der uszgeber : »ich gib dir nützit.« das den unsern doch swer waz angelegen, als das nit uubillich was, nachdemm wir & und die unsern uns des inen nit versehen hattent; sy het- tent sich anders an solichen Sachen bas versorget, ee sy in daz velt kament ec.

Schalon.

Da nu der krieg in vorgeschobener wise durch die ob- to genanten herren den biscliof von Kfiln, den bischof von Wirtz- burg und den von Hohenloch gerichtet wart, in dem was [her Ludewig] der herre von Schalon2) der printz von Oreng dem selben herren dem marggrafen ze hilff, als er demme meinde büntlich sin [und sich ouch an solich richtunge nit keren 15 wolte], harusz von Welschen landen gezogen für Befort und Tattenriet 3), wol mit achtzehenhundert [33] pherden [als man Seite] , und lag da by den acht tagen 4) . also mante die hoch- geborne fürstinn frow Katherine von Burgundien hertzogin ze Oesterrich ec., der die selben slosse zügehortew, uns die von 20 Basel, nachdem sy ouch in der büntnisse und in unsern teil genommen was5), ir darinn hilflich ze sinde, die Walchen ze Juli s vertribende. also beschribent wir und manntent die von Straz- burg, die richstette in Eilsaz und die stette im Briszgow, zu ziehende 6) . und zügeut wir usz mit gantzer macht uf den 25 Juli 11 obgenanten printzen, üf zinstag vor keyser Heinrichs tag anno

1) Laut "Wurstigen 243 entstand hieraus ein solcher Streit, dass Pfalz- graf Ludwig vermitteln musste.

2 Ludwig von ChAlong-Arlay , Fürst von Orange. Das Fürstcuthum Orange hatte sein Vater Johann (+ 1418) durch Heirath ererbt. Er selbst aber hatte durch seine Heirath mit Johanna, einer Tochter des letzten Grafen von Montbdliard, die Herrschaften Grandson, Orbe und Echallens erworben.

3; Delle, südlich von Beifort, jetzt an der französisch-schweizerischen Grenze, gehörte gleich letzterem zum Gebiete der Herzogin Katharina, war aber damals verpfändet an Itudolf v. Uninstein; s. die llrk. von 1421 bei Boos, Urkundenb. 8. 723. lieber Chälons Rüstungen und bevorstehenden Einfall hatte der spätere Bürgermeister Amold von Kotberg, damals Ostreich. Vogt zu Altkirch, schon am 19. Juni dem Rath von Basel geschrieben ; g. St. A., Briefe Bd. II, sowie auch den Brief Basels an Freiburg vom 24. Juni, in Schreibers Urk. II, S. 338.

4) lieber die Belagerung von Beifort s. die Briefe Basels an Freiburg, und des Ostreich. Landvogts zu Ensishcim an Breisach, beide vom 8. Juli, in Schreibers Urk. II, S. 331 ff.

3) S. oben S. 28, Anm. 7.

Cj S. den Brief Basels an Freiburg, vom 8. Juli, a. a. O.

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1424.

33

prescripto, gen Hireingen') [und lagcnt da zwü nacht]2', und als die unsern, so dort nidenan in des marggrafen land logent, am harüfziehende worent, beschribent wir die bouptlüte, daz sy zu den unsern ziigent gen Hirsingen. daz sy ouch totent s und ze Brisach liberslügcnt und zcsammen koment. in demme ) Jon ti) und wir also uszzugent, da brach der printz von Oreng üfFiJuii 101 und zoch abe und hindersich, nacht und tag, wider hein3). also zugent die unsern und menglich wider hein, üf kevser Heinrichs tag anno ec. 1424 •*). Juli 13

io Also worent der unsern, so in des marggrafen land worent, houptlüte : nemlich des reisegen Volkes her Burckart ze Rine ritter unser alter Bürgermeister5',, und des füszvolkes Baltazar Rote und Eberhart Ziegeler fi). banerherre was Heinrich von Bisei, und Engelfrit Scherrer waz des geziiges halp ze versor- is gende hinabe geschicket7). wand wir hattent unser zwft grfisten bühssen vor Mulenberg, und mfichte Lamprecht unser bühsen- meister5) stein gnüg gehept hau, er bette mit der grossen bühssen gar ein güts geschadet, daz er sin lob, und die statd ere gehept hette. aber so vil und er gezüges liatt, dett er »i den vollen, one schirm und on bart. wand der selbe gezüg, und ouch ein nüw schfin wergk, daz wir gemacht hattent*),

1) Hirsingen bei Altkirch. I.etztercr Ort (7 St. von Basel) war als all- gemeiner Sammelplatz der Verbündeten für diesen Zug bezeichnet; s. den Brief vom 6. Juli, a. a. O.

2) Also bis zum Morgen des 13. Juli. Sie warteten hier auf die Heim- ziehenden von Mühlburg, welche über die Kheinbrücke von Breisach zogen g. Wurstigen 244) und hierauf vermuthlich am Abend des 12. Juli eintrafen; s. unten.

3) Schon am 10. Juli schrieb Hans Bernhard von Hasenburg, Ostreich. Hofmeister zu Delle, an den Rath von Basel, dass Chälon sich gegen Mont- beiiard zurückgezogen habe; s. St. A. Briefe II.

4) lieber die Heimkehr vgl. Berlingers Zusätze zu Etterlin Bl. 73.

5; Er wurde neuer Bürgermeister bei der Rückkehr; s. die Raths- besatzung von 1424 bei Schönberg, Finanzverhältnisse. S. 780.

6) Eberhard von Hiltalingen, damals Rathsherr der Maurer und Zimmer- leute, später Schultheisg in Klein-Basel und Obcrzunftmeistcr. Mit dem Ge- schlechts Ziegler, welches zu Hausgenossen zünftig war, hat er nichts gemein, sondern führte den Beinamen »der Ziegler ennent Rins« wegen des Ziegelhofs, an der oberen Rheingasse jetzt No. 39), den sein Geschlecht schon seit einem Jahrhundert vom Rathe zu Lehen trug, bis er 1462 dem Antoniter-Orden ver- kauft wurde; s. Fechters Top. 139.

7) Geschütz und Gewerf wurden auf dem Rhein in 8 Schiffen bis Strass- burg geführt; s. Wurstisen 243.

8) Es waren ihm auf diesem Zuge 9 Knechte zur Bedienung des Ge- schützes zugctheilt; s. St. A. Bd. St 91 '11), S. 26,

9) Ucber diese neue Wurfmaschine, welche 1424 gezimmert wurde, s.

Basier Chroniken. IV. 3

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34

Rathsbücher.

bleip ze Stiazburg hanngen, und ettwie vil bühsensteinen, daz die nit gen Mülenberg komment.

So worent unsere Volkes, so gen Hirsingen zugent, houpt- lüte: her Hanns Rieh ritter, der desmols alter burgermeister worden was l), Hug zer Sunnen, alter Zunftmeister, und Cünrat s zem Houpt2). bannerherre: Mathis Slosser und ennent Rins houptlüte: Hennman von Thonsei genant Kr6se, und Martin Seiler bannerherre4).

Und ist ze wissende, daz den selben zog gen Hirsingen mit uns zugent die von Waldenburg, von Homberg und von 10 Liestal, und dazu jungher Rudolfs von Rainstein liite, und ander rittem und knechten lüte der unsern, die lute habent, so vil als denn yederman dazü nütze und verfengklich üf- bringen mochtent ec.

Und ist ze wissende : als man in dem velde für Mülen- is berg6) lag und man marckte, daz die obgenanten herren ein richtunge zwüschent [33b] hertzog Ludewigen und dem marg- graffen troffen hattent, daz darnach nach unser und ander stette houptlüten geschickt wart, die ouch spenne mit dem marggraffen hattent, und wart mit denen geretd : »lieben fründe 20 wellent wissen, daz wol ein richtunge ze fyndende und ze

Wurstigen 397, wo auch eine Abbildung. Dieselbe befand sich noch im XVU. Jahrhundert im Zeughause; s. Ochs III, 150.

1) Dieser Sohn des Bürgermeisters Heinrich Rieh starb 1448; s. Wurstigen 25 und Tonjola 277. Seine Amtszeit als neuer Bürgermeister war abgelaufen mit Ende Juni d. J.

2) Konrad zem Houpt, der Wohlthäter der Elenden Herberge, war Rathsherr der Krämerzunft bis 1428, wo er Achtbürger wurde, lieber ihn s. Ochs III, 224.

3) Mathias Eberler der ältere, gen. Schlosser, war Rathsherr der Kauf- leute. lieber ihn s. Schönberg 527 und 777 ff., auch das Zingbuch z. J. 1423.

4) Während die Mannschaft Gr. Basels in die 1 5 Zünfte eingetheilt war, dienten die Kleinbasler mit ihren 3 Gesellschaften ; s. die Mannschaftacala von 1445, im Oeffnunggbuch I, S. 241.

5) Rudolf, der letzte Sprössling vom freiherrlichen Zweige des Hauses Rainstein, war ein Sohn Thürings und Grossneffe des früheren Bischofs Imer v. R. Ausser den Herrschaften Zwingen und Gilgcnbcrg besass er damals pfandweise auch Birseck und Delle; s. oben S. 32, Anm. 3, und Trouillat V, S.772. Er gelber wer damals mit 1 5 Pferden unter den Reisigen Basels, welche gegen Mühlburg gezogen waren; s. im St. A. den Bd. St. 91 (11), S. 14, auch Wurstisen 243.

6) Die nachfolgenden Verhandlungen des Pfalzgrafen mit Basel und den breisgsuischen Städten, wegen der Friedensbedingungen, fanden theilweise noch im Lager bei Neuburgweier statt, d. h. schon am 20. und 22. Juni ; vgl. hierüber den Brief der Freiburger Hauptleute vom 23. Juni, in Schreibers Urk. H, S. 335 ff.

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1424—1425.

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treffende ist zwuschent den obgenanten Herren; und was fürer hie verhandelt wirt oder getan, oder mäste man fürbasz in dem velde bliben, daz beschuhe von der stette wegen, sölte da yemand ützit ze hannden gan, oder ein biderman verlorn 5 werden, waz darusz gande wurde oder furer üfferstan. möchten sy selbs wol mercken. so wer ouch versöhelich, daz der bi- schof von Chölln und ander herren, die ietz by hertzog Lude- wigen im velde werent, fürer nit blibent. sölte man denn von der Stetten wegen so blosz im velde ligen, möchte die lengde io nit bestan.« und ander der glichen Worten vil, die erschrog- lich worent, des ander stette und wir uns nit versehen hattent. also antwürten unser houptlüte üf solicli rede : sy werent mit hertzog Ludewigen und im ze hilffe ze velde gezogen, wenn der abezüge, so zügent sy ouch abe. der marggraff hette den t5 unsem daz ire genommen one recht, in einem landfriden. des werent die unsem lange zit uszgelegen. mästen sy des noch fürer uszligen. daz mästen sy liden und fürer als dahar er- beiten ec.

Dis mag man hienach in solichen Sachen bedengken, ob es ze schulden kompt, und die statd kostens und Schadens überhaben ec.

[Rb. 242] Clemont.

Es ist ze wissende : als der hochwirdig in gotte vatter und her herr Johanns von Fleckenstein ') bischoff ze Kasel an den 25 edeln wolgebomen herren graff Diebolten von Nüwcnburg herren ze Muselburg5) ec. vorderte, nachdem bischoff Hart- man selig 3) sin vorfar vormals ouch gevordert hatte *), im und

lj lieber diesen Bischof s. Gerung, in den Scriptor. Basil.minor. S. 335 ff., und Beinheims Chronik der Bischöfe, in der Basler Us. A X II, 14, S. 204. Er war ein Sohn Heinrichs von Fleckenstein-Dachstuhl ; s. Schöpflin-Ravenez V, 637.

2) Theobald VIH., der jüngere, von Neuchätel in Burgund (bei Pont-de- Itoide am Doubs, 3 St. südlich von Montbeliard) war ein Enkel Theobalds VI., des älteren (+ 1400) und Neffe Bischof Humberts von Basel (+ 1418). Sein Vater, Theobald VII., war schon 1390 in der Schlacht bei Nikopoli gefallen; s. Röteier Forts., Bl. 170. Durch seine Mutter, Alice von Vaudemont, war er Herr zu Chitel-sur-Moselle in Lothringen; s. Trouillat IV, S. 523, Anm. 1.

3) Hartmann Münch von Münchenstein, der Nachfolger Bischof Hum- berts, starb am 12. Mai 1424, nachdem er schon vor Jahresfrist das Bisthura resigniert hatte. Ueber ihn s. Gerung a. a. O. S. 334, ferner Beinheims Chron. d. Bischöfe, sowie auch Liber vitae eccles. Basil. bei Trouillat V, S. 265.

4) Im Sept. 1420 hatte er in Basel xur Auslösung Gl. 5000 hinterlegt; s. die Urk. vom 24. Sept. d. J. im Missivcnb. II, S. 20.

3*

[Stoinegkerj

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36

Rathsbücher.

siner stifte ze Basel (1er losunge der slossen saut Ursitien '), Goldenfels''2), Spiegelber^ 3) und Kallemberg4) statt ze tünde, daz im aber nit gelangen möchte, und aber der selbe bischoff sepU?4 Johans über ein zyt nach sulicher vorderunge die obgenanten slosse , und dazu Blutzhusen ■'■), mit helffe siner fründen in- 5 (1425 nammen (i), darumbe die selben herren ze beden siten ze kriege

März , ' , . °

und vigentschaft komen sint7). also wart die statt des selben bischoff Johans helffer8). und nachdem die vigende eins tages, ms nemlich uff fritag vor dem heiligen pfingesttag anno 1425, Jmit fünffhundert pherden gen Hesingen9) rantent und das 10 selb dorff brantent, also yltent wir iuen ze rosse und ze fasse nach, so wir beste mochtent, und konndent doch dieselben nit erylen. doch so vollezugent wir in der selben ylunge für

2. Hs. : Spiegelter Blutzhusen (letzteres wieder «lurchgestrichen).

1) St Ursanne, am Doubs, 5 St westlich von Delaberg. St. Uraiti, Spiegelberg und Kallenberg waren schon seit 1388 dem Grafen von Neuchätel verpfändet; s. Trouillat IV, S. 508 und 851, V, S. 216 und 699 ff. Ucbcr diese Verpfändung vgl. auch Beinheims Bischofachronik und Gerung S. 328 fl.

2) Koche d’Or, 3 St. westlich von Pruntrut, war dem Grafen von Neu- chätel seit 1407 verpfändet; 8. Trouillat V, S. 738.

3) Muriaux, bei Snignelügier, in den Freibergen, 5 St. südwestlich von St. Ursanne.

4; Chauvilicr, 3 St westlich von St. Ursanne, seit 1780 zu Frankreich gehörig.

5) Pleujouse, zu deutsch auch Neuenburg genannt, 3 St östlich von Pruntrut, erscheint verpfändet z. J. 1409; s. Trouillat V, 730.

6; Ueber diesen Kriegszug, an welchem auch Basel sich mit einem Fähn- lein betheiligte, s. Rötcler Forts. Bl. 107, Gerung S. 336, Beinheims Cronik der Bischöfe und Wurstisen S. 241, sowie auch Wochenausgabenbuch IV. S. 69—75 und 108, wo »die Reise gen Goldenfcls« mehrmals erwähnt wird. - Aus letzterer Quelle zu schliesscn, geschah der Zug etwa im Sept. oder Oet.

1424. Auf die Hilfe, welche der Bischof vom Unterrhein her erhielt, bezieht sich wohl der Brief Breisachs an Basel vom 23. Oct. 1424, welcher beginnt: »Als ein reisiger züge nächst das Briszgowe heruffc komen und by üch über- gezogen ist«. S. St. A. Briefe Bd. II.

71 Zunächst auf diesen Zug folgte ein Waffenstillstand bis 20. Febr.

1425, welcher nachträglich noch bis 18. März verlängert wurde, doch blieben alle Vermittlungsversuche erfolglos. S. hierüber, neben der Röteier Forts, die Briefe Basels vom 20. und 27. Febr. und vom 10. und 16. März 1425, alle im Missivenbuch III, 95, 181, 115 und 123. Die Feindseligkeiten be- gannen am 20. März mit einem Raubzuge des Grafen von Neuchätel bis gegen Pleujouse; s. Basels Brief an Bern, vom 24. März, im Missivcnb. III, 127.

8) Ueber das Verhältniss des Bischofs zur Stadt während dieses Krieges s. Hcuslcr 343 ff.

91 Hesingen, 1 St. westlich von Basel, gehörte dem Bürgermeister Burk- hard ze Rin, der dieses Dorf samrnt dem Schloss vom Bischof zu Lehen trug , 3. Wurstisen 245.

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1425.

37

Clement1), und die von den unsern nachgeylet hatten, sehri- bent hindersich, das wir volleclicher nachzügent mit kuten und gezüge2', . das ouch beschach, und wart das selb stettelin Clemont gewunnen und verbrent3), und die vestin daselbs be-(Janie) s nötiget mit geziige. doch die vestin bleip ungewunnen4). und in dem selben zuge wurden dise nachgeschriben personen bürgere5). (folgen 173 Namen bis S. 245).

[245] Ellikurt.

Es ist ze wissende : als der krieg zwuschent dem hoch- io wirdigen herren hem Johannsen von Fleckenstein bischoff ze Basel, uns und andern sinen helffern an einem, und dem edeln wolgebomen herren graff Diebolten von Nüwenburg ec. an dem andern teil sich lengern begunde, und aber Hanns Erhärt Bock von Stouffemberg der hochgebornen furstin frowe is Katherinen von Burgunden ec. lantvogt6) von wegen der selben unser frowen umbc einen friden werbende was, zu sßlichem gewerbe der obgenant unser herre der bischoff und wir ge- hollent 7' .

V Zusatz. von K. Kienlins Hand : anno 25.

1) Clermont in Burgund, südwestlich von Blamont, gehörte wie letzteres dem Grafen von Neuchätel ; s. Trouillat V, S. 529. Die Verfolgung geschah ohne Zweifel auf dem nächsten Weg c, von Hesingen über Pfirt und Pruntrut, Es ist daher unter »Tamcrkirch«, welches laut Wochcnausgabenbuch VI, S. 117 auf diesem Zuge berührt wurde, nicht etwa Dannemarie im Eisass zu ver- stehen, sondern vielmehr das gleichnamige Dörfchen auf der Strasse zwischen Pruntrut und Blamont.

2) Dieser Brief ist verloren. Hingegen findet sich im St. A. Briefe III noch ein Brief des Raths, vom 9. Juni, an den Bürgermeister und die Haupt- leute, »so ietz ze velde ligent«. Es werden darin Zuzüge des Bischofs und der Städte Freiburg und Breisach angekündigt, welche am 11. Juni von Basel auf- brechen und den Weg über »Migesdorff« (Miecourt zwischen Pfirt und Prun- tmti nehmen sollen , zugleich aber klagt der Rath, dass er ohne Nachrichten vom Felde sei.

3) Am 6. Juni; s. Wurstisen 24fi.

4) Laut Wurstisen wurde ein Waffenstillstand geschlossen.

5} lieber die tumultuarischen Auftritte bei diesem Zuge s. die Straf- urtheilc im Lb. II, 95 96, sowie auch einen Brief Basels an Zürich, dessen Schluss sammt Datum fehlt, im Missivcnb. III, 170.

6! Als östreich. Landvogt im Eisass erscheint er 1424 1426; b. im Brief- buch II seinen Brief von 14. Dec 1424, und Bruckner XVI, 1843, lieber seine Haltung während des Krieges s. Basels Briefe vom 1. und 9. Juni, 12. Juli und 1. Sept., im Missivenb. III, 215, 211, 275, 281 und 272. Nach 1446 erscheint er als Hauptmann zu Neuenburg, s. Colmarcr Richtung 147.

7) Im October unterhandelte er unter Zustimmung des Bischofs und der Stadt, s. den Brief vom 13. Oct., im Missivenb. III, 291.

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Rathsbüchcr.

Nach sÖlicher gehellung wurden der selbe unser herr der bischoff und wir by fünfthalb wuchen umbegezogen von dem selben lantvogt und Hug Bryat dem cantzeler ') mit geverden, des uns beduchte. darumb uns nit me lidlich was. solichs gevorlichs umbzoges ze wartende 2), und wart dem selben lant- s vogt von uuserm herren von Hasel sölich gewerbe des frideu abgeschriben, und wart ouch dazu offenlich geröffet, daz wir einen zöge mit mäht uf unser vigende tun woltent. daz ouch Nov. 3 beschach, und zugent usz, uf sampstag nach allerheiligentag anno 1425, mit mäht für Ellikurt ®) ; und benötigettent die statt to des ersten, und datent der mit gezüge so not4), daz die rey- sigen in der statt die selbe statt selbs anstiessen und branten, als wir 2 tag davor gelegen warent5) und ouch anegeslagen (No». 7i hatten ze stürmende, und die rcysigen wichen damitte in die vesti. also lieffent die unsern ze stund in das stettlin und i& lostent darinne des ersten by 100 armer wiben und kinden, die in ein hus verrigelt warent und verbrennt müsten sin, hetten si die unsern nit erlidiget. und liessent die selben wib und kinde mit dem iren gütlich gan von dannen.

Darnach da understunden wir die vestin ouch ze [246] be- 2t> nötigende mit gezüge, und tattent inen ouch so we, das die (No». ») reysigen, so darinn warent, teding begertent. und wart ouch also die vesti mit tedinge ufgenomen in sölicher wise, das der reysigen etwie vil swüren, uns die vestin morndes mit der sunnen ufgang inzegebende; und soltent wir sy und die an- 25 dem, so darinne warent, dannen riten und gan lassen mit ir habe, die si behübent ir sin. das och beschach, an sant Mar- No». lotins abent, und rittent danen 54 reisiger und vil wib und kinde, denen allen daz ir gelassen wart volgen, und also wart

6. II*. : von uroserm. 12. Ils.: die selben statt.

1) Hug Briat erscheint im Dienste Oestreichs noch 1444; s. Colmarer Richtung 23'2>>, abgedr. bei Bruckner V, 463.

2) Es wurde nämlich während dieser Unterhandlungen, d. h. im Oct., das Schloss Blumenberg überfallen ; s. unten Anonymus bei Appenwiler, zum Jahre 1425.

3) H6ricourt in Burgund, zwischen MontWliard undBclfort Am IK.Sept. hatte die dortige Besatzung einen Raubzug ins östreichische Gebiet unter- nommen; s. den Brief des Grafen Hans von Tierstein an Basel, vom 20. Sept. 1425, im Briefb. III.

4) Die Basler hatten 4 grosse Büchsen; s. im Lib. Div. Herum 115 ff. die eigens für diesen Zug entworfene Kriegsordnung.

5) Da der Aufbruch von Basel am 3. Nov. erfolgte, so ist die Ankunft vor Hiricourt auf den 5. zu setzen, also die Einnahme des Städtchens auf den 7.

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1425.

39

statt und vesti in funff tagen gewunnen. und als die dannen kamen , bleip nochdenn uf der vesti by tusent gülden wert güts in mangerley huszratz, daz alles gen Basel gefürt wart und da fruntlich gebütett und geteilt den reysigen, den zünf- * ten und andern , so da usz warent gesin , zem glichesten '). und worent der stett houptlüte her Burchart ze Rine, her Cünrat von Eptingen3), Hug zer Sunnen, Ultnan im Hofe, und warent an der vesti 8 mechtiger thurnen, die alle under- graben und 7 nidergeworffen wurden3), und dazii der stett |# mure an vil enden geslissen, und vestin und statt gerwe ver- brennt. mit grossen eren und ane grossen mergklichen scha- den1), von den gnaden gottes und einer werden inüter, der die Sache was5).

Und ist ze wissen, das von unsers herren von Basel wegen 15 kum 100 pherde da warent, mit gTaff Hansen von Tierstein *) und dem von Froberg7), die sin helffer warent. so warent die von Biel und zer Nuwenstatt8) ouch da, wol mit 600 ze füs. und lagent vor Ellikurt mit grossem kosten und eren, das wir von den vigenden nye angerennet wurden noch ersticht, » denn daz drye der unsere uf der filtere , die nit ordenunge halten woltent. gefangen wurdent9). und in dem selben ge- zoge wurden dise nachgeschriben personen zu burger genom- men 1#). (folgen 131 Namen bis S. 248).

6. 7. »and worent .... Ulmin im Hofe« in Hb. nnr am Bande, doch von deraelben

Hand.

1) Ueber die Theilung der Beute vgl. Rufb. I, 59.

2, Konrad war ein Sohn Petermann« v. E. gen. von Bisei, also vom Zweige der Eptinger von Blochmont , j. Trouillat V, S. "50, auch Beiträge XII, 130.

3) Aus Missverständnis« dieser Stelle spricht Ochs III, 156 von 15 Thür- men. Ueber die Befestigung vgl. Anonymus bei Appenwiler z. J. 1425.

4) Ueber Todte und Verwundete s. Wochenausg. VI, 168, 175 und 180, auch Wurstisen 246 und Ochs IH, 157.

5) Als Schutzpatronin des Bisthums Basel. Der Rath stiftete deshalb am 3.Dec. 1425 bei den Augustinern eine alljährliche Messe auf den 10. Nov.; «. die Urk. im St. A., Augustiner No. 116. Einen lateinischen Vers über diesen Sieg s. bei Wurstisen a. a. O.

6) Er war des Bischofs Feldhauptmann ; s. Gerung 336.

7) Johann von Froberg.

8) Biel und Neuenstadt waren ausser Delsberg die einzigen Besitzungen, welche 1418 nach Bischof Humberts Tode dem Hochstifte noch geblieben waren. Alles übrige war verpfändet ; s. Beinheims Chron. der Bischöfe. Zum Stadtpanner von Biel gehörte die Mannschaft des ganzen St. Immerthaies.

9) Unter ihnen der Rathsherr Bathasar Schilling; s. Wurstisen 246.

10) Auf einen Waffenstillstand, der am 11. März 1426 begann und am 10. April verlängert wurde, folgte am 7. Mai der Friedensschluss; s. Städt. Urk. 1426 März 11 und Mai 7, auch Schreibers Urk. II, S. 360.

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40

Rathsbüchcr.

IJ.v.Bingeni [Uiv. Rer. I74h] Des vorgeschriben *) Johann von Merlo

handelunge.

Item her Johann von Merlo, von Hispanien dein künig- richJ) uszgeritten durch rnanige land umbe aventür, und konnde dheinen finden, der sich mit im slahen woltc3), vand 5 den vesten Heinrichen von Ramstein unsern burger 4), der so- lich Sachen mit im understund uszzetragende.

Ordenetent die rfte, als harnach stat5):

Item des ersten wart ze richter erbetten: margraff Wil- helm von Hochberg, herre ze Röteln und ze SusenbeTg6). io

Item grieszwärter 7) : graff Hanns von Thierstein, jungher Rftdolf von Ramstein, her Eglof von Ratzenhusen *) und Thuring von Halwiler B) .

Und worent hieby, als sy vochtent, 8 herren, mit nam- men : der margraff von Röteln vorgenant, graff Bernhart von ß Thierstein . graff Hanns von Thierstein, graff Friderich von

1) Unmittelbar vorher Btcht im Liber Divers. Rcrum die Uebersetzung der von J. v. Merlo schriftlich ausgestellten Kampfbedingungen, die wir in der Beilage VII folgen lassen.

2) Ein Königreich dieses Namens gab es damals noch nicht; hingegen umfasste dieser Name, als rein geographischer Begriff, die ganze pyren&ische Halbinsel, also auch das Königreich Portugal. Aus letzterem aber stammte dieser fahrende Ritter; denn Cervnntes, der ihn im Don Quixote i'I cap. 49; erwähnt, nennt ihn einen Lusitanier. Vgl. über die betreffende Stelle Th. Streuber im Basler Taschenb. 1854 S. 192. In Wochenausg. VI, S. 598 403 wird er nur an einer Stelle (S. 399) irrthümlich »von Arregonicn« genannt, sonst meist nur »der frSmde her von Hispanien«.

3' Laut Cervantes, a. a. O., hatte Merlo schon vorher in «Ras« (Arrag in den burgundischen Niederlanden' mit dem berühmten Pierre de Chami sieg- reich gekämpft.

4) Zweiter Sohn des Bürgermeisters Kuntzmann v. R. , auch er sass im Rath 1431 1435, wurde aber später Ostreich. Vogt zu Altkirch ; s. unten Brüglinger z. J. 1144.

5! Ueber die Stellung des Raths zu diesem Zweikampfe s. den am Vor- abend ergangenen Ruf, im Rufb. I, 83b, den wir in der Beilage VII folgen lassen.

6) Geb. 1406 als dritter Sohn Markgraf Rudolfs III., war er diesem nach dessen Torte (1428 Febr. 8) in der Regierung gefolgt, da sein einzig noch leben- der Bruder Otto Bischof von Constanz war.

7) Vgl. Wochenausg. VI, 403: Item 4 g. umb vier Stangen den gricsz- wartern.

8) Egloff v Ratsamhausen trug seit 1427 vom Hochstiftc Basel das Dorf Blotzheim zu T.ehen s. Trouillat V, 761.

9) Ueber Thüring den Altern . einen Sohn des bei Sempach gefallenen Thüring v. H , % C. Brunner, in der Argovia VI, 179 ff.

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142S.

41

Zolle1., graff Hanns von Friburg herre ze Nuwenburg5), her C'önrat von Bussenang, graft' Hanns von Vallisis 3) . jungher Rudolf von Rainstein, herren*).

Item ritter: her Hanns von Nuwenburg herre ze Vamercu5), s her Walther von Andelo"), her Eglolf von Ratzeuhusen, her Cuurat Diebolt Waldener, her Grim von Grdnenberg7), her Burchart ze Rine burgermeister, her Hanns Rieh von Richen- stein, her Cüntzeman von Rainstein $) Heinrichen von Ramstein vatter, her Ilenman von Ramstein'1), her Arnolt von Ratperg1"), rittere.

Item vochtent iiffen Burg11), an Sonnentag vor sant Lucienjb» ^ tag anno ec. 142S12), und wart der selb Johann von Merlo im ringe ritter geslagen 13) von graff Iiannssen von Thierstein1*).

Item wurdent zwivalt schrangken gemacht, nache by des

1) Vermuthlich Graf Friedrich, gen. der Octtinger, der 1423 seineStamm- burg verloren hatte.

2, Herr zu Neuenburg am Sec und zu Badenweiler, ein Enkel Egons VH. ;

», oben z. J. 1366.

3) Graf Johann IV. von Aarbcrg-Vallengin.

4) Herren, d. h. Grafen und Freiherren, im Gegensatz zum blossen I .ehenadel.

5) Vaumarcus am Neuenburgersee. Dieser Hans v. N. entstammte einer Rastardlinie der 1373 erloschenen alten Grafen von Neuenbürg am See.

Er hatte ein Burgrecht mit Basel und besass pfandweise die Herrschaft Baden- weiler; s. im Missivenb. III, Basel an Strassburg, vom 6. I)ec. 1425.

6) Der Stammvater aller noch jetzt blühenden Zweige von Andlau, wahrscheinlich ein Sohn des 1386 bei Sempach gefallenen Walther.

7) Johann v. Grünenberg gen. Grimm, ein Sohn des 1386 bei Sempach gefallenen Johann gen. Grimm oder der Alt, starb 1429; s. die Stammtafel der Grünenberg bei H. v. Liebcnau, Arnold Winkelried. Er war vermählt mit Gredanna zer Sunnen, s. Zinsbuch z. J. 1437.

8) War früher Bürgermeister.

9) War 1426 Alt-Bürgermeister. Kuntzman und Henman waren Brü- der ; s. Boos, S. 609.

10) Sohn des 1386 bei Sempach gefallenen Wcmher v. R., wurde später Bürgermeister; s. Rb. 362.

11) Auf dem Münsterplatz, wo von jeher alle Turniere abgehalten wurden, und der auch seit 1410 als Marktplatz diente; s. Lb. II, 67.

12) lieber diesen Zweikampf und seine Bedingungen s. die Beilage VII, sowie auch Anonymus bei Appenwiler z. J. 1426. Eine zusammenhängende Darstellung gibt Fechter im B. Taschenb. für 1858, S. 61 ff.

13) Der Rath, der ihm seit Mitte November zu wiederholten Malen Ehren- wein geschenkt, verehrte hierauf noch »ein salmen dem frSmden Walhen in die rittersehaft* ; s. Wochenausg. VI, 403.

14) Dieser war Ritter schon seit 20 Jahren . s. unten Anonymus bei Appen- wiler z. J. 1408. lieber das Erdbeben der folgenden Nacht und über die Pilgerfahrt, auf welcher H. v. Ramsteim ebenfalls den Ritterschlag erlangte, s. Anonymus bei Appenwiler z. J. 1428.

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Rathsbücher.

Münchs cappel ') harin gegen meistei Josten hof 2), vier schritt davon, und des harumb by 60 schritten in glicher wite 3). und ein ge rüste embor von den schrangken untz an meister Josten hofes mur, darüf der richter und die rete stündent.

Item innewendig den schrangken, zwüschent beden, stün- '< dent by 500 gewoppeter manne von den Zünften, und waz ein ratesherre by siner zunft4). so waz uf derbrüge5) der burger- meister mit der paner, der Zunftmeister8) und der rate, hattent ir phantzer und iren siechten harnasch an, und Mathis Slosser trüg die paner.

[t 75] Item waz geordent Spalenthor und Escbemerthor offnen, und ennent Rins bede thor, und under yedem offen thor 10 gewappent manne, und üf den selben thoren und den andern, die beslüssent worent, 2 manne.

Item wurdent geordent 20 umbe ze riten in der statd, daz w halb in der obern statd, daz ander halb in der nidem statt7), die mochtent underwilen uf den platz riten, und solte sust niemant ze rosse darüf kommen.

Item schrancken an den drin orten mit eim durlasz ®), und by iegkli ehern vier manne gewoppent, der schultheiss9), 15

1) I)ie Kapelle der Münchc, welche die nordwestliche Ecke des Münsters bildet, wurde gestiftet von dem 1332 verstorbenen Enpriester und Gegen- bischof Hartung Münch von Landskron; s. Trouillat III, S. 751.

2) Jetzt unteres Gymnasium, dem Münster gegenüber; s. Wurstiscn 234. Seinen Namen trug dieser Hof von dem 1420 verstorbenen Domherrn Jost Schürin von Ensishcim, der schon 1389 alB bischöflicher Offizial erscheint und eine jetzt verlorne Chronik hinterliess, welche noch Wurstiscn benützte, lieber ihn 8. Wurstisens Quellenvcrzeichniss in seiner Basler Chronik, ferner dessen Analecta S. 109, 362 und 96, auch Rothes Buch S. 73.

3) Das obere Ende des Münsterplatzes, vor dem Münster, bildet unge- fähr ein Quadrat von reichlich 30 Meter, also mehr als 60 Schritt Seitcnlinge. Auf drei Seiten ist dieses Quadrat durch Gebäude begränzt, während auf der vierten sich ohne Zweifel die äusseren Schranken befanden. Innerhalb dieses Quadrats lag der eigentliche Kampfplatz , wahrscheinlich ein Kreis von 60 Schritt Durchmesser, den die inneren Schranken umschlossen.

4) D. h. bei diesen 500 stund aus jeder der 15 Zünfte ein Rathsherr.

5) Auf dem schon erwähnten Gerüste.

6) »Zunftmeister* heisst immer der Oberstzunftmeistcr, zum Unterschied von den »meisteren« der einzelnen Zünfte.

7) Vgl. die Anordnungen im Rufb. I, 82b, abgedr. in der Beilage VII.

8) Auf den als Kampfplatz dienenden Theil des Münsterplatzes münden 2 Gassen , als dritter Zugang diente ohne Zweifel eine Oeffnung in den Schran- ken, welche den Kampfplatz vom übrigen Münsterplatze trennten.

9) Schultheiss des Gerichts in Grossbasel war 1425—1430 Andreas Ospemell, der spätere Oberstzunftmeister ; s. Gerichtsbesatzungen, von Dr. Karl Stehlin. Ms. von 1887 im St. -Archiv. Ueber das Amt der Schultheissen s. Heusler 207 ff.

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1428— 1431.

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der vogt1), saltzschriber, item und ander, die inen zugeordnet wurdent.

Item der Rin wart bestellet mit schiffen, ob yemand dhein bosheit understftnde, daz der nit davon kommen mochte.

i Item daz kein wib dar kfme denn edele. und der züuften wibe dahein bliben, des fures hüten2).

Item daz niemant keinen schiinf tribe mit lachen, werffen, noch in dhein ander wise. kein bocken noch verwandelunge tün, by einer pen.

in Item alle glocken versorgen und die ufziehen, daz nie- mant dazu kommen könne, und uf das münster drie ordenen, die umbe sich sehen, oh üt ufferetünde ec.

Item, wer da wil, mag gerüste machen, also daz si stargk sien ec.

•5 Item ordenen 4 ze den ratzglocken, daz sy umbe dheiuer- ley sach luten, und komme der genempt und heisse si litten.

Item den Birsich :l) und den Thorenbach1) harinn slahen.

Item 20 ordenen uf die Rinbnigk, die wider und für gangen.

w Item daz werghus5) besorgen.

Item alle luchter nachtz entzünden*).

Item ein starck wacht han.

Item brotbecken heissen bachen ec.

Item ze nünen gesungen han allenthalben 7) .

25 [Div. Rer. 128b] Notandum8). J-T-

Anno domini 1431 uff sant Jacobs tag apostoli rittent unser iiji

1) Vogt war 1428 1430 Hug Spitz; s. Gerichtsbesatzungen. Ucbcr das Amt des Vogtes, als Vorsitzender des Blutgeriehts, s. Heusler 199 ff.

2', Ueber diese und die folgenden Verordnungen vgl. den Ruf in der Bei- lage VII.

3) D. h der aus dem Birsig abgeleitete Rümmelinbach, der früher oft "der obere Birsig« genannt wurde.

4) Aus diesem Bache, der im Allschwilerwalde entspringt und jetzt in den Birsig mündet, gieng schon im 14. Jahrhundert eine Leitung durch den «Herrengraben» in die Spalcnvorstadt; s. Rb. 259 und 104, auch Lib. Div.

Re rum 22b.

5} Ueber den Werkhof s. Fechters Top. 117.

6) D. h. die Pechpfannen, welche da und dort an Eckhäusern angebracht waren, wie z. B. noch um 1850 am Spalenthor.

7) D. h. der Gottesdienst sollte morgens 9 Uhr beendigt sein. Da die Basler Uhr 1 Stunde vorgieng, so war es in Wirklichkeit 8 Uhr, also kaum 1 Stunde nach Tagesanbruch und mithin genau die Zeit, um welche, nach den Bedingungen des -Notels«, der Zweikampf beginnen sollte ; s. Beilage VII.

8) Vgl. oben z. J. 1421 den früheren Zug.

Bingen]

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Rathsbücher.

gesellen an die Hussen1), nemlich Cünrat von llalwilr2) als ein houbtman, mit 12 pherden für drie spiesz, dein man geben sol alle tag 7'/2 gülden, herr Heinrich von Rainstein. Adel- berg von Berenfels 3), Ludman von Ratperg4) und Hans Cünrat Siirlin, iegklicher mit 5 pherden, und daruff eim zem tags 21 2 gülden5), und sint bestellet einen monat. und wirt der ritt wenndig in dem selben monat, so sol inen doch des mo- nates solde gantz beliben mit der uffrüstung, die inen vorusz werden sol und bliben, nemlich Cünraten von Hallwilr 50 gül- den , und den andern iegklichem 20 gülden, und wenn si noch dem monat wider kument herheim, so sol des selben tages ir sold uszgon ec. 6). und ist man ir keinem für hengst. har- nisch noch andere hab nütz verbunden ze tftnde ec.7) waz zesamen 32 pherde.

|Unbf*»nnt| [Rb. 144] Schinder und das concilium *). is

In nammen der heiligen unzerteilten drivaltikeit. amen.

Nachdem da schribet der wise meister Katho9), das ein yegklicher von natürlicher liebe allez gütes, so im beschicht, angedenckig sin sol, so ist ouch daby ein grosze notdurfft, nit zft vergessen der dingen und Sachen, die in widerwertikeit zü- jo vallent. nit allein darumbe, daz gütes mit gütem gelonet werde, oder arges mit argem vergolten, denne das got dem almCchtigen umb das gut lobe und dangke geseit, und das arge mit wiszheit versehen werde, künfftigen schaden und gebresten

1) Für diesen Zug wurde ein neues schwari-weiss-rothes Fähnchen an- geschafft; s. Wochenausg. VI, 591.

2) Konrad war ein Enkel Rudolfs, des Bruders des bei Sempach gefalle- nen Thüring v. H. ; s. Argovia VI, 164 und 279. Er hatte in Basel einen Hof und war Herr des Schlosses Domeck ; s. einen Zettel von 1448 im Oeffnungsb.I. hinter S. 348. und Schönberg 604.

3) Ein Sohn des 1413 oder 1414 verstorbenen Bürgermeisters Arnold v. B. . s. oben S. 22, Anm. 2, und Boos S. 860, auch Bruckner XX, 2326.

4) Ein Sohn des 1410 verbannten Bürgermeisters Hans Ludmann und Bruder des späteren Bischofs Arnold v. R. , s. Basler Chron. I, 293, Anm. 4.

5) Ucber die nachfolgenden Bedingungen vgl. den Bestallungsbrief, Stadt. Urk. 1431 Juli 24, sowie auch die Jahrrechnung 1431/2, bei Schönberg 188 in der Anmerkung. 1 gl. galt damals 1 lb. 3 s. 8 d.

6) Sie blieben l*/j Monat aus, s. die Jahrrechnung 1431/2, a. a. O.

7) Doch wurde ein abgcgangencs Pferd mit 10 gl. vergütet; s. ebend.

8) Uebcr den muthmasslichen Schreiber dieser Chronik von 1439 s. unten in der Beilage II den Abschnitt über J. Zwinger.

9) Vcrmuthlich sind hier die Distichen des Dionysius Cato gemeint, welche in deutscher UeberseUung verbreitet waren; s. W. Wackernagel, Oesch. der deutschen T.itteratur, S. 289 der I. Auflage.

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143».

45

zu furkommende. wanud nu die dinge, so in deT zite heuchelten, mit der zite hingangent und von alter vergessen werdent, und was der geschrifft empliolhen wirt, ewiclich ist werende, darumbe so band wir meister und rate der statt Basel, dez sjares als man näch der gebürt Cristi zalte viertzechenhundert drissig und nun jare, da her Arnolt von Berenfeils ritter burger- icia meister1) und Hanns Sürlin oberster Zunftmeister was, erkennt und geordent ein büch ze machende, darinne geschriben wer- den sollent solich Sachen uff das kürzest, die uns güt oder io argem beschehent, umb das unser nackkommen ettlicher mosse wissen mögen, wie sich die Sachen by unsera tagen gemacht und gehandelt haben.

Also ist ze wissende: als in dem heiligen concilio ze Senis nui) erkennt wart ein künfftig concilium in unser statt Basel ze 15 haltende2), das selbe concilium anevieng anevang dez mey- gen3), dez jares als man zalt näch Cristus gebürt viertzechen- un hundert drissig und ein jare; und hät gewert untz uf dise zite, als vor stät, nemmlich viertzechenhundert drissig und nun i«u jare, und oucli fürbasser weren mage, so lange der almechtig 20 gott das angesehen hat.

Also in zite, als das heilige concilium by uns gehalten ist, als vor stät, hat sich gefüget, das der jaren als man zalte näch Cristus gebürt viertzechenhundert drissig und sechs jare, ns« a. m; und darnach in dem sybenden jare, grosze thüre züviele in 25 Oberlanden, in S waben und in Niderlannden4), und aber by uns der zite wolfeil was. darumbe sich nu vil lutes der selben lannden in die lande umb uns und ouch in unser statt fügk- tent, ein grosz körn uffkouffteut und hinwege fürtent. und nächdem die lute dirre lannden ir körn lange zite verhalten, sh das inen solichs nit gölten hatte, menigklich geneiget was sin körn zu verkouffende und dez abezekommende, umb das inen ettwas darusz gan mochte, dez so wart so vil korns von der statt und dem lannde gefürt, das wenig utzit beleihe.5)

1*>. drissig ist auaradiort and von BpMorer llaud corrigiert in: viertzig.

1) Ein Sohn des früheren Bürgermeisters d. N., also ein Bruder Adel- bergs v. B. , s. oben S. 22, Anm. 2, und S. 44, Anm. 3.

2) Leber diesen Beschluss s. Städt, Urk. 1424 April 1U.

3; Dieses Datum bezieht sich nur auf die Ankunft der ersten Gäste ; s. Wurstisen 25U ff. Uebcr das Concil s. Anonymus bei Appenwilcr.

4) »Oberland« heisst für Basel alles Land südlich und östlich vom Jura, und »Niederlande die Gegenden rheinabwärts.

5; Schon am 2. Sept. 1437 verbot der Rath die Komausfuhr, nach voraus-

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46

Rathsbücher.

U38 Also darnäch in dem 1438 jare viel thiire in dem lande umb uns, in unser statt und in Burgundien, das des selben jares1) nit so vil gewahssen was nach dez lanndes notdurfft, das ein viernzal dingkeln 30 s. phenning, und darnach zwey pfunde wart gelten'2), gedacht menigklich , es solte besser wer- & i43Ss. 143» den; da wart es leider in dem 1438 und min jare untz uf die ernde noch swerer und grosser clam, denn vor ye gesin was, in mossen das ein viernzal kernen syben guldin wart gelten, und ein viernzal roggen 6 guldin, und ein viernzal dingkeln 3 lib., 3 i/1 lib. und 4 lib.3). io

Also und in der zite wart uns in unser gnädigen her- schafft4; lannde umb uns veiler koufe verseit5). denn was wir in dem selben unser herschafft lannde koufftent, volgete uns mit kumber und arbeit. und müstent also ein grosze summe geltz, me denn [145] zweintzigthusent guldin, ufuemmen umb ev zins®), und in fremden landen körn kouffen, nemlich zu Nfirem- berg, by Ulm, in Swaben umb und umb, Spyre, Wurms und nidenwendig Straszburg. das wir mit grossem kosten, kumber und arbeit uns bringen müstent, und doch digk und vil von herren und stetten daran gehindert wurdent, in 20 mossen das wir grossen Verlust daran noment, by den seehs- tusent guldin. besunder woltent uns unser fründe von Sträsz- burg nit gönnen körn by inen ze koufTen, woltent uns ouch nit körn lihen, das wir inen mit anderm kom, daz wir in Niderlande hattent koufft , widergelten woltent. daz mochte » uns weder umb gelt, noch umb ander kom volgen. und wie- wol her Wilhelm von Diest, der zite bischove ze Straszburg7),

1. Hs.: 1438 jare vil tbür«. 7. Hs.: nach awcrer. 2'2. fründe unterstrichen, und am Rand.- von einer Hand des 16. Jahrhunderts: Wie eie vor altem unsere frefinde (scilicetl gewesen, io seind sie es noch.

gegangener Uebereinkunft mit dem Concil und dem östrcichischen Landvogt, b. Huf buch I, 100b bis.

1) D. h. in der vorhergehenden Ernte von 1437, auf deren Ertrag das Jahr 1438 angewiesen war.

2) Diese Preise beziehen sich auf das Frühjahr 1438; denn nach der Ernte dieses Jahres stiegen sie auf das Doppelte. Vgl. unten S. 52 die Nachricht zum 24. Oct. 1438, aus dem Oeffnungsbuch.

3) Zu diesen Preisen vgl. cbend., ferner Beinheims Chronik, Bl. 251*. Der Gulden galt damals 23 s.

4) »Unser herschaft» oder »die herschaft» heisst das Haus Oestreich, als Basels mächtigster Nachbar, dem der grösste Theil der Umgegend gehörte.

5) Durch ein Ausfuhrverbot vom 4. Sept. 1438; s. Ob. 1 389.

6) Genauer : 18,400 Gl. Ueber dieses Anlehen s. Schönberg 194 in der Anmerkung.

7) Er starb am 6. Oct. 1439.

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1439.

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und die ritterschafft in dem bystüm ze Straszburg, mit sampt den stetten Straszburg und Sletzstatt, ein versprechen gegen einander getan hattent, niemand dhein körn vom lannde lassen ze volgende, so was uns doch der selbe bischofe so gnädig, s das er uns ein erber summe korns in sinem bistum und in sinem lannde zwüschent Straszburg und der Muntät ') ver- günstiget ze kouffende; lies uns das ouch gütlich volgen.2) und die von Sletzstatt teilt uns darinne suinmnisse und slü- gent unser wegen mit körn umbe und nament die unsern in u> eide, das wider inen ze antwurtende ; das wir mit bitte und güte und mit unserm costen lidig schaffen müstent. des glichen die von Nüwemburg3) den unsern by inen ouch tatent, und wurdent also digke und vil gehindert in manigen wege.

Und in den selben ziten ist der wolgebom herre marg- is grave Wilhelm von Hochberg unser herschafft lantvogt gesin4), und I’eterman von Morsperg8) hübmeister, die, und ettlich unser herschafft von Oesterrich rüte me im lande gesessen, uns nit so fruntlich fümoment noch bedachtent, als wir uns dez inen versehen hettent, nächdem wir unser gnädigen herschafft in vergangenen ziten grosz früntschafft in manigen wege getan hattent6), und doch vil korns im lannde waz, als sich das vand, da das volcke die Schinder oder die Armjacken 1 1 «3s darnach darin zugent. und hattent uns verstände geben, sy hettent allen kosten im lande lassen besehen und künnden zs nit verstan, daz si selbz untz erne essen hettent. das doch nit an im selbz was. denn da by zwolfftusend mannen der Schindern und so vil phürden by den drin Wochen umb Dam- merkilch7) gelagent und von dannen getzugent, dannocht grosz körn da funden wart, und me verkoufftent denne vor, ee das

1) Obere Mundat (immunitas) hicss dag Gebiet von Ruffsch, welches dem Bischof von Strassburg gehörte.

2) Gr empfieng dafür von Basel ein Geschenk von 100 Gl., und Hans von Utenheim, sein Landvogt in der Obern Mundat, ein solches von 20 Gl.; s. Jahrrechnung 1439, S. 241.

3) Neuenburg am Rhein, 6 St. unterhalb Basel.

4} Erfolgte in diesem Amte 1437 auf Schmaszmann von Rappoltstein, s. Lib. Div. Rerum 164 und Rufb. I, 100b bis.

5J Dieser Enkel des 1386 bei Sempach gefallenen Peters von Mörsberg erscheint mit seinem Vater Hanns, der 1439 starb, und seinem Bruder Konrad schon 1424 als Basels Feind ; s. Lb. H, 94, auch Wurstigen 58 und Trouillat V, 788. Als Hubmeister hatte er das SteuerweBen unter sich.

6) Verschiedene Streitpunkte zwischen Oestreich und Basel waren im Juli 1436 zu Ensisheim durch einen Vergleich beigelegt worden; s. Lib. Div. Rerum 164.

7) 8. unten S. 49.

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Rathsbücher.

volke ins lande kam. und zu einer ewigen gedfchtnisse hat man dis heissen in dis büch setzen, umb das wir und unser nächkommen unser und der gemeinen statt Basel nutz, frome und ere zu künfftigen ziten dester basz fürnemen und bedencken mögen. s

Und ist ouch daruf unser kornhuse uf dem Platz') der zite gemeiner statt nutz und trost anegefangen worden zu buwende 5), und das man kom darin kouffen und haben solle ; das wir gemeine statt nit so uf die wage legen, als der zite wol möchte besclichen sin, hette uns yemand understanden, tu da uns got durch sin güte behüte, das sol man hernach ewigen ziten bedencken versehen.

Und also ist wissende, das in dem selben jare, als man 1439 zalte nach Cristus gehurt viertzechenhundert und nün und drissig iw. F«br. »jare, zwuschent dem sunnentage invocavit, das ist die alte t5 vasznacht, und dem sunntag [146] reminiscere darnäch dem nechsten, ouch in der zite, als das heilig concilium by uns gehalten wart, und die thüre, davon davor gescliriben stät, noch werte, ein grosz volke, so man nampte die Arinjacken3) oder die Schinder, in das laude zugent und gabent sich usz, 20 das sy dez küniges von Franckenrich helffer sin soltent wider die Engelschen. und was des selben Volkes by den 12000, darunter by 5000 oder 6000 worent mit iren kurussen wol und redelich ertzuget.*, das selbe volke von Lutringen liarusz über die virste by Zabern s; harüber zugent in das Eilsass und 25 für Sträszburg rantent, da ettlich blosz kn feilte by den viertzi- gen, die liarusz gelouffen worent und villicht güt gewin- nende meindent, niderleiten6j und vil müt willens an priester- schaft, mannen, junckfrowen, wiben und kinden, wo si die in den landen ankoment und ergritfent, begiengent, die lute, die 30

1 ) Das spätere Zeughaus auf dem St. Petersplatz.

2) Ueber diesen Bau s. Städt. Urk. 1438 Mai 6 und die Verträge im Lib. Div. Rerum 68 ff., ferner die Inschrift bei Tonjola 405, auch Fechter im B. Taschenb. 1856, S. 171.

3) Ueber die Armagnackcn und ihre Züge s. Tuetey, I,cs ücorcheurs aous Charles VII.

4) Vgl. Basels Brief an Schwyz, vom 20. März 1439, im Missivenb. IV, 56: und die übrigen 6000 eins under dem andern, als es denn ist. Vgl. auch den Brief Markgraf Wilhelms von Hochberg an Basel, vom 18. März, im Briefb. IV, 192.

5) Sie überschritten die Vogesen am 2.3. Febr , s. die Forts, z. Deutschen Colmarer Chronik, Ausgabe von J. Rathgeber, in den Forschungen zur Deutsch. Gesch. XV, 466.

6) Ueber diesen Ausfall der Strassburger, vom 1. März, s. ebend.

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1439.

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si viengent, schatatent, und die nit gelu hattent ze gebende noch geben mochtent, die kelen aberissen und si an den Strassen ligen lieszent1). ouch by zehen tagen umb Sträszburg und umb Epficli 3) legertent, darnäeh dasclbes ufbrachent3) und snelles i zuges das lannde haruf zugent. ir ein teil in dem zuge für Colmar rantent und ettlich arme knfichte dasei best viengent und mit inen fürtent, und sich gen D&mmerkikh und in die dörffere daselbes umb Altkilch4) niderslügent, da lägest uutz in die dritte wochen 5) , mülent und büchent. denne wiewol esi“*"- 7 2s» ■« deunocht thüre was , so fundent si doch an dem ende korns und ander fruchten gnüg und vast me, denn ir herschafft 4) und ir amptlnte seil» gedacht hettent oder wistent, das daselbes gewesen wäre, oder funden haben soltent. lagent daselbes untz wider mittervasten anhin, erhüben! sich da und zugent *>*»» C°l ü fürer, und lieffent Grandwyler das stettUn abe 7) , begiengent da vil mütwillens an kinden, wiben und mannen, und zugent darnäeh fürbasz in Burgundien und wider Paris1*).

Aber in der zite, als si im lande lagent, kam uns täglich wamung, das si sich für unser statt Basel slahen woltent.

dagegen wir uns ouch rustent mit bullwercken . bühssen und geschütae, zem besten wir konndent, inen manlich widerstände ze geben9), sich besclmbent. ouch vil herren/und stetten von

11. Hs.: und andern fruchten.

1) Vgl. hierüber Berlcrs Chronik, Ausg. im Code historique de Stras- bourg II, 53. ,

2) Epfig, 3 St. östlich von Schlettstadt Der dortige Kirchhof wurde vertheidigt; s. die Forts, zur Deutschen Colmarer Chronik, a. a. O.

3} Dieser Aufbruch geschah am C. März . s. ebend.

4) Beide Orte liegen zwischen Mülhausen und Beifort. Von hier aus streiften sie big vor Basel; s. Basels Brief an den Bischof von Augsburg, Peter von Schaumburg, vom 9. März, im Missivenb. IV, 54.

5) D. h. vom 7. bis 25. Mär» ; vgl. unten S. 52 die Notiz im Oeffnungsb., sowie den Brief des Markgrafen von Hochberg, vom 25. März, im Briefb.

IV, 186.

6) »ir» bezieht sich hier nicht auf die Armaguacken, sondern auf die östreichischen Landeseinwohner.

7) Orandvillars, zwischen Delle und Beifort, 3 St. westlich von Dammer- kirch. Das Städtchen wurde am 16. März erobert, das Schloss aber nicht.

S. hierüber den Brief des Ritters Hans von Münstral an den Markgrafen von Hocbbetg, vom 17. März, im Briefb. IV, 190, auch Basels Briefe an Strass- burg und Schwyz, vom 17. und 20. März, im Missivonb. IV, 54 und 56.

8) Sie verliessen Orandvillars am 25. März und zogen neben Beifort vor- bei nach Oranges, in der Freigrafschaft Burgund ; s. den Brief des Markgrafen von Hochberg, vom 25. März, im Briefb. IV, 186. Ihren weiteren Weg s. bei Tuetey, Les ecorcheurs I, 115 ff.

9j S. die Anordnungen vom 12. März im Rufb. 1, 1 23, auch Beinheim Bl. 25.

Basler Chroniken. IY. 4

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50

Rathsbücher.

Niderlanden haruf und meindent datzü ze tunde1); doch so getorste ein teil dem andern volliclichen nit getruwen7). aber wir schribent die Sachen allen Eidgenoszen, den von Bern, den von Zürich, von Lutzern , von Solottorn, von Fryburg in Oechtelande, und Switz*) und andern ; und verkuntent denen s solichen grossen mütwillen, so daz volke in den lannden be - gangen hattent und tflglichs begiengent, und wie uns für- kommen were und tflglich fürkflme, das si für uns ze ziehende meindent, batent si daby ein fruntlich sehen uns ze habende, und ob sich fügte, das das volke für uns ziehen und iren mit- io willen mit uns ouch understan woltent ze tribende, uns liilff- lich und tröstlich ze sinde. und wiewol wir der zite mit inen noch niemanden von den Eidgenossen in buntnüsse worent4), so ertzougent si sich [147] alle doch mole tröstlich und fruntlich, und seitent uns hilffe mit gantzer macht, rustetent is sich mit iren sflmern und coste und andern dingen, und wo- rent gantz uf den füszen uns ziehende, uns tröstlich und hilffelich ze sinde nftch irem besten vermögen5', das wir gegen inen niemer gutem sollent noch wellent vergessen, und haut fleh erkennt die Sachen und geschichten in dis büch ze setzende ?o einer ewigen gedechtnüsze der selben dingen, dcnne do daz volke die Armjacken den kopff gen ßufgundie kertent, und wir daz den selben unsern fründen verkundetent und widerbuttent, sy davon ein truren und kein froude empfiengent, als das gemeiner rüffe waz in allen Eidgenossen. ■&

Fürbasz ist ouch ze wissende , das in dem vorgenanten i435-u:wjare, als man zalte 1431) jare, und in dem jare davor, grosser mercklicher sterbott gesin was in allen lannden, bede in der Cristenheit und in Heidenschen lannden, als man daz kuntlich seite. und gienge der sterbot den Rin haruf von statt statt, jo

2G. Am Rand eine Inhaltsangabe, von einer Hand des XVIII. Jahrhunderts.

1) Schon am 5. Febr. hatten verschiedene Herren und Städte des F.lsasscs sich zu gemeinsamer Abwehr verbunden, jedoch ohne Erfolg; b. Forts, zur 1). Colmarer Chron. a. a. O., und Berler, im Code historique II. 54. Ueber weitere Schritte zu diesem Zwecke s. den Brief Strassburgs vom 1. März, im Briefb. IV, 183, sowie auch ein Rundschreiben Basels vom 20. März an mehrere Landesherren, im Missivenb. IV, 57.

2) lieber Basels Misstrauen gegen Markgraf Wilhelm von Hochberg s. Forts, der D. Colmarer Chron. a. a. O.

3) Den Brief an Schwyz, vom 20. März, s. im Missivenb. IV, 56.

4) Erst 1441 wurde mit Bern und Solothurn ein neuer Bund auf 20 Jahre geschlossen, wie ein solcher schon 1400 bis 1420 bestanden hatte; s. Stadt. Urk. 1400 Jan. 23 nnd 1441 März 2, im Auszug bei Ochs II, 341 und 111,302.

5) S. Bema Briefe vom 7. und 16. März, im Briefb. IV, 185 und 180.

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143».

51

von lannde zu lande, ye für und für, also das der sterbott in dem vorgenanten jare by uns ze Hasel anevienge umb die 1439 ostern und werte untz zu sant Martins tage anhin'i. in der *«!!». 5 17 zit, als man meinde, by den fünfthusent menschen by uns von 5 dirre weite verschiedent. datzü das heilige concilium grosz gnade tett und applas gab von pyn und von schulden allen denen, so sin begerten und tzwüschent sant Peter und sant Juni w Paulus und aller heiligen tage des selben jares in unser statt NoT' 1 von dirre weite verschiedent one andern applas, der von inen geben wart denen personen, so in das Dotmos2) und unser lieben frowen zen Einsideln 3) mit den crützen und pro- cession giengent, als das desmols geordent was.

Fürer ist ze wissende, das daz heilige concilium by uns babst Eugenium den vierden, mit dem nammen genant Gabriel is de Collumdario*), von siner ungehorsamikeit wegen abesatzten, an sant Iohanns aubent sünwenden 5) anno domini millesimo Joni 21 quadringentesimo tricesimo nono, und aber den durchlüchtigen fürsten hem Amedeum liertzogen Safoy8) der selbe zwölfe ritterb rüdere«, im selbz und inen, ein huse in sinem lande 10 gebuwen hatte, genemmpt Ripalian?) babst gekorn, und genemmpt ward Felix der fünfte, und beschach solich kur in unser statt Basel, uff den fünfften tag novembris dez vor- No». 5 genanten jares, in der herren Stuben zer Muggen*), das eime conclave gemacht wart ; darinne die kieser untz an den (Oct. 30 25 sibenten tag worent9) , alle ir lobelich gewonheit hieltcnt und b> hattent, als ob die kur ze Rom beschehen wPre.

IS. Ara Rand eine Inhaltsangabe, von einer Hand des XVIII. Jahrhundert«.

1) Uebcr diese Pest s. Appenwiler 2. J. 1439, auch Wurstiscn 354 und Ochs 111, 281.

2) Todtmoos, im obero 'Wehrathai, S St. von Basel. Ein Bittgang dort- hin wurde vom Rath auf den 12. Juni angeordnet; s. Rufb. I 103b, auch Appen- wiler a. a. O.

3) Uebcr diese Wallfahrt s. Appenwiler.

4) Gabriel Condolmieri.

5) Die öffentliche Sitzung im Münster, in welcher die Absetzung ver- kündet wurde, fiel auf den 25. Juni, d. h. auf den Tag nach Johannis. Auf den 23. mochte jedoch die vorberathende Sitzung fallen, in welcher dieser Beschluss gefasst wurde.

6) Amadeus VIII., 1416 zum Herzog erhoben, hatte 1434 die Regierung seinem Sohne Ludwig II. übergeben.

7) Ripailles am Genfersee. Uebcr dieses Ritterstift s. Wurstisen 364.

8) Das Haus »zur Mücke«, jetzt Schulhaus, beim Münsterplatz, war das Gesellschaftshaus der Ritter; s. Fechters Top. 23 und Heusler 253.

9) Ueber das Conclave, das am 30. Oct. begann, s. Appenwiler, auch Wurstisen 359 ff.

4*

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52

Rathsbüchcr.

IKioniin] [Ob. I 387] Uff fritag nach 1 1 000 virginum anno ec. 38 oet/24 bat das kom gölten 4 lib. minus 6 s., nemlicli 1 vierntzel dinkel.*) do wage ein wiszbrot, daz 2 d. galt, 8 lot volliclich, und etlichs 9 lot, und 1 kerninbrot, das 2 d. galt, wage 9 '/t lot, und etlichs 10 lot. s

I j.t. Bingen) Item es galt üf die zit ein vierntzal roggen 6 ’/j lib. da wart überslagen, daz ein zweiling-roggenbrot wagt 14 lot, und ein vierphennigbrot 28 lot. und wart nach redelicher reche- nung uberslagen, daz den brotbegken 10 s. und me an einer vierntzal vorstönt. doch es waz nit uf daz vinest gemaln. to

|Ki*nim| [Ob. I 43] Die Schinder kament gen Damerkilch uf sams- Mun - tag vor oculi, 7. die mensis marcii2).

(j. t. i-ing«nj [65] Notandum: König Albrecht.

Hertzog Albrecht von Ocsterrich 3) wart zu künig crwelt na» an ziustag vor mittervasten anno ec. 1438 liora nona, waz 15 Minis ig_ jjc mensjs marcii, und starp im Langendorff*), ob Ofen H3«8 mile, vigilia Symonis et Jude apostolorum anno 1439 zu <lct’ 2‘ mitternacht.

(Kieniin) [69] Rex llomanorum.

mo Uff zinstag unser frowen tag der liechtmes anno ec. 40 20 F>br- 2 ist zu Römischem künige erwelt hertzog Fridrich von Osterrich.

IJ.T.BiDgsni [156] Notandum.

im Uf samstag nach Martini ist unser heiliger vatter der Nov' 1 hobst enweg geritten anno ec. 42s).

No». tr> Item davor am fritag nehst ist unser allergnedigester herre v> Not. ti— 16 der kunig von hinnan geritten; waz vom sunuentage untz dar hie gewesen6).

(Kieniin) [Rb. 205] Delphin").

Ze wissende daz sich gefuget hat: als offen kriege tiff- crstanden warent zwuschent der herschafft von Osterrich an so

1) lieber diese Theurung vgl. oben S. 46. 2) Vgl. oben S. 49.

3) Ueber König Albrecht II. s. Appenwiler 1. J. 1439, sowie auch Ano- nymus bei Appenwiler.

4) Deutscher Name für Ncszmely, an der Donau, zwischen Komom und Iludapest.

5) Felix V. war am 24. Juni 1440 in Basel ciugesogen und seither hier geblieben; s. Anonymus bei Beinheim, Bl. 36, auch Wurstisen 366.

6, Ueber diesen Besuch Friedrichs III. und seine Zusammenkunft mit Felix V. s. Anonymus bei Appenwiler, ferner Schönberg 196, Anm. 1.

'<) Unmittelbar voraus geht im Rb. auf S. 198 204 das Verzeichniss der

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1498— 1444.

63

einem und der Eydgenosschafft an dem andern teile*), in der selben zyt von gewerbes wegen der landsherren, ouch rit- teren und knechten, die der herschafft schloss und empter in Elsas und Suntgowe in phandes wise innhattent2), so vil ge- j worben wart an den groszmeclitigen fürsten hem Ludwigen von Vyand des künigs von Francrich eltester sün, der Delphin genant3), daz er harasz in 'Putsche land ziehen wolte, die Eyd- genoschafffc und unser statd Basel ze vemütigen und gantz underzehringen. darumb ouch der selbe Delphin mit groszer io macht, die man schätzt an drissigtusent gereisiger4), durch Burgund in dise land zoch4). und ward im uffgetan one stich und schlag Mümpelgart schlosz und stat,;), Altkilch, Ensishen, Louffenberg, Seckingen7), dazu erobertent sy die stette zem Heilgen Crütz, Herlishein, MaTkelshein, Nidem Ehenhen, is Rossen 8) und andere schlosz umb Straszburg und im Elsas gelegen9) , also daz sy das Elsas und das Suntgowe mit gewalt innhattent. und als der selbe herr der Delphin erst in das landt käme, zugent der sinen hie für unser stat uff und legerten

Bürgeraufhahmcn von 1443 vor Laufenburg, dessen erste Hälfte sammt der ursprünglichen Aufschrift jedoch fehlt; s. unten Beilage 111. llio nach- folgende Aufzeichnung über die Ereignisse von 1444 scheint ent im Juni 1446 ins Rb. eingetragen xu sein, d. h. nach Beendigung des Krieges mit Ocstreich. Denn im Verzcichniss der dabei aufgenommenen Bürger finden sich auf S. 209, zwischen den Kleinbaslem und den Söldnern, die Worte : »Johannis baptistc anno 46».

11 Ueber den alten Zürcherkrieg s. Anonymus bei Appenwiler, Bl. 206 ff.

21 UebeT die östreichischen Pfandherren s. Brüglinger z. J. 1444.

3) Der spätere König Ludwig XL, Karls VII. Sohn, damals Dauphin von Viennois.

4) Diese Zahl erreichte wohl das gesammte Heer mit Inbegriff des Trosses. Die Reisigen jedoch bildeten kaum die Hälfte dieser Gesammtzahl. Vgl. hierüber die Schrift des Herausgebers: Die Schlacht bei St. Jakob a. d. Birs. ''Basel, 1977 bei C. Detloff), S. 13.

5) Das Heer hatte sich im Juli bei Langres in der Champagne gesam- melt; s. Tuetey, Lea fcorcheurs I, 168 ff.

6) Montbcliard , seit 1397 württembergisch , wurde dem Dauphin am 17. Aug. durch Vertrag übergeben, und zwar für die Dauer von l*/j Jahren; s. Tuetey I, 201 ff.

7) Leber die Einnahme von Scckingen und Laufenburg s. Appenwiler Bl. 225 ; über diejenige von Altkirch und Ensisheim s. die Strassburger Forts, zu Königshofen, bei Monc, Quellen zur Bad. Landesgeschichtc III, 527.

8> Heiligkreuz undHerlisheim liegen 1 St. südlich von Colmar, Markols- heim 3 St. westlich von Schlettstadt, und Nieder-Ehenheim und Rosheim zwischen Schlettstadt und Strassburg.

9) Die Einnahme der einzelnen Schlösser und Städtchen s. in Schilters Ausg. des Königshofen, im Anhang, S. 917 ff., ferner in derStrassbiirgcr Forts, bei Mone, a. a. O.

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54

Rathsbücher

sich ze Brattelen und ze Muttentz.1) der ander harst1) läge iki liberal im Leymtal und Birstal3), uff zinstag ze nacht nach A”g'25sand Bartholomeus tag anno ec. 44. und als uff die zyt die Eydgenossen vor Varesperg logen4), zugent ir der selben nacht by tusent mannen4) herabe und understundent die Schinders ze Brattelen ze überfallen, als sy oüch taten t°). damit macht Aog. sich mornendes uff mitwochen firü , als die Eydgenossen die Schinder ylten untz harabe zu sant Jacob an der Birse ;) , kom- men! die andern der Schindern herste umb und umb zü, und ouch der edden ritteren und knechten vom lande mit inen, io und kament die Eydgenossen und sy alle an eynander, und beschach uff den selben tag ein schiacht, daz uff bede siten ein mergklich volk erschlagen wart und undergienge’’). umb der selben sweren louffen willen wart menglichem, der by uns ze blibende meynt, gegünnet vergeben burger ze werden“), is deshalp ouch dise nachgeschribenen ze burger uffgcnommen worden sint10). (folgen 324 Namen bis S. 209].

(J.v. Bingen]

1445 Aug. 17

Aug. 25

[Ob. I 235] Notandum.

An zinstag nach assumcionis Marie anno ec. 45 zugen wir für die vestin Rinfelden "). , 20

An mittwoch noch Bartholomei anno 45 wart Liel inge- nommen in einer trostunge ,2).

1) Pratteln und Muttern, an der Strasse nach Liestal gelegen, wurden am 23. Aug. vonderVorhut besetzt; s. llascls Brief an Strassburg, vom 24. Aug., bei Ochs III, 343, und die Kundschaften von 1446, in der Säkularschrift von 1844 zur Schlacht bei St. Jakob, S. 35 ff.

2) D. h. die Hauptmacht, im Gegensatz zur Vorhut.

3) ü. h. in der südlichen Umgebung Basels, bis an den Jura-Blauen ; vgl. Brüglinger z. J. 1444.

4) Ueber Farnsburg. 5 St. östlich von Basel, s. Birmann, im B. Jahrbuch 1882, S. 68 ff. Ueber diese Belagerung s. Anonym, bei Appenwiler, Bl. 206b.

5) Mit dieser runden Schätzung vgl. Brüglinger a. a. O.

6) Sie trafen dort den Feind vor Tagesanbruch, jedoch nicht unvorbe- reitet; s. cbend.

7) Ueber dieses Sicchenhaus s. Fechters Top. 73. Hier vorbei führte die Strasse von Liestal nach Basel, mit einer Brücke über die Birs.

8) Ueber die Schlacht s. Brüglinger a. a. O., auch Appenwiler z. J. 1414.

9) 'Diese Vergünstigung wurde schon am 12. Aug. ausgerufen; b. Rufb. I, 188b, und vgl. Brüglinger a. a. O.

10) Die Namen abgedruckt bei Bruckner V, 482 ff. S. auch oben S. 52, Änm. 7.

11) Ueber diesen Zug s. Brüglinger z. J. 1445, und Appenwiler, Bl. 226 ff.

12) Ueber das von den Baslern besetzte Schloss zu Liel, zwischen Kandem und Schlicngen, 5 St. von Basel, s. Appenwiler, Bl. 228b, auch H. von Offen- burg, in der Hs. 1)11 1 des Basler Kirchenarchivs, Bl. 37.

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1444—1449.

55

[Rh. 213] Itein davor') uff zinsztag vor Georji anno ec. iM«nkjncb| 45, als man mit der paner für Pfeffingen zog1), sint disz nach- Aptii m geschriben burger worden. (folgen 54 Namen bis S. 214).

[Rb. 210] Rynfelderkrieg 48. iiisgkyncb]

s In dem jare do man zalte nach Cristus gebürte 1448, uffu«* sambstag vor sant Katherinen tage hand uns widerseit her Nor' 2,1 ,J4) Wilhelm von Grunemberg ritter4), juncher Thoman von Valkcn- steyn5), Hanns von Reehperg von Hohenrechberg , llalthasar von Blümneck und Hanns von Boisenheim8), die als hobtlute io mit iren helferen ze Rynfelden sich enthielten, das sy uber- fallen und ingenommen hattent5). und als wir mit inen ze kriege kament und dick und fill mit dem baner uszzugent K) , sind burger worden dise nachgescliriben. (folgen 70 Namen bis S. 211 J.

u [Ob. I 427] Anno ec. 49 uff inentag der heiligen dru |M.gk>ocb| kunig tage ®) sint unser vigende für der statt gesyn und 1 husz ][['' # zu Bynningen10) verbrannt; und ist man nachgeilct zu rosz und

1) Ueber dieser Aufzeichnung steht im Rb. folgende Ucberschrift von Kienlins Hand: »Als das schlösse Rinfelden gewonnen und zerbrochen wart anno domini 1445 cxaltacionis crucis". Uebrigcns wurde der Schreiber dieser Aufzeichnung, G. Megkvnch, erst 1447 Unterschreiber; sic wurde also wohl kaum vor 1447 ins Rb. eingetragen.

2) Ueber diesen Zug s. ßrüglingcr z. J. 1445, und Appenwiler, Bl. 231.

3) Statt »sambstag« lies: sunntag (24. Nov.). S. Basels Brief an Liestal, vom 25. Nov., im Missivenb. V, 03, auch Ob. I, 397.

4) Er steht hier an der Spitze, als Pfandherr der üstreichixchen Herr- schaft Rheinfeldcn ; s. Boos, Urk. S. 825. Ueber ihn s. H. v. Liebenau, Arnold Winkelried ec., wo auch eine Stammtafel. Er starb 1450 als der letzte seines Stammes.

5) Ueber ihn s. Birmnnn, im Basler Jahrb. 1882, S. 77 ff.

6', I)ic hier genannten 5 Hauptleutc hatten schon am 28. Oct. Basel auf- gefordert, sich für oder gegen sie zu erklären; s. ihren Brief, im Schweizer. Geschichtsforscher XII, 115. Im St. Archiv finde ich diesen Brief nicht, da im Briefb. V die zweite Hälfte von 1448 fehlt.

7) Ueber diese That und den daraus entstandenen Krieg s. Appenwiler,

Bl. 181t* ff.

8) Die nachfolgenden Bürgeraufnahmen umfassen sämmtlichc Züge vom Nov. 1448 bis März 1449. Der Zug gegen Blochmont jedoch, welcher erst unternommen wurde, nachdem am 6. April bereits dieFriedensunterhandlungcn begonnen hatten, ist hier nicht inbegriffen; s. unten S. 56.

9) Ueber dieses Gefecht vom 6. Januar 1449 s. Appenwiler. Bl. 183h.

10) Das Dorf Binningen sammt dem Schlosse gehörte seit 1436 dem Basler

Bürger Heinrich Grüninger; s. Boos, Urk. S. 811.

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56

Rathsbücher.

zu fusz. tind kam unser roszfolck an unser figendc hy Hesingen, in dem engen wege by der müllen , und schermützletten mit enander.

U4» Uff fritag dornach ist man mit der baimer uszgezogen untz J*“' 10 gen Wilen ’), daselbs mau wyn reichte. a

Jan. ii Uff zinstag ze nacht2) post Hilarii ist man mit dem drit- teyl 3) uszgezogen gen Rynfelden, hie disit Ryns 4).

April 30 Blochmont wart gewunnen uff dem meyabent 49s).

liaegkyncbi [Rb. 212] Blochmont.

April Anno ec. 49 uff mentag nach dem suntag, als man in der io heiligen kilchen singet miscricordia domini ec., zugent unser herren mit irem baner und ziighe usz und schlugcnt eyn leger für das schlossz Blochmont r’), das Hermann von Eptingen7) innhatte, der in dem Rynfelderkriege unser vigend s) und her Wilhelms von Grünembcrg ritters helfer worden was8), und is April 30 wart das selbe schlosz in drien tagen erobert , und Herman von Eptingen mit andern edelen und iren dienern gefangen in unser statt gefurt und in die kefien geleit, und das schlosz geschlissen und verbrennt, daselbs wurdent burger dise har- nach geschriben. ( folgen 19 Namen bis S. 213). 20

1} Wihlcn, 1 Vs St. westlich von Basel, auf dem rechten Rhcinufer. Ueber diesen Zug s. Appenwiler, Bl. 187.

2) In der Nacht vom 14./15. Januar; 8. Appenwiler a. a. O.

3) Wohl eher: mit dem vicrtovl. Die Ausxügc erfolgten entweder mit der gesammten Streitmacht, oder »mit der halben statt«, oder »mit dem vicr- tcyl« oder mit dem »halben viertevl« ; aber von einer Drcitheilung finden wir sonst keine Spur. S. die Mannschaftscala im Ob. I, 241. Der »viertevl« war auf 420 Mann angeschlagen.

4) D. h. auf dem linken Rheinufer, gegen die vom Feinde besetzte Stadt Rheinfelden. Die Strasse führte damals Ober St. Jakob, Pratteln und Augst. Deshalb wurde im friedlichen Verkehr die ebenere und bequemere Strasse des rechten Ufers vorgexogen.

5) Ueber Blochmont s. unten Z. 9 ff. die Nachricht im Rb.

6) Blochmont, 6 St. von Basel, hinter Pfirt. Ueber diesen Zug s. Appen- wiler, Bl. 189 ff.

7) Ueber diesen Neffen des oben t. J. 1425 erwähnten Konrads von Ep- tingen s. Beiträge XII, 130 ff.

8) Seine Absage erfolgte erst am 5. April 1449 ; s. Ob. I, 412.

9) Hermanns Frau Magdalena war die Tochter des oben x. J. H28 er- wähnten Johann gen. Grimm v. Grünenberg; s. die Stammtafel der Grünen- berge bei H. v. Liebenau, Arnold Winkelricd. Demnach ist xu berichtigen, was in den Beiträgen Xn, 132 hierüber gesagt ist.

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1449 1453.

57

[wb. fFi1] Von eyns bisschoffs von Basel begrcbte |M»gkjnch| und volgc wegen.

Anno domini 1100 quinquagesimo primo uff ziustag der um heiligen dri kungc obend, umb vespensit, ist der hochwirdig J 5 s in gott vattcr her Fridricli ze Rine1) bisschoff ze Basel mit tode abgangen, des seien got gnedig sin wolle, also inorndes uff dem zwolfften tage, aber ze vesperzyt, hat man die liehe j»n.« zem grabe geleitet, und warent daby alle kilcbspil und alle orden in eyner procession, und der wiclibisschoff2) nach der io liehe , und dornach alte und nuwe rete 3), und alte und nuwe sechse4), ouch ordentlich nach eynander in eyner procession, von und usz dem minister untz zu des bisschofs liöfe5), und mit der liehe wider in das minister zu dem grabe" ; und bleib man daby, bisz der lib bestattet wart.

15 Uff den selben tag band alte und nuwe rete erkennt, dasz Jan. o solichs hinnfur, wenn eyn bisschoff von Basel in der statt ab- gat oder von uszhin inher gefurt wirt, der statt halb aber also gehalten werden solle, das bede rete und nuwe und alte sechs zu der begrept gön und die liehe zu dem grabe geleiten sol- io lend one kertzen. und so man der liehe volgcn wil, sollend sy aber daby syn mit der zunfften kertzen, als man zu ander bisschoffen jorziten gewonheit het ze tunde.

[Ob. II 172] Anno ec. 52 sabbato vigilia trinitatis hat her iM'«kr“,hl Bernhart von Ratperg ritter burgermeister *) für rate erzalt, juai 3 2s als er eyn houbtman unsern soldenern, die unserm allcr- gnedigisten herren keyser Fridrichen über berg ec. gedienet hand’’), zugeben was: wie denn er ze Rome für unsern heiligen

1) lieber seinen Tod vgl. Appenwiler, Bl. 191.

2) Niklaus Ammann, Bischof von Tripolis, ein Barfüsscr ; s. Wurstiscn 419.

3) lieber das Verhältniss des alten zum neuen Rath s. Heusler 374 ff.

4) lieber die Sechser oder Vorgesetzten der Zünfte, welche den Grossen Rath bildeten, s. cbend. 2S2 ff.

5) Wie mehrere seiner Vorgänger seit dem Erdbeben von 1356, so be- wohnte auch Bischof Friedrich den ehemaligen Schürhof, jetzt Münsterplatz Xo. 19. Im Biachofshofe hinter dem Münster, der erst später ausgebaut wurde, hatte während des Concils Papst Felix V. gewohnt. S. Beinheims Bischofschronik, ferner Wurstisens Beschreibung des Münsters, Ausg. von Achilles Burckhardt, in den Beiträgen XII, 485 u. 496, auch Fechters Top. 20.

0) Sein Grabmal, bei Lebzeiten errichtet, s. im nördlichen Seitenschiff.

7) Ein Sohn Hans Ludmanns, des 1410 verbannten Bürgermeisters, und Bruder Arnolds, des 1451 erwählten Bischofs: s. B. Chron. I, 293, Anm. 4.

Er starb 1470; s. Tonjola 11.

8) lieber diesen Zuzug zur Romfahrt, der am 10. Nov. 1451 aufbrach und am 1. Juni heimkehrte, vgl. Appenwiler, Bl. 193b, Und Anonymus bei

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58

Itathsbücher.

vatter babst Nicolas kommen were und siner heilikeit die statt von Basel und die iren diemütiklich empholhen hette, da würde im von dem babste gnediklichen und müntlichen geantwürtet: er were der statt von Basell holt, wannd die statt von Basell hette sich fromklich mit dem concilio gehalten und liettent s geton als fromme biderbe lüte, und es werent fromme löte ze Basell ’). was er ouch der statt von Basel und den iren gnaden thün mochte, wolte er altzit willig syn ze tünde 1). daby werent grafe Ilanns von Ebersteyn3), her Iohannes Gemynger4), Jacob WuTmszer und Walther Rvff von Straszburg, und fill frommer io licrren und luten mf ec.

Item dise nacligeschriben hand die unsern gefürdert und inen fruntschafft erzöget ze Rome :

der Cardinal von Metz, tituli sancte Sabine*).

der prior von sannt Anthenien. is

meistcr Wilhelm Hensberg der ciister*).

meister Dietrich Calwe.

liertzog Albrecht von Osterrich7).

marggraff Rudolff von Rotclens).

item graff Oswalt von Tiers teyn'1).

5. »mit (tarn concilio« nnchtriglich durchgoatrichen. 17. Hinter Calw« einige

Zeilen leer.

Appcnwiler, ferner Beinheim, Bl. 28b, und Berlingera Zusätze zu Etterlin,

Bl. 31'*.

1) Vermuthlich bezieht »ich diese» Lob darauf, das» Basel 1448 wenn auch ungern der Forderung König Friedrich» »ich gefügt und da» Concil durch Kündung des sichern Geleits zum Wegzüge gezwungen hatte. S. Bein- heim, Bl. 15 und 17 ff.

2) Er bestätigte Basels sämmtlichc Privilegien; s. Stidt. Urh. 1452 März 24.

3) Dieser hatte 1440 die Gesandtschaft des Concils überfallen; s. Brüg- lingcr z. J. 1440, auch Wurstiscn 407.

4) lieber seine Vergangenheit als bischöflich basclischcr Offizial s. Bein- heim, Bl. 18b und 21b, ferner N. Gerungs Forts, zu Martinus Minorita, abge- druckt in Scriptores Basil. Minores, S. 343 in der Anm. Seit seiner Frei- lassung lebte er in Rom als päpstlicher Schreiber.

5) Konrad Bayer von Boppard, seit 1 4 1 G Bischof von Metz, folgte 1451 nls Kardinal von St. Sabina auf den verstorbenen Papst Felix V.

6} Wilhelm von Heinsberg, Domcustos zu Basel, starb 1457 und wurde im Münster begraben ; s. Tonjola 8 und Trouillat V, 815.

7) Albrecht VI., Kaiser Friedrichs Bruder, regierte »eit 1443 die vorder- üstrcichischen Lande. Seit dem Friedensschluss zu Breisach war er mit Basel auf 10 Jahre verbündet; s. Stadt llrk. 1440 Mai 14.

8) Sein Vater Wilhelm, der in Oestreichs Diensten stund, hatte ihm schon 1441 die Regierung seiner Lande übergeben.

9j Graf Hansens Sohn, lieber ihn s. Birroann, im B. Jahrbuch 1883,

S. 4S ff.

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1452— 1457.

59

her Hanns Münch von Lantzkron '). her Heim ich Rych5). her Friedrich vom Ilüse3). her Heinrich von Randegk. i her Gerge Trüchsesz4).

her Markart Brisacher von Costentz5). her Hanns von Gundrichingen.

Oh. II 28S] Uff mittwoch post nativitatis Marie 54 sint|Kieniin| marggrafc Hanns, marggrafe Jerje und marggrafe Marx von^4, io Nidern Baden6) hie durch gen Pafye ad Studium gezogen.

[wb. 162] ewiger gedechtnusse der dingen sol manlKio»un| wiszen der arch halb im Ryne:

Als eyn rate zu Basel in dem 1457 jare understanden hat, iih die nuwen steynen arche hie dissit dem keppelin7) in dem 15 Ryne uff das phulment, so daselbs was*), ufzeftiren, und die werglute die waszerstuben umb das phulment setzen, die vor- dammen und das phulment trucken legen soltent, daz daran groszlich gevelet, und die waszerstube ze enge und ze schnöde, und ouch nit recht gesenckt noch uff dem gründe versorget 20 warde, daz man die trucken legen mochte '•'). deshalb für und für

7. Dies« Zeit« ist Zusatz von Kienlins Hand.

1} Der Bruder des 1444 bei St Jakob gefallenen Burkhard M., und mit- hin ein Urenkel jenes Ritter» Burkhard de» älteren, welcher 1371! starb, vgl. oben S. 18, Anm. 1, und Appcnwiler, Bl. 225. Mit ihm erloschen 1460 die Mönche von Landskron.

2} Er erscheint 1465 als östrcichischcr Statthalter der Landvogtei im Klsass und Breisgau , s. Ob. IV, 42.

3) Hans Friedrich vom Huse erscheint 1465 als östrcichischcr Kath; s. ebend. 27 b.

4) G. von Waldburg, Reichs-Erbtruchsess.

5; Als Bürgermeister führte er den Zuzug dieser Stadt zur Romfahrt ; s. Spcirer Chronik, bei Mone, Quellen I, 390.

6) Von diesen 3 jüngeren Söhnen des 1453 verstorbenen Markgrafen Jakob I. wurde Hans 1456 Erzbischof von Trier, Georg 1459 Bischof von Metz, und Marcus Domdechant von Mainz.

7) Der hier erzählte Bau betrifft das äusserstc oder erste Steinjoch, von Gross-Basel aus gesehen. Die Kapelle aber stund früher nicht auf diesem, sondern auf dem zweiten Steinjoche ; sie wurde 1 478 umgebaut, jedoch erst 1855 vom zweiten auf das erste Steinjoch versetzt. Ucber den Bau von 1478 s. eine Notiz im Cod. Beinheim, Bl. 7Sb.

8) Dieses Fundament mochte vom ersten Bau der Brücke herrühren, also aus dem Xlll. Jahrhundert.

9) Vgl. im Liber Div. Rerum, Bl. 97, die vom 13. Mai d. J. datierte An- leitung zum Bau einer Wasserstubc, die der Rath sich von Meister Hans von Reutlingen hatte geben lassen.

ritter.

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60

Rathsbüeher.

vil groszcs koste« darüber gienge, bis« daz zu lest etlich werglute den synn funden, daz sy mit geschuchten phelen eyn zwifeltige Stuben ze ringe umb das phulment wol dryer schüe wyt schlugen, und die zu ringe umb uff dem gründe mit toen wol bestieszent und durch uff her ouch mit tuen uszfullten, in maszen daz & man die trucken legen und behebe machen mochte, also ward 1157 ouch die arche vor wyennechten in dem selben 57 jare an- \or Dm. -2.) gCfangen setzen und bisz uff ascensionis domini darnach im iiis 5S uszbereit, doch mit merglichem kosten, denn von ungehebe wegen der waszerstuben, die zem ersten verhoüt was, man tage io und nacht vil knechte und werglute haben muste, bisz das man für das waszer uffer käme, und kostet die selbe arche zem gröbsten uberschlagen by 2300 lb., und ward also uszbereit under her Hannsen von Berenfcls ritter burgermeister'), Hann- sen Bremenstein zunfftmeister , und warent lonherren Hein- is rieh Ysenly5) und Hanns Satler3).

Mii II

Mai 6 [wb. 92b] Uff sambstag ze nacht vor der uffart anno ec. 58 ist verscheiden bischoff Arnolt von Basel, eyner von Ratperg4). na - der wart ouch in obgeschribener masze 6) monides umb vesper- m»i 12 zyt zu dem grabe geleitet, und sin lipvile uff fritag darnach 20 begangen, an des selben herren abgang der stat und dem lande übel beschach. denn er eyn frommer geistlicher und fridlicher furst, und zu allen zweyungen gfitlich oder recht- lich hin ze legen willig und unverdroszen gewesen ist K) ; des sele got gnedig sin wolle. 25

|M»gkyncb| [Ob. III 104*1] Marggrafcn von Baden.

1100 60 umb sannt Lorcntzen tag7) würdent zwen marggrafeu

Ang. («) x

1) Vermuthlich ein Sohn des oben z. J. 1439 erwähnten Bürgermeisters Arnold v. B.

2) Er gehörte zum Achtbürgcrgeschlcchte d. N., welches in Basel um 1580 erlosch, und wurde später Oberstzunftmeister; s. Wurstigen 435.

3) Der Schluss dieses Abschnitts entspricht der Inschrift, welche früher an diesem Joche sich befand ; s. Ochs V, 200.

4) Ueber seine Verwandtschaft s. oben S. 57, Anm. 7. Uebcr seinen Tod und sein Begräbnis« s. Appenwilcr, Bl. 201.

5) Nämlich gemäss der Verordnung vom fi. Januar 1451, welche im Kl. Wcissb. unmittelbar vorausgeht; s. oben S. 57 zum Begräbnis« Friedrichs ze Rin.

6) Uebcr seine Regierung s. Gerung, in den Sciptores rer. Basil. minores, 347 ff.

7) Genauer: Freitags vor Laurcntii (6. Aug.). Uebcr diese Gewaltthat s. Eikhard Arzt, Ausg. in den Quellen zur Bairischen Geach. II, 183, und Mathias von Kemnat, ebend. IT 29, ferner die Spcircr Chronik, bei Mone, Quellen I, 446.

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1467—1461.

61

von Baden, nemlichen marggraff Gerg bisschoff zu Metz und marggraff Marx, durch Fridrichen vou Schowemberg ') gefangen und gon Yssenhein2) in dasz schlosz gefurt ec. und ward forder- lich daruff durch der herschafft von Osterrich landvogt hern s Peter von Morsperg ritter dasz schlosz berennt und domach oucli durch marggraff Karlen von Baden mit macht belegert, der oucli dasz schlossz mitt allerley grossem und kleynem züghc undcrstünt ze notigen und ze beschiessen. also reyt unser herre bisschoff Johanns von Basell s) mitt sambt desz rat» botten,

«o nemlichen her Hannsen von Berenfels ritter und Bernharten von Louffen, darzü in dasz her und understünt dorinn ze te~ dingen zwüsschen beden parthien. in dem begerte marggraff Karle4] ettwasz züges von uns, nemlichen 20 schützen mitt handbüchssen und zwen tonnen pulwers. der selbe zügh im is ouch durch unser botten zügescyt wart, und syn gnade dasz grossem dangke von uns uffnam. doch so wart die sach gericht, vor und ce unser ziigh gefertiget wart.5)

[Rb. 227] Ortemberg 61. |Ki«nii»i

Anno domini 1461 uff fritag vor Matliei wurdent sibemtsi 2u unser burger koufflute nidwendig Markelssen 8) , in des bi- s' l't' schoffs von Straszburg7) geleyt, durch Reynharten Meyen8), von geheiszes wegen Heinrichen Meyen sins b rudere9), als er seyt, von Briden Palmeserin 10) wegen, gefangen und gen Ortem-

1) Dieses Geschecht stammt vom Schlosse Schauenburg in der Ortcnau und iat nicht verwandt mit den Edelleuten d. N., deren Stammburg uberhalb Pratteln liegt ; s. Schöpf lin-Ravcnez V, 758 ff.

2) Isenheim, bei Gcbweiler.

3) Johann von Venningen, Bischof seit 1458.

4) Markgraf Karl, der ältere Bruder der beiden Gefangenen, war seinem Vater Jakob 1453 in der Regierung gefolgt.

5} Uebcr den Ausgang der Fehde s. Kikhard Arzt a. a. O., auch Schöpflin- Ravenez IV, 169.

6) Markolshcim lag an der Strasse von Basel nach Strassburg ; s. oben S. 53, Anm. 8.

7) Bischof von Strassburg war seit 1440 Ruprecht, ein Sohn Stephans von Pfalz-Simmern und Enkel König Ruprechts.

8) Reinhard Mey von Lambsheim gehörte zu der Gesellschaft von Aben- teurern, welche auf Ortemberg hauste, und deren Hauptmann Hans vom Wigcr war; s. St&dt. Urk. 1401 Sept. 24.

9) Heinrich Mey von Lambsheim hatte Basel seit 1459 unter nichtigem Vorwände befehdet, und zwar so, dass auf seinen Kopf ein Preis von 500 Gl. gesetzt wurde. Am 14. Aug. 1401 jedoch hatte er mit der Stadt Frieden ge- schlossen. S- Missivenb. IX, 128, 133 und 101, und X, 00 und 87; ferner Rufb. I, 202b und II, 0, auch Stadt. Urk. 1461 Aug. 14.

10) Ihr Name wird auch »Balmoserini und »Barmserin« geschrieben. Sie

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62

Rathsbücher.

berg1) by Schietstat gefurt. dazu tet der bischofF von Strasz- burg so vil, daz das selbe schlosze belegert und die gefangnen (Sept 24) ledig wurden.2) aber ee das beschach, hat die stat sich gerust mit luten und gezuge für das schlosze ze ziehen, dazu oucli der herschafft von Osterrich landvogt und marschalk 3) der stat s mit aller landschafft und irem gezuge ze helffen zugeseit und gerüstet hand. desglich die von Straszburg, Schietstat, Colmer und Mulhusen ouch getan hand. so hand die von Zürich, Bern und Solotorn tröstlich zugeschriben eyn getruwe zuseen zu der stat und iren emptern ze haben, so hat der marggrafe io von Rotelen4) der stat segs knecht und pherde zugesant; denn er nit inlendig was. desglich die ritter von Eptingen &) alle und her Bernhart von Gilgenberg6) ouch zugeseit hand. zu solicliem zuge hattent sich dise nachgeschriben gerüstet, umb burgrecht ze verdienen ; denen hat man ouch solich burgrecht is geluhen, wiewol der zug wendig wart, umb 2 gülden.7)

( folgen 93 Namen bis S. 228).

lMpgkynrii| [Ob. III 1381] Her Jacob zft Ryne ritter, priester

gefangen.

1402 62 uff sambstag ante Laurencii wart evn priester, nem- 20

Ang. 7 ° r

war von Basel, undTochter des Arztes Konrad von Meissen, der nach früherem Wohlstand im Alter in grosse Armut gcrathen war. In dieser seiner hilf- losen Lage hatte sie ihn schon 1447 verlassen, um mit dem Vater ihres unehe- lichen Kindes, dassic gleichfalls zurückliess, nach Raiem zu entweichen. Den- noch forderte sie von Basel, nach ihres Vaters Tode, dessen angebliche Hinter- lassenschaft und verklagte die Stadt bei den wcstphfilischen Gerichten. Seit dem Sommer 1461 wohnte sie auf Ortemberg unter dem Schutze Johanns vom Wiger, der sich ihren Vogt nannte. S. Missivenb. X, 78 und Städt. Urk. 145!) März 15, April 9, Aug. 27 und Oct. 6, ferner 1461 Jan. 21, Juli 28 und Aug.

17 und 18.

1) Ortenberg, am Eingang des Albrcchts- oder Wcilerthalos, gehörte ge- meinsam verschiedenen Gliedern des Geschlechts von Mülnheim; s. Sehöpflin- Ravenez IV, 455, auch Städt. Urk. 1461 Sept. 24. Das Vcrhältniss dieser Eigenthümer zu Hans vom Wiger und seiner Gesellschaft ist nicht klar.

2) S. den Vertrag, Städt. Urk. 1461 Sept. 24.

3) Als Landvogt erscheint schon 1454 Peter von Mörsberg, und Land- marschall war seit 1450 Thüring von Hall wil der jüngere, Thürings des älteren Sohn, der auch 1464 auf P. von Mörsberg als Landvogt folgte. S. Städt. Urk. 1154 Sept. 11, und Ob. IV, 8*>, ferner C. Brunner, in der Argovia VI, 191 ff.

4) Rudolf V ; s. oben S. 58, Anm. 8.

51 Von diesem Geschlcchte blühten damals noch mehrere Zweige.

6) Ueber Hans Bernhard von Gilgenberg, den Sohn Rudolfs, des 1459 verstorbenen letzten Freiherrn von Ramstcin, s. K. Vischer-Mcrian, in den Bei- trägen XII, 252 ff.

7) D. h. um die Hälfte der Einkaufstaxe; s. unten Beilage III.

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1402.

63

liehen her Oiriacus Legsteyn, der in desz bisschoffs von Nassow '} dienst gen Rome riten wolt, durch her Jacobs zu Ryne1) diener zwüsschen Brattelen und Licchstal nydergeworffen und gen Hfsingen gefürt. und alsz der rat das vernam, schigktent sy s ir bottschafft zu her Jacob ze Ryne in der nacht gen Hesingen, nemlichen her Hanns von Flachslanden ritter burgermeister, Caspar von Regessen '■') und Ulrich zem Lufft4 , und fordertent den priester liarusz one engeltnysz. also nach allerley rfde gab her Jacob ze Ryne den priester harusz one engeltnysz, io und wart har in die statt gefört. und wart ouch her Jacoben durch die botten zugeseyt, dasz er und syne diener5) und die synen der selben getat halb hinnfur von der statt wegen one sorglie syn und bliben sollte, daruff kam ouch der selbe her Ciriacus für offenen rate und bedangkte sich gar ser so- 14 lieber gnaden, so der rate im geton bette, in also ze lidigen.

[140b] Bähst, keyser.

62 uff mittwüclien crastino Bartholomei sind uns uff eyn stunde vor mittemtaghe güte mfr kommen von unserm heiligen A“g' ' ' vatter dem babste und von unserm allergnedigsten herren dein jo Römischen keyser. und besunder hatt uns unser heiliger vatter der babst geschriben0): als uns vormols ettlich bebst- liche bullen geantwurtet und da by gar grossen erscliroglichen penen gebotten worden wasz, mitt aller macht gegen den pfal- letzgrafen7) und her Dietrichen von Ysemberg ec. und ire an- 24 hanger zu hilffe her Adolffen von Nassowe ec. ze ziehen, nach merglicher innehallt der selben bebstlichen bullen ec.5) das solich bullen nach syner heilikeit meynunghe uit usz-

11. 11«.: zugeseyt desz er.

1) Adolf von Nassau war 1461 von Pius II. zum Erzbischof von Mainz ernannt worden, gegen den abgesetzten Dietrich von Isenburg.

2 Früher in Basel Bürgermeister, hatte er 1454 sein Bürgerrecht gekün- det Im März 1462 war er dem Pfalzgrafen Friedrich zugezogen, also dem Feinde Adolfs von Nassau, und hatte am 30. Juni bei Seckenheim gekämpft.

S. Lb. II, 136b und Ob. III, 128, ferner M. lleheims Reimchronik, in den Quellen zur Barr. Oesch. III, 116.

3) Er wurde 1463 Oberstzunftmeister.

4) Ein Bruder des Domherrn Peter und Vater des Domherrn Arnold zem I.uft , s. die Stammtafel bei Wurstigen 439.

5) Sein Knecht Rudolf zog noch denselben Monat in fremde Kriege ; s.

Ob. m 138 b.

6) Diesen Brief Pius II. s. Städt. Urk. 1462 Juli 31.

Tj Friedrich der Siegreiche, ein Sohn Ludwigs III. , regierte seit 1449, d. h. seit dem Tode seines Bruders Ludwigs IV.

8) S. die Bulle, Städt Urk. 1462 April 30.

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64

Rathsbücher.

gangen werent. und hatt uns dorinne als gut eristgloubigen lute gerflmet, und ouch gebetten unsem flysz dorzft ze keren, dasz der bisschoff von Metz, marggraff Karle von Huden und graff Ulrich von Wirtemberg') ec., alsz die durch den pfalltz- grafen gefangen worden werent2), irer gefangenschafft lidig s werden mochtent. und hatt doch ze lest daby alle soliche penen in synen bebstlichen bullen begriffen abegeton und re- laxirt, ouch solich bullen vemütiget, nach innehallt der selben briefen ec.

I)orzü als unser allergnedigister herre der Römische keyser 10 uns ouch gar ernstlich und treffenlicli gemant*) hatte, synen liouptlüten gegen hertzog Ludwigen von Beigem4) zuzeziehen, uns ouch doruff eyn ladunge zugesannt hatte; uff solichs wir unser bottschafft zu unserm herren dem keyser uszgefertiget hattent, mitt nottürfftiger underwisunghe unsem herren den is keyser anzekeren, uns als eyn frye statt by unsem fryheiten und altem herkommen hüben ze lassen5), die selbe bottschafft, neinlichen her Cunrat Kflnlyn unser stattschribcr, uff die ob- genant stunde ouch wider har heym kommen ist und under anderm erzalt hatt : wie denn nach synem gewerbe unser herre 20 [141] der keyser die Sachen der obgenanten ladung und gebotten halb uffgeschlagen hette untz uff abescheyd des fhintüchen tages, so der kriegen halb Nüremberg angeSetzt worden were. wurdent da die Sachen gericht, so blibent die Sachen daby8);

beschee aber das nit, so hette unser herre der keyser synen » houptluten empholhcn, mitt uns und andern Stetten alszdenn fürer zu handelen nach geburlikeit, als wir dasz ouch woll vcrnemmen wdrdent ec.

[144*] Wie man vor Hoh enkii ngsberg1) gezogen ist,

und wie es gewunnen wart. so

1402 62 uff sambstag nach 1 1 000 jungfrowen tage schigktent

. /

1) Ulrich der Vielgeliebte, Stifter der Linie Württemberg-Stuttgart.

2| ln der Schlacht bei Seckenheim am 30. Juni; s. unten,

3) Ueber diese Mahnung s. Ob. III, 129 ff. und Ochs IV, 126 ff.

4) Ludwig der Reiche , vpn Baiem-Landahut. Ueber diese Fehde vgl. Appenwiler, Bl. 212.

5) Als freie Stadt war Basel nur bei der Romfahrt des Kaisers und bei Kriegen zum Schutze der Christenheit zum Zuzuge verpflichtet. S. Heusler.lloff.

0) Am 22. Aug. wurde zu Nürnberg Friede geschlossen; s. Lichnowsky VII, Reg. No. 67b und 679.

7) Ueber Hohen-Königsburg, bei Schlettstadt, s. Scbüpflin-Kavenez IV, 462 ff. (wo irrig 1472 für 1462). Her oben S. 61 erwähnte Reinhard Mcy

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1462.

65

wir einen zügh usz mitt hundert fuszknechten ') ; der warent 40 usz den empteren1) und 60 von der statt, und warent houbt- lute her Hanns von Flachslanden ritter burgermeister und Ulrich zem Lufft. und schigktent die herren von der Hohen s Stuben s) her Hannsz von Berenfels ritter alter burgermeisteT mitt sechs pferden dar. und lagent des bischoffs von Strasz- burg und der herschafft von Osterrich Irrte und fill ander herren lüte ouch davor4); und geschach ouch der zügh mitt wissen und willen desz pfalletzgrafen 5). und wart eyn houbt- io büchssen, genant der Trach, dar gefürt®). und wart dasz schlosz gewunnen uff fritag nach sant Svmmon und Judas tage; undoct. » die uff dem schlossz warent, die giengent in der vorderen nacht davon7).

[1 46b] Als der pfalletzgrafe dry fürsten gefangen w hatt.

Anno 62 uff s) hatt hertzog Fridrich von Peigern (Juni 301

pfalletzgrafe by Ryne im felde unferre von Heidelberg®) nyder-

10. »Tmch« corrigiert aas »Büdy«, von derselben Hand. 16. Kanm für das Datum leer gelassen.

von Lambsheim, der mit dieser Burg von Jacob von Hohenstein war belehnt worden, hatte von hier aus mit seinen Genossen Strassenraub begangen : s. Missivenb. X, 133 u. 157, auch Ob. III, 138 und 140.

1) Uebcr den Aufbruch zu diesem Zuge vgl. unten Appcnwiler Bl. 213.

Nach einer Vereinbarung, welche die betheiligten Fürsten und Städte am 15.0ct. zu Colmar getroffen hatten , sollten alle Zuzüge am 26. Oct. vor dem Schlosse eintreffen, und derjenige der Stadt Basel war nur auf 50 Fussknechte nebst Ge- schütz veranschlagt; s. Missivenb. X, 132, und Ob. III, 115, bei Ochs IV, 131.

2) Zu den schon 1 400 erkauften Aemtern Liestal, Homburg und Walden- burg war 1461 noch die Herrschaft Famsburg gekommen; s. Ochs IV, 114 ff.

3) lieber die Hohe Stube b. Heusler 254 ff.

4) Weitere Verbündete nennt der Colmarer Abschied, im Ob. III, 115, auch Appenwilcr, Bl. 213.

5) Friedrich war lleichsvogtim Elsass; s. Schöpf lin-Ravenez V, 566. Er selbst konnte damals nicht mitwirken, da die pfälzische Fehde ihn vollauf be- schäftigte; s. unten.

6) Gemäss dem Abschiede von Colmar sollten wenigstens 3 Hauptbüchsen gestellt werden, wovon 2 von Oestreich und 1 von der Staat Basel; s. Ob. III,

115. lieber Basels Zuzug an Geschütz s. Näheres bei Appenwiler, a. a. O.

7} Im Kb. 229 findet sich folgende Ueberschrift, auf welche zwei leere Seiten folgen : Hohcnkungsperg wart zerbrochen uff [Raum für Datum] anno domini 1462. Die Burg wurde nach 1479 neu erbaut.

8) Ergänze: «mittwuchen nach Johannis«, oder »vor sant Uolrichs tag«. Obschon die Schlacht am 30. Juni geschah, so kann doch diese Notiz nicht vor Ende October ins Ob. geschrieben sein. Näheres über die Schlacht s. bei Appenwiler, Bl. 212.

9) Bei Seckenheim , seit diesem Siege Friedrichsfeld genannt, zwischen Heidelberg und Mannheim.

Ba&ler Chroniken. IV. 5

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6C

Rathsbücher.

geworffen und gefangen bissehoff Johannsen von Mets: gebornen inarggrafen von Baden , marggraff Karlen von Baden synen bruder, und ouch graff Ulrichen von Wirtemberg, woll mit dry- bundert rittem und knechten, und bliben eyn herre von Bran- dis1) und andeT herren tod. &

Als Mentz gewunnen wart.

oa. m Item domoch uff sannt Symon und Judasz taghe frfiy am morgen wart die statt Mentz gestigen und gewunnen2) von dem herren von Nassow bissehoff Mentz, hertzog Ludwigen von Peigern grafen zu Veldentz3) und andern synen helffern, io

[15 5b] Notandum.

uo3 63 zwüsschen ostern und pfingsten4) hatt man hie zu

Basel eyn sagk rogken und eyn hülfen salmen ■'') glych thür koufft und verkoufft, nemblichen umb 7 s. d. narb Mai w Item nach pfingsten galt 1 salm und 1 1 segk rogken is

ouch glych.

[Ob. IV 30] Inscribatur cronicis. uof. 65 uff fritag ante jubilate hat hie zu Basel eyn salm goll- 111 ' ten 2 s. d. denn 1 9 segk mytt rogken an offenem mergkte 6).

[59b] / Brunst Klyngental. 20

ne« 66 uff zinstag ze nacht7) in der heiligen karrewuchen gieng Apnl 12 eyn schtdlicher grosser brunst an in dem closter Klyngental'») in Mynderen Basel, und wart die kilch kum errettet, desz-

1 Georg von Brandts ; s. Beinheims Reimchronik, in Quellen zur Bair. Gesch., in, 137 ff.

2) Hierüber s. Appenwiler, Bl. 212 und 213.

3) Ludwig der Schwarze von Pfalz-Simmem, Graf von Veldenz. Er war ein Sohn Stephans und Enkel König Ruprechts, also ein Vetter Friedrichs des Siegreichen, als dessen Feind er hier erscheint.

4) Vgl. dieselbe Nachricht bei Appenwiler, Bl. 2 1 3, mit dem bestimmteren Datum des 13. Mai.

5) D. h. der neunte Theil eines Salms; s. Wurstisen 434.

6) Vgl. Appenwiler Bl. 214 und die Fortsetzung zu Beinheims Chronik,

Bl. 28b, ferner Etterlin, Ausg. von Spreng, S. 174. Laut Letzterem wo übri- gens 1465 entstellt in »1445« galt der Salm 4 GL, d. h. 4 x 23 = 92 s. ; die 18 Säcke oder 9 Viernzel Roggen galten demnach 92 2 = 90 s.

7) D. h. in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch (1/2 April); vgl. Appen- wiler, Bl. 214.

8) Ueber dieses Kloster s. Fechters Top. 141 ff und C. Burckhardt, Die Klosterkirche Klingenthal. Heft VIII der Mittheilungen der Antiquar. Gesell- schaft zu Basel, auch Th. Burckhardt-Biedermann, in den Beiträgen XI, 54 ff.

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1462—1468.

67

halb eyn lumbde fyel uff eyn frowe genant Amelya von Mül- lynen1), dasz ettlich meyntent, dasz sy schult doran haben sollte, dorumbe unser heymlicher2) giengent der priorin 3| gen Klyngental und begertent die selbe frowe gewarsamlich s zu bewaren , dasz sy sich nyt empfromdete , umb dasz man dester basz uff die warheit kummen mochte, dasz ouch die priorin und ettlich ander frowen, so by ir warent, meyntent zu tunde : und seytent ouch, dasz sy die selbe frowe in eynem stübly durch zwo ander frowen tettent behfiten4). also batent 10 unser heymlicher, dasz sy selbs myt der frowen in irer gegcn- würtikeit usz den Sachen reden mochtent. dasz wart verwil- liget und geschach doch nyt. dornach wart der selben Sachen halb eyn knabe und ouch eyn frowe gefangen, die ouch umb die sach wissen soltent.

is [86 k] 67 uff sannt Michels taghe wasz eyn früntlicher tagh um hie zwüsschen der herschafft von Osterrich ec. und den Eydt- pl' genossen ec., und kam derbisschoff von Costentz ouch darzü6).

[98k] Stattschriber.

68 uff mittwuchen vor myttfasten wart ich Gerhart Meg- uoh so kynch von Bücholtz von beden reten zu stattschriber der statt " Basel erwellt und uffgenommen, und wasz vor by 21 jor under- schriber gewesen6).

Underschriber.

Dornach uff men tag wart Walther Bomgarter zu under- Min 2s 2s schriber erwellt.

[Ob. V 3k] Rotelen zuziehen myt 400 mannen.

68 uff mentag vor sannt keyser Heinrichs taghe wurdentJoii it wir vast unrfiwig in der statt, und leyt yedermann syn har-

1) Vielleicht eine Nichte des Bürgermeisters Hans von Bärenfels, dessen Frau ebenfalls Amalia von Mülinen hiesa ; s. Ob. V, 73.

2} Die vier Heimlicher waren ein Ausschuss des Raths ; s. Heusler 384 ff.

3) Margarethe vom Huse ; s. Mittheilungen VIII, 35.

4) Ucbcr ihr späteres Gefängniss und ihr F.nde s. Berlingcrs Zus. zu Et- terlin, Bl. 81 *>.

5} Herman von Landenberg. Es folgen im Oeffnungsbuch verschiedene auf diesen Tag bezügliche Anordnungen. Im Verein mit den Bischöfen von Basel und Constanz hatte die Stadt Basel diesen Tag veranstaltet, um den Streit zu schlichten, welchen Peregrin von Heudorf durch eine Gewoltthat gegen Schaff haugen veranlagst hatte. Vgl. über diesen Tag Eidg. Abschiede II, S. 368, sowie auch Tschudi, Chron. Helv, II, 673, der ihn irrig zum 5. Oct. datiert.

6. Heber ihn, wie über W. Bomgarter, s. unten Beilage II.

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68

Rathsbacher.

nesch an'); und kament die zünffte zesamen in iren zunfft- hiisern2), und die houbter und edel und ander uff dem rathusz3). deszhalb, dasz ettlich knecbt usz dem höre der Eydgenossen ') an unser thore kament und redtent : sy wolltent in unser statt, es were uns lieb oder leydt5) ec. denn die Eydgenossen mytt eynem & meclitigen züghe, nemlichen, alsz ettlich meyntent, woll mytt 12000 gewoppneter, die herschafft Osterrich im Sunggow über- zogen und die geschediget hattent*) ec. also kam desz selben tagesz eyn grosz geschrey enhet Ryns : die Eydgenossen hettent Spalenthor ingenommen ec. also kam solich geschrey an her 10 Ilannsen von Flachslanden ritter, landvogt zu Rotelen7) ec.; der rüste sich woll mytt 400 knechten und zogh zu der statt in gütem willen, der statt in solichem zc hilff ze kommen und lieb und leyd myt ir ze liden ec. desz wart im darnach von emphelnisz desz rats gedangkt, alsz billich wasz, und erbot man ts sich harwiderumbe ec.

[65 b] Fröye summer.

tut 71 in dem monet mertzen hatt man schon louh und tn'ibel ari an den reben entsprungen geseen.

[102] Notandum, uffschriben. 20

U73 Uff fritag ante nativitatis Marie 73 hand gemeyner Eyd- 8*pt’ 3 genossen botten 8) uns zügeseyt ir lib und gut in unsern noten zu uns ze setzen, doch dasz wir sy by zyten unser anliggen

1) lieber die Aufregung dieses Tages vgl. Appenwiler, Bl. 215.

2; Es war also kein Allarm ; sonst hatten die Zünfte sich auf dem Kora- markte versammelt

3) D. h. die Rathsglieder und die Mitglieder der Hohen Stube. Uebcr das Rathhaus s. R. Wackemagcl und Alb. Burckhardt in den Mittheilungen,

N. F. HI.

4) Auf der Rückkehr vom Mülhauserkriege begriffen, lagerten sie bei He- singen ; s. Tschachtlans Bernerchronik, Augg. v. O. Studcr, in den Quellen zur Schweizergeschichte I, 245.

5) Die Abgesandten der Eidgenossen hatten Tags zuvor vom Rathe für ihr Heer freien Durchzug über die Rhcinbrücko begehrt, jedoch eine abschlägige Antwort erhalten ; s. Ob. V, 2 b, abgedruckt bei Ochs IV, 1 85. Zu dieser Dro- hung vgl. die Bemerkung im Ob. V, 3 : »Als der von Solotom und aller Eyd- genossen knccht die armen lutt vor den grendeln vachen, dadurch unns der veyl kouff gewertt wirt»

6) lieber den Mülhauserkrieg s. Appenwiler, Bl. 215.

7) Früher Bürgermeister , hatte er 1463 sein Bürgerrecht gekündet und war seither markgräflicher Landvogt; s. Ob. in, 1 54 b und 161.

8} Diese Oesandtschaft war nach Basel gekommen, um hier mit Kaiser Friedrich zu verhandeln ; s. B. Chron. II, 5 ff.

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1471 H73.

69

wissen lassen1), actum in der herberg zem Gulden Löwen1), in presencia iohannis de liernfels ec. und der Eydgenossen botten, alsz inen Jacob Tachsz ergeben wart3), und wart die antwort geben her Hannsz von Bernfels ritter und Heinrich s Zcigler , durch Heinrich Roist burgermeister von Zürich , her Niclasz von Diespach und den stattschriber von Bern4), Hein- rich Haszfurter von Lutzern, Dietrich an der Halden amman von Schwytz, Arnolt an der Halden5), ouch eynen von Ury, Jacob Bügyner#) und Peter Pavilliard von Friburg in Ocht- 10 lande ec.

(Rb. lf>6] Wie keiser Friderich von Osterrich em-|R»«chi pfangen, zu Basel ingeritten und daselbs gehalten worden ist7) ec.

Anno ec. septuagesimo tercio, uff mentag nach sannt im is Augustins tag confessoria, habent her Peter Rote ritter5), Hein-Aog' 30 rieh Ysenlin und Rudolff Slierbach9), so in botschaffl zu un- serem allergnedigsten herren dem Römischen keiser geschickt warent, ir botschafTt erzalt: wie sy zu Friburg by der keiser- lichen inajestat gewesen, und uff gester mit der keiserlichen a«*. n m majestat in bywesen ettlicher fürsten und herren dise wortt gebrucht habent, nemlich her Peter das wortt getan:

»Allerdurch/KcÄtigister , unüberwindlichster, groszmechti-

1) Einen förmlichen Bundesvertrag mit den Eidgenossen erlangte Basel erst später, durch die am 3 1 . März tu Constanz geschlossene «Niedere Vereinung« ; s. Eidg. Abschiede II, S. ‘Jll ff.

2) Jetzt Aeschenvorstadt No. 4.

3) lieber diesen Handel schweigen die Eidg. Abschiede.

4) Thüring Fricker, der Verfasser des Twingherrenstreits; s. die Ausg. von G. Studcr, in den Quellen zur Schweiz. Gesch. I.

5) Arnold an der Halden war Gesandter von Unterwalden ob dem Wald.

6i Jakob Bugniet.

7) Ucber diesen Empfang vgl. B. Chron. ü, 3 ff., ferner die Forts, zu Appcn- wilcr, Bl. 216*>. Her nachfolgende Bericht im Rb. ist von der Hand des Stadt- schreibers Rüsch geschrieben, also frühestens im Oct. 1474. Sein erster Thcil, über die Begrdssung zu Freiburg, ist nur eine wörtliche Abschrift des Berichtes, welchen der Unterschreiber W.Bombgarter 1473 ins Oeffnungsbuch geschrieben hatte; vgl. Ob. V, 102 5 Der Glcichm&ssigkeit wegen halten wir uns jedoch im Texte durchweg an die Orthographie des N. Rüsch , also an das Rothbuch.

8) Ein Enkel des Oberstzunftmeisters Götzmann und Sohn des Bürger- meisters Hans Rot. Wie sein Vater, so hatte auch er auf einer Pilgerfahrt nach Jerusalem den Ritterschlag empfangen und war dadurch, obwohl von Geburt nur Achtbürger, ans Bürgcrmcisterthum gelangt; 1473 war er Alt- Bürgermeister. Ucber ihn und seine Pilgerfahrt s. Beiträge XI, 334 u. 393 ff.

9) Er war damals noch Zunftmeister der Kaufleute, wurde aber folgen- den Jahres unter die Achtbürger aufgenommen.

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70

Rathsbüc her .

gister keiser ! allergnedigister herre! unser fründc, der rate und gantze gemeinde der statt Basel, haben vernommen uwer keiserlichen majestat zukunfft in das heilig rieh und dise lannde. der selben zukunfft sich die selben unser fruml ze mal erfrö- wen , in hoffnung das solichs gott dem allmechtigen löblich s und dem heiligen rieh fruchtbar sin solt; und tund ouch dar- uff uwer k eisirlich majestat dem almechtigen gott wilkommen sin, bittende den almechtigen gott, daz er uwer keiserlichen majestat verlihe furgang irs furnemmens, ouch froliche und langwerende gesuntheit uwer gnaden person. furer, allergnedig- io ster herre, so haben unser frunde, rate und gemeind der statt Basel, vernommen, wie uwer keiserlich majestat des willens sye in ir statt ze kommen, daz sy begirig vernommen haben und daruff uns bevolhen, uwer kaiserlich majestat als iren allergnedigsten herren demutiglich zu bitten, solichen gnedigen i& willen zu vollziehen und gen Basel ze kommen, alda sy uwer k eiserlichen majestat als irem allergnedigsten herren alle gut- willigkeit mit gehorsaray bewisen wollen.«

Uff soliche wort hat sich unser allergnedigster herre der Römisch keiser mit sampt den kurfursten, fürsten und herren 20 bedacht, und nach langem bedanck durch hem Adolffen ertz- bischoff zu Mentz und kurfurst [geantwurt]: allergnedigster herre hette das anbringen derer von Basel wol verstanden, und mit sunder das gluckwünschen sinej gnaden furnemmen, ouch froliche gesuntheit siner gnaden person , das hett die u keiserlich majestat zu sundern gnaden vernommen und woltc der von Basel bitt vollziehen, zu in kommen, ouch solichs in gnaden erkennen.

Uff solichs verrer gerett wart durch hem Peter Rot:

»Allergnedigster keiser! die gemelten von Basel emphelhen :iu sich ouch uwer keiserlichen majestat, bittende uwer keiserliche majestat sy empholhen zu haben ; wollen sy gehorsam als iren allergnedigsten herren verdienen.«

Zu solichem der obgenant von Mentz antwurt: er hette vor gerett, unser allergnedigster herre der Römisch keiser hette 35 ir wortt empfangen gnediglich, woltc ouch das mit gnaden er- kennen. solichs were noch der keiserlichen majestat antwurt und willen').

22. •geantwurt« ergänzt ans Ob. V 102*».

1) Im Ocffnungsbuchc V, 102b, aus welchem bis hicher dieser Bericht wörtlich abgeschrieben ist, folgt weiter nur noch die Anrede des Bürgermeisters Rot an Herzog Maximilian, welche mit derjenigen an den Kaiser (s. oben) wört- lich übereinstimmt.

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1473.

71

Darnach uff fritag nehstkunfftig reite der selbe keiser Sept. s Friderich mit sampt discn nachgeschriben fürsten, herren und gTafen. und wart vor der statt im velde') empfangen durch unsem gnedigen herren bischoff Johannsen z,u Basel und hem & Ilannsen von Berenfels ritter burgermeister ec., die sincn gnaden mit etlichen vil rittern und knechten, ouch etlichen bürgern, in das velt im entgegen geritten waren, und zu lest wart sin keiserlich majestat ouch in der statt Basel empfangen durch her Hannsen von Berenfels und etlich ander der reten.

10 [1^7] Und sint dis die fürsten, grafen und herren, so mit

dem keiser ingeritten sind:

Zem ersten her Adolff ertzbischoff zu Mcntz ec. der bischoff von Ey Stetten 2). hertzog Maximilianus des keisers sun. is hertzog Albrecht von München3).

hertzog Ludwig von Beyern graff zu Velden tz4). marggraff Karle von Baden und sin sun3). marggraff Albrechts von Brandenburg rete6). hertzog Sigmunds von Osterrich rete.

hertzog Ludwigs von Beyern des riehen rete. des hertzogen von Burgunden rete. der obriste meister sannt Johanns Ordens 7). graff Adolff von Nassow8). graff Ulrich von Werdenberg.

25 graff Otto von Ilennenberg.

graff Conrat von Tübingen, graff ßudolff von Sultz. graft’ Albig von Sultz1').

graff Rudolff von Werdenberg, comenthur zu Heiterszhein 10).

1) D. h. an der Wiesenbrückc, von wo er bis ins Münster geleitet wurde ; s. Brilingers Ceremoniale Baeilicnsis episcopatus, Hs., S. 85, abgedruckt bei Trouillat V, 515.

2) 'Wilhelm von Reichenau.

3) Albrecht der Weise, von Baiem-Münchcn.

4) S. oben S. 66, Anm. 3.

5) Markgraf Karl, des Kaisers Schwager, und sein jüngerer Sohn Albrecht; s. Fort«, zu Appenwilcr, Bl. 216b.

6) Ihre Namen s. B. Chron. IU, 356.

7) Johann Orsini.

8) Ein Neffe des Erzbischofs von Mainz.

9} Rudolf IV. und Alwig V., die Enkel des 1431 verstorbenen Grafen Hermann von Sulz; s. Anonymus bei Appenwiler, z. J. 1431.

10) Rudolf, ein Bruder des obengenannten Grafen Ulrich von Werdcnberg- Sargans, war Ordensmeister der Johanniter in Deutschland und hatte als

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72

Rathsbücher.

des Turckischen keisers suu1). juncher Jacob von Liechtenberg. juncher Schaffritt von Liningen. eyn herre von Bittsch2).

eyn herre von Winsperg3). s

der marschalk von Bappenheiu *. .

graff lllrfch { von ^ont^ort gebrudere6), graff Crafft von Hohenloch.

her Peter von Hagenbach, lantvogt des hertzogen von 10 Burgunden in disen lannden.

[158] Und ist unscrm herren dem keiser und andern fürsten und herren geschenckt worden, als hernach stat6):

Item zem ersten unserm herren dem keiser: eyn gülden schöwer7), costet 86 gülden, und darinn tusent nuwer Basler |5 gülden8); item 10 vass wyns und 50 viernzel habern.

Item hertzog Maximiliano des keisers sun : eyn silberin kleynot3), costet 62 gülden, und 500 gülden darinn; item 5 vass wyns und 25 viernzel habern10).

Item dem ertzbischoff von Mentz: eyn silberin kleynot") jo für 20 gülden, und funfftzig gülden darinn; item 2 vass wyns und 2 karren ,2) mit habern.

Item den anderen fürsten allen: yeglichem 2 vass wyns und 2 karren mit habern.

11. Untere Hälfte von S. 157 leer.

solcher seinen Sitz zu Heitersheim, zwischen Basel und Freiburg. Uebcr seinen Streit mit Basel, z. J. 1489, s. Ochs IV, 425.

1) Calixtus Otbomannus. lieber diesen türkischen Prinzen s. Basler Chron. II, 33, Anm. 2.

2) Graf Friedrich von Bitsch ; s. B. Chron. LU, 358.

3) Philipp von Weinsberg, Reichs-Erbkimmerer, hatte von seinem Vater dicReichsmünzstättc in Basel geerbt; s. Albert Sattler, imB.Jahrb. 1 879, S. 209.

4) Rudolf von Pappenheim, Reichs-Erbmarschall.

5) Söhne des 1439 verstorbenen Grafen Wilhelm von Montfort, Herren zu Tettnang.

6) Ueber diese Geschenke vgl. Jahrrechnung 1473/4, auch B. Chron. 11,8.

7) I). h. einen silbervergoldetcn Becher; s. Jahrrechnung 1474.

8) D. h. Goldgulden der Rcichsmünzstätte zu Basel, mit dem von Kaiser Sigismund vorgeschriebenen Gepräge. Das Münzrccht für Goldstücke erhielt Basel erst 1510; s. Alb. Sattler a. a. O. 210. 1 Gl. galt damals 24 s. ; s. Jahr- rechnung 1474.

9) D. h. einen silbervergoldetcn Becher, der 021/* Gl. kostete; s. ebend.

10) Vgl. ebend.: »60 seck«, also 30 Viernzel.

11) D. h. 1 silbemen Becher; s. ebend.

12) 1 Karren = 8 Säcke oder 1 Viernzel; s. ebend.

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im.

73

Item graff Hugen von Werdenberg : eyn silberin kleynot, was ein silberin becher, costet 17 gülden, und drissig gülden darin ; item ein vass wyns und 1 karren mit habern.

Item graff Rudolff von Sultz: funfftzig gülden wert in i kleynot und gülden ; item 1 vass wyns und eyn karren mit habern’). item daz kleynot costet 16 gülden, und 30 gülden darinn.

Item den beden grafen2) von Montfort: 1 vass wyns und 1 karren mit habern. io Der cantzlye imperii:

Dem taxator Johanni Waldener, meister Jobssen, Johanni Cronenberg und Balthasar: 20 gülden.

Item gemeynen cantzelschribern : 6 gülden.

Item dem gerichtsknecht: 2 gülden, is Item thurhuteren: 6 gülden.

Item pfifferen und trumpeteren: 10 gülden.

Item herolt Kilian : 4 gülden.

Item Caspar Hurtter: 2 gülden.

[159] So wurden in der selben zyt usz der statt empteren ki genommen 400 geruster knecht mit iren geweren. item den selben wurdent geschenckt 4 vass wyns. und wurdent geteilt an vier enden in der statt zu ligen, nemlich: in der vorstat zu sannt Alban in des von Lowenberg hoff3), in der vorstatt Spalen, in der vorstatt sannt Johanns, und über Ryn in der » kleynen statt.

So wurdent uff die selbe zyt geordenet 4) wyn zu kouffen : Conrat von Louffen. saltzmeister s).

Ulrich zem Lufft. m Hanns Irmy.

f>. 7. »item <Ua klcinot .... darinn« int i nachträglicher Zusatz, doch von derselben Hand. 1&. Folgt in Hs. : Item in den selben siten. Der übrige Raum am

Fass dieser Seite leer. 2ti. Hs. : uff die selben zyt.

1! Laut Jahrrcchnung 1474 erhielt er an Victualicn nur: 8 kannen wyns, denn er reyt hinweg.

2) Statt »den beden grafen- nennt die Jahrrcchnung nur : graf Hug von Montfort.

3) Der Hof Konrad Münchs von Münchenstein, gen. von J.üwcnbcrg; s. Schönberg 770. Sein Stammsitz Münchenstein war schon seit 1470 an Basel verpfändet , s. Boos, Urk. 103!) ff. Die Burg Löwenberg hingegen, im Jura, wurde erst 1326 verSugsert; s. Wurstisen 15.

4) Alle die hier Genannten waren Mitglieder des Raths; s. Schönberg 796.

5J Dieses Amt hatte Hans Bremenstein, der frühere Oberstzunftmeister ;

s. Schönberg 62b und 759. Kr starb am 16. Juli 1475; s, Jahrzeitb. St. Martin zum 13. Juli.

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74

HathgbQcher.

Habern zu kouffen:

Hanns Bruglinger '). Heinrich von Brunnen.

Stallung zu bestellen, mitsampt höw und str6w:

I’cter Schonkint. 5

Burckart Schaffner.

Heinrich Rieher 1).

Peter von Tann.

Zum tantz zur Mugken zuzerichten:

Toman Surlin 3). )(

Heinrich von Brunnen.

sollen versorgen wyn, confett, tortschen, und das huse mit einer bruge, ouch die Stegen zu vermachen.

Torhutt und derglich zu versorgen, und die empter:

Heinrich Ysenlin. u

Lienhart Griebe4).

Jacob von Sennhein.

knecht in der statt gewapenet zu gond, die tore zu versorgen uff den tag, als der keiser inrytet.

Daz die lute gerust syent5):

Winlutt

Brotbecken

Vischer

Metzger

fursehen nach notturfft.

Die slussel zu den kettenen fi) und die luchter7) zu ver- 25 sorgen :

Hanns Heinrich Griebe s) Bruglinger

| zugherren.

1) Der Sohn des Chronisten d. N. ; s. unten die Einleitung zu Brüglingers Chronik.

2) H. R. der ältere, später Oberstzunftmeister; s. unten z. J. 1493.

3) Der spätere Oberstzunftmeistcr; s. unten z. J. 1493.

4) Lienhart Grieb, 1484 Oberstzunftmeistcr, heisst seit 1494 »der ältere«, zum Unterschied von L. G. dem jüngem; s. unten 1. J. 1508.

5) D. h. mit Lebensmitteln genugsam versehen.

0) Ucbcr die Strassenketten s. unten; s. ferner das Verzcichniss dieser Ketten im Liber Div. Rerura. Bl. 96 bis. Einzelne derselben befanden sich noch um 1850 an Ort und Stelle, s. z. 11. am innern St. Albanthor und am untem Ende des Schlüsselbcrgs.

7) D. h. die Pechpfannen 1 eine solche befand sich noch 1850 an der Innenseite des Spalenthors.

8, Des obgenannten Lienharts Bruder, s. Ob. III, 1221'.

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1473.

75

[160] Stengel usztragcn '), und für das nachtlouffen und geschreyg :

Peter Hanns Baltenheiner2).

Wemlin von Utingen®]. s alle Wachtmeister.

Zu reden mit dem liarnescher:

her Peter Rote ritter. zunfftmeister 4).

Rfiffen 5) :

io Brunnen suberen, alle gassen suberen, stcngel in den Ryn tragen, züchtig sin mit wortten und wcrcken, unmitz lute, wib und kind von der gassen triben.

Eyn procession 9) :

die rete ordenlich und wol gekleidet, is Ob man den keiser mit eyner zal volles inlassen wolle :

die XIII’).

Ettlich zu ordenen, die der zyt des keisers walten: her Peter Rot ritter.

Heinrich Yseiilin.

20 Conrat von Louffen.

Zeigler s). saltzmeister.

Ulrich zum Lufft.

Irmy.

» Ob man die gassen verharren oder mit ketten zurichten wolle :

ist zugelassen, daz man alle nebentstraszen und geszlin mit den ketten, so gemacht sint, anlegcn sol, und daz die, so die sloss und slussel hand, des warten. Zu reden mit den zugherren von des gezugs wegen.

1) Die Hanfstengel, wegen der Feuersgefahr.

2) Er war oberster Rathsknecht; s. Ob. V, 64b, i. J. 1471.

3) Er erscheint 1483 als städtischer Söldner, wurde aber bald nachher wegen eines Todtschlags verbannt; s. Erkanntnissbuch I, 19b und 67b.

4) Oberstzunftmeister d. J. war Hans Zscheckcbürlin.

5) Vgl. Ruf buch II, 13.

6} Die Geistlichkeit und der Rath zogen dem Kaiser mit den Reliquien und brennenden Kerzen bis zur Wiesenbrücke entgegen ; s. Brilingers Ceremo- niale. bei Trouillat V, 515.

7) Ueber das Collegium der Dreizehner s. Heusler 385 ff.

8) Heinrich Zeigler; vgl. unten. Vermuthlich war er ein Sohn des gleichnamigen Oberstzunftmeisters, der schon 1 460 starb ; s. Schönberg 790, und Ob. III, 95b und 96.

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76

Rathsbücher.

Herbergen dem keiser:

Item den keiser in unsers herren von Basel hoff1, .

Hertzog Maximilian in her Conrats von Ramstein hoff1).

[161] Her bischoff von Mentz in des tumprobsts hoffJ).

Item der bischoff von Eystetten in Conrats von Louffen & hoff4).

Item der marggraff von Baden in Peter Offenburgs hoff5).

Item hertzog Ludwig von Beyeren, graff zu Veldentz, in Ilenman von Efringen hoff8).

Item hertzog Albrecht von München in her Bernhart Sur- n> lins hoff").

Item die cantzlye.

Item so was graff Eberharten von Wirtenberg *) Burckarts von Ramstein hoff'-') zugerust; aber er kam nit.

Herbergen zuzcrichten sind geordenet : 15

Peter Offemburg.

Heinrich Zeigler.

Heinrich Steinmetz.

Burckart Schaffner.

Burckart Erenfels10). m

lÖnherren n).

1) Im Bischofshof, hinter dem Münster, lieber diesen Bau s. Wurstiscn, Beschreibung des Münsters, in den Beiträgen XII, 496.

2) Der grosse Ramsteinerhof, Rittcrgassc No. 17, stösst hinten an den Bischofshof. Konrad v. R., der früher imRathe sass, hatte 1466 sein Bürger- recht aufgegeben, um in östreichischen Dienst zu treten ; s. Ob. IV, 73b,

3) Ueber die Dompropstei, jetit Rittergassc No. 18 und St. Albangraben No. 7, s. Fechters Top. 27. Der damalige Dompropst, Hans Wcrnher von Flachslanden, war zugleich Dompropst zu Mainz; s. Schöpflin-Ravencz V, 765.

4) Auf dem St. Petersberg, jetzt St. Petersgasse No. 36 und 38; s. Schön- berg 641 und 761.

5) Jetzt St. Petersgasse No. 40 und 42.

6) Dieser Hof lag an der Augustinergasse ; s. Schönberg 605. Das Stammhaus dieses Geschlechts, jetzt Schncidergassc No. 7, war schon längst veräussert.

7) lieber diesen Hof, gen. »zum schönen Ort», jetzt Christliches Vercins- haus, Nadelberg No. 6, vgl. unten Appenwiler z. J. 1454, auch Schönberg 761.

8) Graf Eberhard im Bart, von Wirtemberg-Uraeh.

9) Der vordere Ramsteinerhof, Bpäter auch »zum Panticr» genannt, jetzt Rittergassc No. 22 und 24.

10) B. E. von Liestal wurde 1444 in der Schlacht bei St. Jakob gefangen genommen; s. seine Zeugenaussage, von 1446, abgedruckt in der Säcularschrift von 1814 zur Schlacht bei St. Jakob, S. 34. Seit 1454 war er in Basel Abwart des Rathhauses; s. Ob. II, 249, und Schönberg 768.

11} Als Lohnherren erscheinen 1470 Burkhard Segesscr und Hans Fridolin von Hclprunn, welche beide nicht Rathsglicder waren; s. Stadt, llrk. 1470 Nov. 24 und 1472 Febr. 1.

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1473.

77

Wenn der keiser hie ist:

Item zu der wacht sol man alle nacht den vierteil der verfänglichsten von yeglicher zunfft nemmen ').

Item daz yegliche zunfft eynen den wachtmeisteren zugebe, s Item mit des keisers hoffmeister zu reden, ob sich etwaz Unzuchten begebe, das alsdenn vernunfft gebrucht werde.

Den Kommerckt die zyt des keisers zu versorgen:

Item holtz, hfiw und strfiw ze furen an die Steinen, das enhet Ryns sol nit haruber gefurt werden, item der wyn blibt to am Kommerckt. item alles obsz an den Vischmerckt.

Die glockenhuser und glocken zu versorgen.

Die, so die ritenden, so dem keiser entgegen riten, or- denen sollen :

Thoman Surlin.

is Ulrich zum Lufft.

Hanns Irmy.

[162] Nebent des keisers pferd, und das ze furen, sint geordenet :

her Hanns von Berenfels ritter burgermeister.

2o her Herman von Epptingen ritter2).

Die hiemeltzen zu tragen:

her Hanns von Flachslannden her Conrat von Berenfels3) her Peter Rote

25 her Ludwig von Epptingen4)

Das gemeyn volk zu meisteren von dem thore uff den gassen untz vor dem münster, und in der statt, zu houptluten der andern:

Lienhart Grieb.

m> Heinrich von Brunn.

ritter.

lj Nach der 144% aufgestcllten Scala betrug das Aufgebot des Viertels, für die 1% Zünfte sammt den 3 Gesellschaften Klein- Basels, zusammen 42U Mann; s. Ob. I, 241. Diese Wache von Bürgern entsprach also in ihrer Stärke den hereingezogenen 400 Mann aus den Aemtern ; s. oben.

2) Gr war Erbmarschall des Bischofs von Basel und wurde bald nach- her Ostreichischer Landvogt im Elsass und Breisgau ; s. B. Chron. II, 80 ff.

3) Ein Sohn des oben z. J. 1431 erwähnten Adelberg und Vetter des Bürgermeisters Hans v. B. ; s. Boos, S. 940 und 1087.

4) Er gehörte zum Zweige der Eptinger von Pratteln und besass in Basel einen Hof, jetzt Rittergasse No. 12; g. Boos S. 943. Eine von ihm verfasste Turnierchronik findet sich im Eptingischen Familienbuch, im Besitze der Fa- milie von Sonnenberg in Luzern.

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78

Rathsbücher.

Daz undcr den toren versorgt, daz nyeman von der ge- meynd uszgelassen werde:

Lienhart Grieb.

Heinrich von Brunn.

ratsknecht und Wachtmeister. 5

Houptlute zum Sufftzen ’) :

Heinrich Guldenknopff.

Ulrich Meltinger.

Item 60 mann von den zunfften, yeglich -1, zum Sufftzen.

Item yederman louffen an das ende, da er hin georde- 10 net ist.

Item zwey under sannt Blasien tore2).

Item vier alle tage under das tore3).

Item mit den luten zu reden, wo man hader sech, zum besten zu scheiden. ia

Item Homburg 3 under das tore.

Item Varsperg 3 under Escliemmerthore.

Item Waldenburg 3 under Spalentore.

Item Waldenburg 20 mann wachen.

Item Varsperg 20 mann wachen.

Item Homburg 10 mann wachen.

Item 60 man von den zunfften zum tantz4), yegliche 4 mann.

[164] Eilenkurt zu dem annderen mole5).

Ze wissennd : nachdem der durchluchtig hochgeboren furst 25 unnd her her Sigmund ertzhertzog zu Österlich ec. gegen dem

23. Den Inhalt von S. 163 8. nuten S. 82 ff.

1) Ueber das Gesellschaftsbaus »zum Seufzen« s. B. Chron, Bd. I, 82, Anm. 3, auch Fechters Top. 23 und 83. Dieses Haus lag dem jetzigen Stadt- hause gegenüber, neben dem Hause No. 10 der Stadthausgasse, und wurde im vorigen Jahrhundert zum Zwecke der Strassenerweitcrung abgerissen. Bei dem vorliegenden Anlässe scheint das Haus, seiner centralen Lage wegen, als Wachtlocal gedient zu haben.

2) Ueber dieses Thor, welches 1867 abgebrochen wurde, s. Fechters Top. 134.

3) Nämlich das obere oder Itiehcnthor, durch welches der Einzug erfolgte.

41 Also ins Haus zur Mücke; vgl. oben S. 74.

5) Den ersten Zug nach Hericourt s. oben z. J. 1125. Der vorliegende Abschnitt ist im Wesentlichen nur ein Auszug aus Niklaus Rüschs Beschrei- bung der Burgunderkriege, und zwar speziell aus dem Fragment UI derselben ; vgl. B. Chron. IU, 302 305. Dort wird Sigmund noch »Herzog, genannt, in unserrn Text aber bereits »Erzherzog», und diesen Titel führte Sigmund nicht vor 1475; s. Grote, Stammtafeln 59. Die Eintragung dieses Auszugs ins Rothe Buch geschah also frühestens zu Anfang des Jahres 1475.

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1474— 1475.

79

durchluchtigen hochgebornen fureteu unnd herren hem Karle hertzogen Burgund ec. , der graffschafft halb Pfirdt mit ir zügehorde unnd verpfanndung, die zytt dem vermelten hertzogen Karle bescheen, zu offener vechde unnd vindschafft kommen 5 ist, unnd die hochwirdigen hochgebornen fürsten unnd herren her Rupprecht bischoff zii Straszburg, her Johanns bischoff Basel, sodenn die ersamen fursichtigen unnd wisen die stett Straszburg, Basel, Colmar, Slettstatt, Keysersperg, Ober Ehen- heim, Munster in Sannt Görgen tal '), Roszheim und Turicken, iu in crafft der löblichen vereyne mit gemeinen Eydtgenossen des alten pundes von Stetten unnd lennderen, ouch annderen iren zugewannten, Solotorn, Friburg in Ochtlannd, Schaffhusen, Rottwile unnd annderen, des vermelten ertzhertzog Sigmunds helffer worden sind unnd sich demnach sinen fürstlichen gnaden is eren , uff sin ernstlich gesinnen , für das sloss und stettlin Ellekurtt sin eigen th um 2) mit macht geslagen, das belegertt unnd genottiget, unnd zu letzst mit göttlicher hilff, durch uff- gebung dero, so das sloss unnd stettlin inhatten, als sy das nit getruwten ze behalten unnd sich an gnad ergeben, erobert so unnd wider liannden des dick genanten ertzhertzog Sig- munds, der ouch das besetzt hatt, bracht haben8), unnd wir von der statt unnd den empteren, uff men tag4) aller seien tage 1174 des jares unnsers herren tusent vierhundert unnd in dem druw5) unnd sibetzigisten jare, solichem leger mit unnser statt baner,

25 lute unnd gezüge in mergklicher zale zügezogen •) und by so- licher eroberung gewesen daz da in solichem zuge disz naclibestimpten unnser statt burger worden sind, wie von alter herkommen ist. [folgen S9 Namen bis S. 166).

[166] Sodenn sind disz nachgeschriben bürgere Pia- JJJ“* N''

(Aug. <>)

26. Hs. : im solichem.

1) »GSrgen» entstellt aus «Gregorien« , vgl. B. Chron. III, 304, wo über- haupt die Verbündeten vollzähliger genannt sind.

2) Hericourt war nicht östreichisch, sondern gehörte vielmehr dem Grafen Heinrich von Neuchätel, Herren zu Blamont, der im August 1474 den östrei- chischen Sundgau hatte verwüsten helfen ; s. B. Chron. II, 106. Erst nach der Eroberung wurde das Schloss von den Verbündeten den Leuten Sigmunds übergeben »als sin eygenthüm« ; s. B. Chron. III, 305, 8. Auf Missverständ- nisa dieser letzteren Stelle beruht der Irrthum unseres Textes.

3) Das Folgende big zum Schlüsse stammt nicht mehr aus Büschs Be- schreibung.

4; Lies: mittwuchen. Vgl. B. Chron. H, 118.

5) Lies: 74.

6) Ueber die Stärke dieses Zuzugs s. B. Chron. II, 118, auch OchsIV,274.

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80

Rathsbüchcr.

monnd worden, als das selb slosz erobert unnd geslissen wor- den ist1). (folgen 76 Namen bis S. 168). ui« [108] Anno 7f> uff fritag vor judica sind disz nachgeschriben Ml" a bürgere worden, an dem züg unnsem Eydtgenossen züziehende2), Murtten wellen entschutten 3). (folgen 26 Namen). s

iJnni ?2i [168] So sind disz nachgeschriben burger worden, als die

slacht zu Murtten bescheen ist4), anno ec. 7G. (folgen 3 Namen).

IRftHrh] [wb. 92 b] Uff1) suntag den zwentzigesten tag des monats D«c.'io decembris anno ec. 78, frue am morgen zwuschen der achten io und nünden stunde, ist zh Purrentrut8) von zyt gescheiden der hocliwirdig fürst und her her Johanns bisehoff Basel, einer von Venningen, des sele gott gnedig sin wolle, und wart uff d«. ti zinstag darnach mittagzy t ouch in obgeschribener masze 7) under Spalenthore mit der procession geholet und zfr dem grabe ge- is H7'i lfittet; und sin lipvile begangen uff montag*) nach Authonii ,:ln 18 anno ec. 79, in bywesen beder reten, alt und nuw sechs und der zunfftkertzen , durch her Quspar ze Rine den erweitert“) und das capittel darzü erbetten ,0). und warent botten solichcr

1) Leber den Zug nach Blamont 8. B. Chron. II, 275 ff. und 315; die Ucbergabe erfolgte am 9. Aug.

2) Leber diesen Zug, der am Tage des Aufbruchs wieder rückgängig wurde, s. B. Chron. II, 385.

3) Bei dem Aufbruch am 29. März war in Basel allerdings die Meinung verbreitet, dass Murten das Ziel des Zuges sei ; jedoch begann die Belagerung von Murten durch die Burgunder erst am 9. Juni. S. B. Chron. II, 377, Anm. 1, und ebend. 435.

4) Ucbcr diese Schlacht, von der die Basler am 27. Juni heimkehrten, s. B. Chron. II, 436.

5) Dieser Abschnitt folgt im Kl. Weissb. unmittelbar auf den Tod der Bischöfe Friedr. ze Bin und Arnold von Rotberg; s. oben z. J. 1451 und 1458.

6) Pruntrut, Beit 1386 an die Grafen von Montbeliard verpfändet, war erst 1461 wieder eingelöst, und das dortige Schloss als bischöfliche Residenz bei- nahe von Grund auB neu erbaut worden; s. Trouillat IV, 466 und V, 452, auch Gerung, Ausgb. in Script Bas. minores, 350.

7) S. oben z. J. 1451 die Begräbniss Bischof Friedrichs ze Rin.

8) Vielleicht richtiger wäre »zinstag» {19. Jan.), weil erst dieser der 30. Tag nach dem Todestage war. lieber die Bestattung vgl. B. Chron. UI, 218 ff., ferner den Rathsbeschluss vom 21. Dec. im Ob. VI, 12*>.

9) Kaspar ze Rin von Hesingen, Domcustos seit 1457, wurde am 4. Jan. 1479 zum Bischof erwählt. Ueber seine Regierung s. unten z. J. 1502. Er war ein Neffe Bischof Friedrichs ze Rin; s. Trouillat V, 912. Die Angabe bei Wurstisen 461, dass Kaspar ein zeRin von Müllhausen gewesen sei, wird wider- legt durch die Urk. bei Boos, S. 1018.

10) Diese Einladung erfolgte am 12. Januar; s. unten das Nähere.

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147f>— 1479.

81

byt her Arnolt Rych thumher «1er stifFt >) und meister Matheus Müller official zu Basel2).

[100b] Von der bischoffen wegen.

Ze wissen , daz nach abganng mit tode wilent des hoch- •> wirdigen fürsten und herren hern Johannsen bischoffs ze Hasel, seliger gedechtniisze , her Hanns Wernnher von Flachslannde thümprobst 3), her Caspar ze Rine custor und ander herren des capittels des stiffts Basel einen rate gebetten haben, inen ir treffenlich ratzbotten züzeordenen, der stifFt stett, schlosz, io lannd und lute der stifFt hannden bisz an einen kunfftigen bischoff helffen innemmen und schweren. also von ir byt wegen sind inen zügeordnet gewesen her Bernhart Surliu ritter und Anthenye von Louffen, die sy verzert haben, und dabv gewesen sind, daz die stett und slosz Telsperg, Purren- lstrut, zur Nuwenstatt, Louffen, Goldenfelsz, Sannt Ursicien, Metzsch4) und andere geschworen haben.

Darnach uff mentag vor der heiligen dryer kunigen tagio» anno ec. 79 ist der erwirdig und hocligelert her Caspar Rine, J“"' 4 die zyt custor, durch die herren vom capittel mit einhelliger stymme bischoff erwelt5).

Uff zinstag vor Hilarii sind uff befelh des selben unsere jau. 12 gnädigen herren des erwelten und der herren vom capittel für rate kommen die erwirdigen und hoehgelerten her Arnolt Riehe thumherre der mereren, und magister Matheus Müller official » und thumher des stiffts sant Peter, der rechten doctores, und haben gebetten min herren von beden reten, alt und nüw sechs, mit sampt der zunfft kertzen by der lipfelle wilent bischoff Johannsen seligen ze erschinen, den imbisz by sinen gnaden ze nemmen und den selben sinen gnaden witter eins räts tref- » fenlich ratzbotschafft züzeordenen, der stifft stett, schlosz, land und lüte helffen inzenemmen 6). uff das bekant ist, uff solich

2. Zusatz von derselben Hand: Quere de eodem ln folio 100 ec. 20. Hs.: gebetten dz min herren.

1) Er war Doctor des canonischen Rechts und 1478Rector der Universität.

2) Er war Doctor der heil. Schrift und Chorherr zu St. Peter ; 8. Stüdt.

Urk. 1465 Aug. 12.

3) Hans Wemhcr, Bruder des Bürgermeisters Hans von F., wurde 1458 Domdekan. 1466 Dompropst und starb 1481 ; s. Trouillat V, 873.

4) Maiche, 3 St. wcstl. vomDoubs, der jetzt die französisch-schweizerische Grenze bildet, war der entlegenste Ort des bischöflichen Gebietes und wurde 1780 an Frankreich abgetreten.

5) Uebcr diese Wahl. s. B. Chron. III, 220, auch Wurstisen 461.

6) Das Provisorium in der Regierung des bischöflichen Gebiets währte

Hinler Chroniken. 1Y. (j

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82

Rathsbücher.

byt, ouch die erkantnusze davor begriffen '}, sinen gnaden ze willforen, als ouch bescbeen ist.

|RüBch|[Rb. 1 03] Inrytung unsers allergnedigsten herren, herrn Maximilians Römischen kunigs ec.

uu:t Anno ec. 93, uff sambstag vor quasimodo geniti, ist der aller- i A',nl 13 durchluchtigst und groszmechtigiste furst und herre her Maxi- milianus, Römischer und z& Hungeren, Dalmacien, Croacien ec. kunig, ertzhertzog zu Oesterrich, hertzog zii liurgundi ec., grafe Flanderen, zit Tirol ec., unser allergnedigster herre, zu Basel ingeritten5), und mit im der hertzog von Brunschwig to und ander siner knuiglic/ien raajcstat rete und hofgesind, uff 400 pferd. und anfengklich enhalb dem Nüwen Husz im veld3) durch her Hartung von Andlo ritter burgermeister, Jacob Yselin die zit zunfftmeister 4), Heinrichen Richer altzunfftmeister und Uolrichen Meltinger, von einem rate darzü geordnet, empfangen ts mit den wirden und Worten, als sich gebürt, darnach durch minder Basel*), die Ysengassen und die Frye Strasz uff in das miinster, und von dannenthin in unsers g nedigen herren von Basels hoff beleittet mit sampt der priesterschafft und den geistlichen, so sinen gnaden mit dem heltum bisz an die Wisenbrugk“) vo engegen gangen waren, darnach ist sin ku nxglich majestat abermals durch die bestimpten geordenten hotten in unsers herren von Basels hoff aber empfangen, und sinen gnaden ge- schenckt, als hernach stat:

Item ein vergulten schouwer, cost 134 gülden. as

Item in demselben 400 gülden in gold7).

Item 4 ochsen, costen 58 lb. 4 s.

auch nach der Bischofswahl vom 4. Jan. noch fort, bis der Neugewählte die päpstliche Bestätigung erlangte. Uebcr letztere s. B. Chron. III, 222.

1) S. oben z. J. 1451.

2) Er kam aus dem Elsas« und zog nach Oestreich zu seinem Vater, dem Kaiser; s. die Regesten No. 1908 und 1922, bei Lichnowsky, Gesch. des Hauses Habsburg VIII.

3) D. h. an der Banngrenze des Dorfes Klein-Hüningen, an dessen Herr- schaftsrechten Basel schon damals einen Anthcil hatte; s. Bruckner VI, 611. Ueber das Neue Haus, eine alte Richtstättc an der Landstrasse nach Freiburg, s. ebend. VI, 641.

4) Sohn des früheren Oberstzunftmeisters Heinrich Iselin ; s.Wurstisen 435.

5} Der Einzug erfolgte durch das St. Annen- oder Bläsithor ; s. Brilingers

Ceremoniale, bei Trouillat V, 651.

6) lieber die tViesenbrüeke, erbaut nach 1434, s. Bruckner VI, 623 ff.

7) Kurz nach seinem Besuch erhielt der König überdicss von Rascl ein Darlehen von 2000 Gl. ; s. Näheres bei Ochs IV, 433 ff.

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1493.

83

Item 4 vasz mit win, eosten 28 lb. ß s.

Item 30 viemtzel haberen.

So ist der cantzlie geschenckt :

Doctor Sturtzel dem cantzier ') 20 gülden, i Item gemeinen cantzelschriberen 6 gülden.

Item den thürhfiteren 0 gülden.

Item den trumpetem und pfitferen 10 gülden. Dem hertzogen von Hrunschwig5} :

8 kannen mit win.

io Und sind neben der Vnniglichen majestat gangen : her Hartung von Andlo ritter, burgermeister. Thoman Surlin.

So luind die hymmeltze« getragen3):

Vor und uinb den kung sind gangen , das Volk uffzehalten : 15 Friderich Hartman.

Hans BPr4).

Heinrich Rieher der jung5).

Walther Ilarnesch.

Des R hmischen kungs zc warten waren geordnet:

2w her Hartung von Andlo ritter, burgermeister.

her Hans von Berenfe/s ritter, altburgemeis/er.

Jacob Yselin, zunfftmeister.

Thoman Surlin.

Heinrich Rieher der elter, altzunfftmeister.

» statschriber8).

Denen sind zügeordnet gewesen, wa des nott wurde:

Jorg Schonkind.

Lienhart Grieb.

Ulrich Meltinger.

13. Folgt leerer Kaum für die Namen.

1) Dr. Konrad Stürze!

2) Vermuthlich ist Herzog Albrecht von Sachsen oder dessen Solm Georg gemeint.

3) VgL Wochenausgabenbuch XII, 160: Item 2'/ä lib. 10 d. den herren geschenckt. so die hymmeltzen ob dem Römischen künig getragen hand. VgL oben S. 77 z. J. 1473 den Einzug Kaiser Friedrichs, wo zu diesem Ehrendienst 4 Edcllcu te erbeten wurden, darunter auch solche, die das Bürgerrecht nicht hatten.

4) Vermuthlich der Vater des gleichnamigen Helden von Marignano , über letzteren s. Wurstisen 521.

5) H. Riehers des älteren Sohn; s. Erkanntniszbuch I, 140.

6) Niklaus Küsch ; über ihn s. B. Chron. III, 275 ff„ auch unten Beil. II.

6*

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84

Radisbücher.

Hans Hiltprand.

Heinrich von Senliein.

Der Vuniglirhen majestat hoff züzeriisten ') :

Michel Meiger2).

Hans Hiltprand. s

Heinrich Rieher junior.

Hans Plarer.

Stallung, hfiuw, strow ec. ze bestellen :

Michel Meiger.

Heinrich Rieher junior. 10

Hanns Plarer.

Die stat ze versechen:

Item wann er harkompt, under yedem thor, so offenn ist5),

8 mann ze haben, und einen bestelten tagwechter uff den sel- ben offenn thoren ze haben. 15

Item under dem thor,